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CDC entfernt Hinweise zu Mpox
Foto: iStock / hapabapa
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CDC entfernt Hinweise zu Mpox Streit um LGBTIQ+-Informationen auf Regierungsseiten

ms - 26.05.2026 - 12:00 Uhr
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Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat eine Informationsseite zu Mpox aus dem Internet entfernt und damit erneut eine Debatte über den Umgang der Regierung mit LGBTiQ+-bezogenen Gesundheitsinformationen ausgelöst. Die Webseite mit dem Titel „Safer Sex, Social Gatherings, and Monkeypox“ war bis vor Kurzem online abrufbar, inzwischen erscheint dort lediglich der Hinweis: „Die Seite, die Sie suchen, wurde nicht gefunden.“

Das Wichtigste im Überblick

  • Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat eine Informationsseite zu Mpox gelöscht.
  • Experten werfen der Trump-Regierung ideologisch motivierte Zensur vor.
  • Die Seite enthielt Hinweise zu sicherem Sex und Risikominimierung.
  • Bereits 2025 hatte ein Gericht die Entfernung ähnlicher Inhalte kritisiert.
  • LGBTiQ+-Organisationen warnen vor wachsendem Misstrauen gegenüber Behörden.

Info-Seite für die Community

Die inzwischen gelöschte Seite enthielt Empfehlungen zum Schutz vor Mpox-Infektionen, insbesondere im Zusammenhang mit Festivals, Pride-Veranstaltungen, Partys oder sexuellen Kontakten. Thematisiert wurden unter anderem anonyme Sexualkontakte, Sexclubs und Maßnahmen zur Verringerung von Infektionsrisiken. Empfohlen wurden Impfungen, das Vermeiden sexueller Kontakte bei Symptomen sowie Hygienemaßnahmen etwa bei Textilien oder Sexspielzeug. Ein Sprecher des US-Gesundheitsministeriums bestätigte, dass die Entfernung bewusst erfolgt sei. „Diese Seite war medizinisch nicht korrekt und entspricht nicht den Prioritäten der Regierung“, erklärte die Behörde. 

Kritik von Experten 

Scharfe Kritik kommt von führenden Experten für öffentliche Gesundheit. Der Arzt Demetre Daskalakis, früherer Koordinator der US-Regierung für die nationale Mpox-Reaktion und ehemaliger CDC-Direktor im Bereich Immunisierung und Atemwegserkrankungen, sprach von einem gezielten politischen Eingriff. „Das ist faktisch ein schwerer Verrat an der öffentlichen Gesundheit“, sagte Daskalakis. Er widersprach der Darstellung des Ministeriums entschieden. „Das ist kein Versehen“, sagte er. „Die Seite wurde absichtlich entfernt, weil sie nicht zu den politischen Prioritäten der Regierung passt.“

Nach Ansicht von Daskalakis erinnert das Vorgehen an den Umgang der Reagan-Regierung mit der frühen AIDS-Krise in den 1980er-Jahren. „Wir haben aus HIV gelernt“, erklärte er. Ziel der ursprünglichen Hinweise sei gewesen, Menschen konkrete und verständliche Informationen zum Schutz ihrer Gesundheit zu geben. Die nun entfernte Informationsseite war laut Daskalakis wissenschaftlich geprüft und innerhalb der CDC offiziell freigegeben worden. Besonders wichtig sei gewesen, dass gerade Risikosituationen wie Sexclubs oder wechselnde Sexualpartner offen benannt wurden – etwas, das Gesundheitsbehörden historisch häufig vermieden hätten.

Gesundheitsbehörde beugt sich Trumps Willen

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein US-Bundesrichter die Trump-Regierung wegen ähnlicher Löschungen kritisiert. Richter John D. Bates urteilte damals, dass die Entfernung von Informationen zu LGBTIQ+-Themen, HIV und Infektionskrankheiten vermutlich gegen geltendes Recht verstoßen habe. In seiner Entscheidung sprach er von einem „überhasteten und schlampigen Vorgehen“ innerhalb mehrerer Behörden und ordnete die Wiederherstellung der Inhalte an. 

Die erneute Löschung wirft nun Fragen auf, ob Bundesbehörden trotz des Gerichtsbeschlusses weiterhin Gesundheitsinformationen entfernen. Die Ärztin Reshma Ramachandran von der Organisation Doctors for America erklärte, die Maßnahme widerspreche zumindest dem Geist des damaligen Urteils. „Die Behörde hat ihre Rolle als Gesundheitsbehörde praktisch aufgegeben, indem sie diese wissenschaftlich fundierten Informationen entfernt – nicht aus wissenschaftlichen Gründen, sondern erneut aus ideologischen Motiven“, sagte sie.

Warnung vor gefährlicher Situation 

Auch die queere Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign äußerte sich besorgt. Sprecher Jared Todd warnte vor den Folgen für das Vertrauen in staatliche Gesundheitsinstitutionen. „Wir befinden uns in einem gefährlichen Moment für die öffentliche Gesundheit“, sagte Todd. Besonders marginalisierte Gruppen seien häufig auf verlässliche Informationen angewiesen. Todd betonte zugleich die Bedeutung gegenseitiger Unterstützung innerhalb der LGBTIQ+-Community. „Unsere Gemeinschaft wird das tun, was sie immer getan hat: füreinander da sein, sich impfen lassen und auf vertrauenswürdige Gesundheitsquellen aus der Community zurückgreifen“, erklärte er.

Für Daskalakis reicht die Bedeutung der Löschung abschließend weit über eine einzelne Webseite hinaus. „Jedes Mal, wenn eine Bevölkerungsgruppe unsichtbar gemacht wird und wichtige Informationen für diese Gruppe verschwinden, hinterlässt das Spuren“, sagte er. Das sende vielen Menschen die Botschaft, „dass diese Regierung sich buchstäblich nicht um die LGBTIQ+-Community kümmert und wir keine Priorität für sie haben“.

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