Direkt zum Inhalt
Brutaler Angriff in Palermo
ANZEIGE

Brutaler Angriff in Palermo Drei Männer attackierten schwules Paar mit Taser

ms - 07.07.2026 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

In Palermo ermittelt die Polizei nach einem mutmaßlich homophoben Angriff auf ein schwules Paar. Die beiden Männer sollen in Mitte September 2025 im Zentrum der sizilianischen Hauptstadt beleidigt, geschlagen und getreten worden sein. Nach Angaben der Ermittler soll schlussendlich auch ein Taser eingesetzt worden sein. Der Fall wurde erst jetzt publik. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein schwules Paar wurde in Palermo mit homophoben Beleidigungen, Schlägen, Tritten und einem Taser angegriffen.
  • Drei junge Männer wurden als mutmaßlich Verantwortliche identifiziert.
  • Gegen zwei Verdächtige wurde eine Aufenthaltsbeschränkung angeordnet, der dritte Tatverdächtige steht unter Hausarrest, ist derzeit aber nicht auffindbar.
  • Die Ermittler prüfen den Fall als mutmaßlich homophob motivierte Gewalttat.

Ermittlungen nach Angriff 

Mehrere Monate nach der Tat haben die Behörden jetzt drei junge Männer als mutmaßlich Verantwortliche identifiziert. Für zwei von ihnen wurde eine Aufenthaltsbeschränkung innerhalb der Gemeinde Palermo angeordnet. Ein dritter Verdächtiger, gegen den Hausarrest verhängt wurde, soll derzeit nicht auffindbar sein. Nach bisherigen Erkenntnissen und Berichten der Zeitung La Repubblica befand sich das schwule Paar auf dem Heimweg, als es im Bereich der Via Roma von einer Gruppe junger Männer angesprochen worden sein soll.

Der Angriff soll zunächst mit verbalen Attacken begonnen haben. Die beiden Männer seien mit homophoben Beleidigungen konfrontiert worden. Anschließend soll die Situation eskaliert sein: Die Opfer seien mit Tritten und Schlägen angegriffen worden. Nach den bisherigen Ermittlungen wurde dabei auch ein Taser verwendet. Der Vorfall ereignete sich in einem zentralen Bereich Palermos, der täglich von vielen Einwohnern, Studenten, Beschäftigten und Touristen genutzt wird.

Verdächtige nach Fahndung identifiziert

Nach der Anzeige übernahmen Ermittler der Abteilung des Polizeikommissariats Oreto-Stazione die Untersuchungen. Sie werteten nach Angaben von Sicilia News unter anderem Aufnahmen von Überwachungskameras aus und verglichen diese mit den Aussagen der Betroffenen sowie weiteren Ermittlungsergebnissen. Durch diese Ermittlungsarbeit soll die Polizei schließlich die Identität von drei jungen Männern festgestellt haben.

Bei den drei Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der Ermittler um zwei tunesische Staatsbürger im Alter von 21 und 19 Jahren sowie einen 20-jährigen ägyptischen Staatsbürger. Der 21-jährige Tunesier soll als mutmaßlicher Haupttäter gelten. Gegen ihn wurde die Maßnahme des Hausarrests angeordnet. Der Mann soll sich derzeit jedoch nicht an seinem bekannten Aufenthaltsort befinden. Die Fahndung nach ihm läuft. Die beiden anderen Verdächtigen gelten als mutmaßliche Unterstützer der Tat. Für sie wurde eine Aufenthaltsbeschränkung auf das Gebiet der Gemeinde Palermo angeordnet. Nach Angaben der Ermittler wurden sie zwischen Palermo und dem Gebiet von Marsala, insbesondere in der ländlichen Umgebung von Petrosino, gefunden. Welche strafrechtliche Verantwortung die drei Verdächtigen tragen, müssen nun die weiteren Ermittlungen und Gerichtsverfahren klären. 

Diskussion über Schutz vor Hassgewalt

Der Fall hat in Italien erneut eine Debatte über die Sicherheit von LGBTIQ+-Menschen ausgelöst. Nach Angaben der Ermittler soll der Angriff nicht aus einem allgemeinen Konflikt heraus entstanden sein, sondern gezielt nach homophoben Beleidigungen erfolgt sein. Die mutmaßlich homophobe Motivation spielt bei den Ermittlungen eine zentrale Rolle. Es gehe demnach nicht ausschließlich um körperliche Gewalt, sondern um einen Angriff auf zwei Menschen, weil sie als schwules Paar wahrgenommen wurden.

Auch der mutmaßliche Einsatz eines Tasers sorgt für besondere Aufmerksamkeit und viel Fassungslosigkeit innerhalb der LGBTIQ+-Community im Land. Der Vorfall in Palermo wird dabei in einen größeren Zusammenhang mit Hass gegen homosexuelle und queere Menschen in Italien eingeordnet. Immer wieder werden Straßen, Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, Lokale und auch Pride-Veranstaltungen zu Orten, an denen sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität oder die Wahrnehmung einer Person als LGBTIQ+ zum Anlass für Beleidigungen, Drohungen oder Angriffe werden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.