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Erste lesbische Astronautin entlastet Anne McClain: Ex-Frau gesteht Falschaussagen im ISS-Fall

Von mr - 20.11.2025 - 22:30 Uhr
Anne McClain: Ex-Frau gesteht Falschaussagen im ISS-Fall
Foto: © IMAGO / ITAR-TASS
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Die amerikanische Astronautin Anne McClain wurde von ihrer Ex-Frau Summer W. fälschlicherweise beschuldigt, während eines Aufenthalts auf der Internationalen Raumstation ISS illegal auf gemeinsame Finanzen zugegriffen zu haben. Nach einem mehrjährigen Medien- und Gerichtsstreit hat Summer W. nun vor Gericht zugegeben, gelogen zu haben. Dadurch wird McClain, die lange öffentlich angegriffen wurde, von den Vorwürfen entlastet.

 

Ein Fall, der Wellen schlug

Im Sommer 2019 geriet Anne McClain, eine erfahrene Astronautin und Oberstleutnantin, international in die Schlagzeilen. Damals behauptete ihre frühere Ehefrau, McClain habe sich aus dem All unerlaubt Zugriff auf ein Bankkonto verschafft und Geld bewegt. Die Anschuldigungen, die im Zuge eines erbitterten Streits um das Sorgerecht für ihren gemeinsamen Sohn erhoben wurden, wurden in der Presse als angeblich „erstes Verbrechen im Weltall“ diskutiert. Ermittlungen der US-amerikanischen Behörden ergaben jedoch, dass McClain rechtmäßig Zugang zu den Konten hatte – mit dem Einverständnis ihrer Ex-Partnerin, um weiterhin finanzielle Pflichten gemeinsam wahrzunehmen.

Anne McClain zählt zu den international bekanntesten aktiven Astronautinnen. Besonders im März dieses Jahres stach sie hervor, als sie erstmals eine Crew-Mission zur ISS als Kommandantin leitete – ein historischer Meilenstein in einer weiterhin männlich dominierten Branche wie der Raumfahrt. Obwohl McClain sich persönlich nie öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung äußerte, wurde sie im Zuge des Verfahrens als „erste offen lesbische Astronautin“ bezeichnet. Dieser erzwungene öffentliche Umgang mit ihrer Identität verdeutlicht die Herausforderungen, denen lesbische oder schwule Personen, insbesondere in sicherheitsrelevanten oder prominenten Berufen, noch immer ausgesetzt sind. In den USA werden queere Personen trotz Fortschritten im Arbeitsrecht weiterhin häufiger mit Vorurteilen und Diffamierungskampagnen konfrontiert.

Summer W. droht nun eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und eine hohe Geldstrafe. Die für den 12. Februar 2026 geplante Urteilsverkündung wird zeigen, wie die US-Justiz mit gezielten Falschaussagen im Kontext öffentlicher Diffamierung umgeht. Auch in Deutschland und Europa diskutieren Familiengerichte zunehmend, wie Verfahren gegen lesbische und schwule Eltern rechtssicher und diskriminierungsfrei geführt werden können.

Der Fall McClain macht deutlich, wie schnell der Ruf von Persönlichkeiten, die für Vielfalt und Pioniergeist stehen, durch unbewiesene Vorwürfe oder Sensationslust beschädigt werden kann. Für die Zukunft stellt sich die Frage, wie Medien und Gerichte sicherstellen, dass Skandalisierungen und falsche Anschuldigungen nicht Karrieren und Familien zerstören – und welche Verantwortung der Gesellschaft beim Schutz queerer Personen zukommt.

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