Direkt zum Inhalt

Ein bitteres Urteil US-Dienstleister dürfen seit 2023 Homosexuelle diskriminieren – die Gerichtskosten für dieses Urteil zahlt nun der Steuerzahler

Von ms - 07.10.2024 - 15:00 Uhr
Ein bitteres Urteil
Foto: iStock / baona
ANZEIGE
Loading audio player...

Im Jahr 2023 sorgte die homophobe Webdesignerin Lorie Smith aus Denver für ein juristisches Erdbeben in den USA – die Richter am Obersten Gerichtshof gaben ihrer Klage im Präzedenzfall mehrheitlich Recht, sodass künftig Service-Dienstleister aus Glaubensgründen Homosexuelle als Kunden ablehnen dürfen. In diesem Sommer forderte Smith und die dahinter stehende, homophob-christliche Rechtsorganisation Alliance Defending Freedom nun überdies die Erstattung der Anwaltskosten vom Klagegegner, dem US-Bundesstaat Colorado, ein. 

1,5 Millionen für homophobe Christen

Und erneut obsiegte die evangelikale Christin vor Gericht: Die Regierung von Colorado muss jetzt die Anwaltskosten sowie weitere Prozesskosten bezahlen, man einigte sich jetzt auf eine Summe von insgesamt 1,5 Millionen US-Dollar. Damit endet ein Gang durch die gerichtlichen Instanzen, den Smith 2016 selbst begonnen hatte, als sie gegen die Bürgerrechtskommission sowie gegen die Behörden von Colorado geklagt hatte.

Dabei hatte es sich um eine rein hypothetische Klage gehandelt, denn Smith hatte kein homosexuelles Paar als Kundschaft. Die treue Christin entwirft Homepage-Seiten für Hochzeitspaare und wollte bereits vorab lediglich klarstellen, dass sie für Schwule und Lesben nicht arbeiten werde. Kelley Robinson, die Präsidentin der LGBTI*-Organisation Human Rights Campaign, hatte bei der Urteilsverkündung von einem „traurigen Tag im amerikanischen Verfassungsrecht und im Leben von LGBT-Menschen“ gesprochen. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-HirschgeweihAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.