Deutscher ESC Vorentscheid Ende Februar wird entschieden, wer Deutschland vertritt
Der ausführende SWR hat die Namen der neun Kandidaten und Kandidatinnen für den ESC-Vorentscheid veröffentlicht – darunter sowohl bekannte Gesichter als auch Newcomer. Am 28. Februar entscheidet sich dann in einer dreistündigen Show, wer Deutschland im Mai beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten wird. Moderiert wird der Vorentscheid von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger.
Musikalische Bandbreite
Im Vorentscheid soll eine Jury aus zwanzig internationalen und nationalen Musikexperten die Darbietungen der Künstler bewerten und am Ende drei Favoriten auswählen. Wer von diesen drei Finalisten dann gewinnt, entscheidet erneut das Publikum mittels Televoting. Der SWR betont dabei vorab die Vielfältigkeit der neun Kandidaten und Kandidatinnen – von Pop- über Rock-Songs, Balladen und Titeln, die eher groovig daherkommen bis hin zu Nummern, die einfach nur Spaß machen sollen. „Eine musikalische Bandbreite voller kreativer Kraft“, so der SWR.
Kandidaten und Kandidatinnen
BELA:„Herz"
Der 23-jähriger Musiker ist in München aufgewachsen und lebt in Berlin – bereits mit 16 Jahren begann er, Musik zu machen. In seiner Musik sagt BELA Dinge mit einer Direktheit und Ehrlichkeit, die man so vielleicht nicht in einem Gespräch sagen würde – und genau darum geht es auch bei seinem ESC-Song „Herz“, so der SWR. „Der ESC ist für mich die Chance, Menschen mit meinen Songs zu erreichen, die vielleicht noch nie von mir gehört haben. Ich will zeigen, dass deutschsprachiger Pop tanzbar, authentisch und gleichzeitig international sein kann. Auf dieser Bühne zu stehen, wäre nicht nur eine Ehre, sondern auch ein persönlicher Meilenstein auf meinem Weg als Künstler“, so BELA.
Dreamboys The Band:„Jeanie"
Die vier Künstlerinnen Jo The Man The Music, Philippa Kinsky, VILLFORTH und Nina Caroline haben sich in Berlin kennengelernt und waren zuvor bereits erfolgreich als Solo-Musikerinnen unterwegs. Mit ihrem neuen Band-Projekt wollen sie nun den ESC erobern. Ihr ungewöhnlicher Bandname „Dreamboys The Band” entstand aus einer WhatsApp-Gruppe. Die Geburtsstunde ihres Songs „Jeanie“ war für die Band schließlich die Initialzündung. „Wir finden es schön, die Chance zu haben, zur musikalischen Qualität des ESCs beizutragen. Unsere Zusammenarbeit entstand aus der Überzeugung, dass wahre Stärke nicht im Wettbewerb, sondern in der gegenseitigen Unterstützung liegt. Wir haben erkannt, dass es eine unglaubliche Bereicherung ist, gemeinsam mehrstimmig zu singen und dass es die Herzen vieler Menschen berühren kann“, so die vier Musikerinnen.
Laura Nahr: „Wonderland"
Nahr kommt aus Magdeburg und lebte mehrere Jahre in London. Ihre Musik ist von der akustischen Gitarre, Klavier und einer klaren, unmittelbaren Stimme geprägt. Sie verbindet gefühlvollen Pop- und Singer-Songwriter-Sound mit ehrlichen, persönlichen Texten. Mit ihrer Debüt-EP „Missed Connections Collection“ legte sie 2025 ein erstes, selbstbewusstes Fundament vor. In ihrem ESC-Song „Wonderland“ sucht die Musikerin nach Orientierung und steckt irgendwo zwischen Aufbruch und Überforderung fest. „Der ESC vereint unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Perspektiven. Diese Offenheit und emotionale Vielfalt spiegeln genau das wider, was ich mit meiner Musik erreichen möchte“, bekräftigt Nahr.
Malou Lovis: „When I´m With You"
Malou Lovis ist eine Singer-Songwriterin mit einer kraftvollen Stimme, aufgewachsen im Münsterland. Im Elternhaus lernt sie ihre Begeisterung für Musik und Instrumente, in Spanien vertiefte sie ihre Leidenschaft. 2023 gewann sie bei „The Voice of Germany“ die 13. Staffel. Im März 2025 veröffentlichte Lovis ihr Debütalbum „Things I Wrote Down Last Night“. Nach ihrer Teilnahme an „The Voice“ begleitete sie ihre Coaches Bill und Tom Kaulitz als Support-Act auf der Europatour von Tokio Hotel, kurz darauf entstand zudem der gemeinsame Song „One More Day“ als Soundtrack zum Kinofilm „Momo“. Mit ihrem ESC-Song „When I’m With You“ erzählt Lovis eine intensive Liebesgeschichte. „Musik bedeutet für mich nicht nur Leidenschaft, sondern auch Verantwortung, sie kann Menschen und Kulturen verbinden und Hoffnung geben. Der ESC ist für mich die ideale Möglichkeit, noch mehr Menschen mit meiner Musik zu erreichen und mich gleichzeitig weiter international zu etablieren. Es wäre für mich eine große Ehre, meine Leidenschaft und Energie in diesem besonderen Rahmen mit Europa teilen zu dürfen“, so Lovis.
