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Hinhaltetaktik in Großbritannien
Foto: iStock / Dave Harrison-Ward
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Hinhaltetaktik auf der Insel Gleichgeschlechtliche Ehe bleibt kirchlich weiter offen

ms - 23.09.2026 - 14:00 Uhr
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Die Kirche in Wales verschiebt ihre Pläne zur Einführung gleichgeschlechtlicher Trauungen. Ein entsprechender Gesetzentwurf sollte ursprünglich im April 2027 eingebracht werden. Nun soll zunächst bei der nächsten Sitzung des Leitungsgremiums, des sogenannten Governing Body, über die „Lehre von der Ehe“ beraten werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Kirche in Wales verschiebt die geplante Einführung eines Gesetzes für gleichgeschlechtliche Eheschließungen in Kirchen.
  • Ursprünglich sollte der Gesetzentwurf im April 2027 eingebracht werden.
  • Stattdessen soll das Leitungsgremium zunächst über die „Lehre von der Ehe“ beraten.
  • Die Bischöfe begründen die Verzögerung mit dem Wunsch nach mehr Zeit für theologische Reflexion.
  • Bereits 2026 hatte die Kirche Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare zugelassen.
  • In Wales sind gleichgeschlechtliche Ehen seit 2014 rechtlich möglich, kirchliche Trauungen sind davon jedoch nicht automatisch umfasst.

Pläne für gleichgeschlechtliche Ehe

Die Beratung soll dazu beitragen, die weiteren Schritte festzulegen. Nach Angaben von ITV News erklärten die Bischöfe, die Entscheidung zur Verschiebung folge auf einen „positiven, aber offenen Austausch“. Den Gemeinden solle damit mehr Zeit für eine theologische Auseinandersetzung gegeben werden. Die Bischöfe verwiesen zugleich auf die unterschiedlichen Reaktionen innerhalb der Kirche. „Als Bischöfe sind wir sehr dankbar für den respektvollen und großzügigen Ton, in dem die Debatte im April geführt wurde. Wir sehen die Erleichterung derjenigen, die das Gefühl haben, dass die Kirche nun die verbindlichen und liebevollen Beziehungen gleichgeschlechtlicher Paare anerkennen kann; und wir erkennen mit Dankbarkeit die vielen freundlichen Nachrichten von Menschen an, für die diese Entscheidung schmerzhaft war.“

Weiter erklärten die Bischöfe: „Diese bedeutende Entscheidung wurde nach einer Phase positiver, aber zugleich offener und ehrlicher Gespräche getroffen. Die Bischöfe sind der Ansicht, dass nun ein längerer Zeitraum erforderlich ist, um den besten Weg für die weitere Entwicklung zu prüfen und es dem Leitungsgremium zu ermöglichen, über die gleichberechtigte Ehe zu beraten.“

Segnungen bereits zugelassen

Erst Anfang 2026 hatte die Kirche in Wales die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare genehmigt. 143 Bischöfe, Geistliche und Laienmitglieder stimmten dafür. Einzelne Mitarbeiter der Kirche können sich gegen die Durchführung solcher Segnungen entscheiden. Die Erzbischöfin von Wales, Cherry Vann, hatte damals die Art und Weise der Debatte gewürdigt. „Ich möchte allen dafür danken, wie diese Debatte geführt wurde – ruhig und mit gegenseitigem Respekt.“

Mit der nun angekündigten Verschiebung bleibt offen, wann und in welcher Form die Kirche in Wales ein Gesetz für gleichgeschlechtliche kirchliche Trauungen vorlegen wird. Gleichgeschlechtliche Ehen sind in Wales seit Anfang 2014 gesetzlich möglich. Grundlage ist der Marriage (Same Sex Couples) Act 2013. Das Gesetz ermöglicht gleichgeschlechtlichen Paaren zivile Eheschließungen, verpflichtet Kirchen jedoch nicht automatisch dazu, solche Trauungen durchzuführen.

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