Direkt zum Inhalt

Ehrung von Prinz Eisenherz Anerkennung für Engagement für die Community

Von ms - 23.03.2026 - 08:30 Uhr
Ehrung von Prinz Eisenherz
Foto: Eisenherz Berlin / Denis Barthel
ANZEIGE
Loading audio player...

Zwei Berliner Buchhandlungen wurden in diesem Jahr mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Die Ehrung wurde von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bekannt gegeben. Unter den Gewinnern befindet sich die traditionsreiche Buchhandlung „Prinz Eisenherz“, die 1978 als erster schwuler Buchladen in Deutschland gegründet wurde. Sie erhielt den Titel „Beste Buchhandlung“ und einen Preis von 25.000 Euro.

Würdigung des Engagements 

„Es ist eine Achterbahn der Gefühle“, kommentierte Nancy Schmolt von „Prinz Eisenherz“ gegenüber dem rbb. „Man kann sich nicht so richtig darüber freuen“, fügte sie hinzu, auch angesichts der jüngsten Kontroversen rund um Weimers Entscheidungen. Die Vergabe der Buchhandlungspreise war kürzlich in die Kritik geraten, als Weimer drei Buchhandlungen von der Liste der Preisträger gestrichen hatte. Der Kulturstaatsminister begründete diese Maßnahme mit „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“. Besonders betroffen war auch die linke Berliner Buchhandlung „Zur schwankenden Weltkugel“. Diese Entscheidung sorgte in der Buchbranche für Empörung.

Trotz der kontroversen Umstände nahm Schmolt die Auszeichnung gerne an: „Seit 1978 versuchen wir, die Literaturlandschaft vielfältig zu gestalten und uns für die queere Community stark zu machen. Es ist wichtig, dass wir für unser Engagement gewürdigt werden.“ Neben „Prinz Eisenherz“ wurde auch die „InterKontinental“-Buchhandlung ausgezeichnet. Sie erhielt den Preis als „Besonders herausragende Buchhandlung“ und ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro. Der Buchladen betreibt zusätzlich einen Verlag, der sich auf afrikanische und afrodiasporische Literatur spezialisiert hat.

Pionier der schwulen Literatur 

Der Buchladen „Eisenherz“ wurde im November 1978 in Berlin als erster schwuler Buchladen Deutschlands gegründet. Die Gründer waren eng mit der West-Berliner Schwulenbewegung verbunden und wollten mehr als nur eine Buchhandlung etablieren. Der Laden entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Treffpunkt für Aktivisten und Mitglieder der schwulen Bürgerrechtsbewegung. Hier wurden viele Ideen für bedeutende Projekte geboren, darunter der Teddy Award, der Filmpreis für schwule Filme, sowie die schwule Beratungsstelle Mann-O-Meter.

„Eisenherz“ verfolgte von Anfang an das Ziel, ein breites Spektrum an Literatur anzubieten, die sich mit dem Thema Homosexualität befasste oder von homosexuellen Autoren verfasst wurde. In den 1980er Jahren zog die Buchhandlung in neue Räumlichkeiten nahe dem Savignyplatz, der damals als das Zentrum des Berliner Buchhandels galt. In diesen größeren Räumen konnten bis zu 20.000 Titel untergebracht werden. Das umfangreiche Sortiment trug dazu bei, den Ruf des Buchladens als die „bestsortierte schwule Buchhandlung weltweit“ zu festigen. Im Laufe der Jahre wurde „Eisenherz“ zu einer festen Institution in der Berliner Szene. 2004 zog der Buchladen in den Schöneberger Kiez um, das Herzstück der schwul-lesbischen Community in Berlin. Mit der Zeit erweiterte sich das Sortiment und richtete sich zunehmend auch an eine queere Leserschaft.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Die Presse„Vor Scham im Boden versinken“: Audi-Chef Döllner erntet harsche Kritik für Auftritt bei Trump-WahlkampfSüddeutsche ZeitungNews-Überblick: Das sind die Nachrichten des TagesSüddeutsche Zeitung„Sextortion“ in München: Er wollte sich zum Sex treffen. Dann wurde er erpresstrbb24Queere Demo in Kreuzberg: Mehrere tausend Menschen fordern Schutz queeren LebensAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eine große Liebe kehrt zurück

Konkubine wieder auf der Leinwand

Chen Kaiges preisgekrönter Film über zwei Peking-Opernstars kommt restauriert ins Kino. Der deutsche Wiederaufführungstermin steht fest.
Großer Preis für Wunnicke

Ihre Romane erzählen queere Liebe

Christine Wunnicke hat den Büchner-Preis erhalten. Mit „Wachs“ und „Missouri“ erzählt sie von ungewöhnlichen Liebesgeschichten.
Boomer ist wieder da!

Erster Clip zum Wentworth-Ableger

Fünf Jahre nach dem Finale zeigt BINGE den ersten Clip zu „Wentworth: Halfway Home“. Boomer startet draußen neu – bis eine Leiche auftaucht.
BBC tilgt Pride-Pins

BBC erklärt Eingriff in Quizshow

Zwei Studierende kritisieren die BBC: Ihre Pride-Anstecker verschwanden aus „University Challenge“. Der Sender verweist auf Richtlinien.
30 Jahre Intersex-Protest

Für das Recht am eigenen Körper

Am 26. Oktober 1996 protestierten intergeschlechtliche Menschen in Boston. Drei Jahrzehnte später geht es weiter um Selbstbestimmung.
Renaissance trifft Hollywood

Verblüffende Ähnlichkeit begeistert

Fotos von „Heated Rivalry“-Star Connor Storrie erinnern verblüffend an Michelangelos David, finden zumindest viele Fans und zeigen sich begeistert.
Wer wird der nächste 007?

Elf Kandidaten im Gespräch

Die Suche nach einem neuen James Bond geht in die entscheidende Phase. Elf LGBTIQ+-Schauspielstars könnten der Agentenreihe ein neues Gesicht geben.
Streit bei Tom of Finland

Finland Gedenkhaus in Gefahr

Nach 40 Jahren droht dem Tom of Finland House in Los Angeles das Aus. Ein Streit um Geld, Kunst und die Zukunft der Stiftung eskaliert.