Molly Sue:„Optimist (Ha Ha Ha)"
Viel gute Laune, eine unverwechselbare Stimme und pure Leidenschaft machen Molly Sue zu einem besonderen Hingucker. Nach Erfahrungen bei „The Voice Kids“ und „Deutschland sucht den Superstar“ möchte die bodenständige Norddeutsche jetzt die große ESC-Bühne erobern. In ihren eigenen Songs verbindet Sue emotionale Heartbreak-Lyrics mit urbanen Pop-Beats. Ihr ESC-Song „Optimist (Ha Ha Ha)“ erzählt davon, dass man Menschen nicht ansehen kann, wie es ihnen wirklich geht. „Der ESC ist für mich die größte Bühne Europas, um Menschen mit meiner Musik zu erreichen. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und zu singen – das ist für mich mein größtes Glück. Es wäre für mich eine Ehre, meine Leidenschaft und Energie dort mit den Menschen zu teilen“, sagt Sue.
MYLE: „A OK"
Der Deutsch-Amerikaner MYLE steht für warmen, ehrlichen, gitarrengetragenen Pop mit einem erdigen und rohen Kern, seine Musik ist nahbar und hoffnungsvoll. Aufgewachsen im süddeutschen Ravensburg verbrachte er viele Sommer bei seinen Großeltern in New York und wurde dort immer wieder von Folk, American Rock, Blues und Jazz inspiriert. Seine Fans nennen sich inzwischen selbst die „SMYLERS“, diese besondere Nähe zu seinem Publikum spiegelt sich auch in seinen Songs wider. Sein ESC Song „A OK“ entstand nach einem persönlichen Kontakt mit einer Person aus seiner Community, die sich in einer schweren mentalen Krise befand. „Als deutsch-amerikanischer Künstler trage ich den Wunsch in mir, zwei Kulturen miteinander zu verbinden. Genau dafür ist der ESC für mich die perfekte Bühne: Er bringt Kulturen zusammen, überwindet Grenzen und schafft Momente, in denen sich Millionen von Menschen gleichzeitig verbinden. Ich möchte dort zeigen, dass Popmusik aus Deutschland international relevant ist – und mit meiner Geschichte und meiner Musik ein Teil dieser einzigartigen Erfahrung werden“, erklärte MYLE.
Ragazzki: „Ciao Ragazzki”
„Ragazzki“ ist eine neu gegründete Band aus Berlin, bestehend aus Musiker, Produzent und Social-Media-Creator Marti Fischer sowie Musiker und Kreativkopf David „Miirtek“ Starosciak. Fischer ist auf YouTube bisher vor allem durch seine Parodien und Stimmimitationen aufgefallen. Ihr Song „Ciao Ragazzki“ vereint die Disco-Vibes Süditaliens mit treibenden Beats aus Osteuropa. „Wir wollen das Publikum mit Italo-Disco und Polska-Pop aufheizen und Europa feiern! Mit unseren knallenden 80er Disco Beats reißen wir alle Nonnas und Babunias vom Hocker. Der ESC ist für uns eine Bühne, auf der sich nicht nur Musik, sondern eine gesamtheitliche künstlerische Vision entfalten kann. Auf dieser Bühne zu spielen und gesehen zu werden, lässt einen Traum wahr werden“, so das Duo Ragazzki.
Sarah Engels: „Fire“
Sarah Engels ist seit ihrer Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar“ 2011 ein bekanntes Gesicht in der deutschen Musikbranche. Mit ihrer Final-Single „Call My Name“ erreichte sie Platz 2 der deutschen Charts und eine „Echo“-Nominierung, 2018 folgte ihr Album „Zurück zu mir“. Im deutschen Fernsehen war sie seitdem in zahlreichen Formaten zu sehen, von „Let’s Dance“ über „Das große Promibacken“ und „The Masked Singer“ bis hin zu „Dancing on Ice“. Seit November letzten Jahres spielt sie die Hauptrolle „Satine“ im erfolgreichen Musical „Moulin Rouge“ in Köln. 2025 erschien auch ihr neues Album „Strong Girls Club“. Mit ihrem ESC-Song „Fire“ motiviert sie dazu, für sich selbst einzustehen. „Der ESC ist für mich eine einmalige Bühne, auf der Menschen aus ganz Europa und der Welt durch Musik miteinander verbunden sind. Am ESC teilzunehmen, bedeutet für mich, meine Empowerment-Botschaft, die tief aus meinem Herzen kommt, zu teilen und mit meiner Musik Mut, Zusammenhalt, Kraft und den Glauben an sich selbst zu vermitteln“, sagt Engels.
Wavvyboi: „Black Glitter“
Glitzer auf der Haut, verzerrte Gitarre in der Hand: Wavvyboi bringt Gitarrenwucht aus Liechtenstein auf die ESC-Bühne. Der SWR betont: „Der nicht-binäre Künstler fungiert auch als eine Art Katalysator für zeitgenössische Gedanken, die über persönliche Erfahrungen hinausgehen, um Stigmatisierungen zu überwinden und einen Dialog zu schaffen, der universell Anklang findet. Hinter der großen Geste steckt ein echtes Wertefundament, denn wavvyboi schöpft aus persönlichen Notizen und Tagebucheinträgen und ist überzeugt.“ Mit „Black Glitter“ übersetzt Wavvyboi die fluide Vielfalt der modernen Welt in eine Klangwelt. „Als ich früh mit dem Gitarrespielen anfing und mir ausgemalt, wie es wäre, meine Musik einmal vor einem so großen Publikum zu teilen, wusste ich einfach, dass ich gerne einmal auf der Bühne des ESC stehen möchte. Mit meiner Musik und meiner Persönlichkeit möchte ich ein starkes Zeichen setzen – für Sichtbarkeit und Diversität ohne Genregrenzen“, so Wavvyboi