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Bolsonaro bleibt in Haft Der queerfeindliche Ex-Präsident bleibt 27 Jahre im Gefängnis

Von ms - 26.11.2025 - 11:00 Uhr
Bolsonaro bleibt in Haft
Foto: IMAGO / Agencia EFE
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Aufatmen in der LGBTIQ+-Community in Brasilien: Ex-Präsident Jair Bolsonaro (70) muss seine 27-jährige Haftstrafe vollständig verbüßen. Dies bestätigte jetzt das Oberste Gericht des Landes, nachdem Bolsonaro alle Rechtsmittel gegen seine Verurteilung ausgeschöpft hatte. Das Urteil ist nun rechtskräftig. Ein politisches Comeback dürfte damit ausgeschlossen sein. 

Richter betont hohe Fluchtgefahr 

Bolsonaro war im Januar 2023 von einem Gericht schuldig gesprochen worden, seine Anhänger zur Erstürmung zentraler Regierungsgebäude in Brasília angestiftet zu haben. Bei dem Vorfall stürmten hunderte seiner Unterstützer das Oberste Gericht, den Präsidentenpalast sowie den Kongress, was zu erheblichen Unruhen und landesweiten Protesten geführt hatte. Die Aktion wurde als versuchter Umsturz gewertet.

Bereits vor kurzem wurde Bolsonaro aus dem Hausarrest in ein reguläres Gefängnis verlegt, nachdem er seine elektronische Fußfessel beschädigte. Der zuständige Richter Alexandre de Moraes verwies auf die Fluchtgefahr, die von Bolsonaro ausging. Insbesondere die Nähe seines Wohnsitzes zur US-Botschaft und seine enge Beziehung zu Ex-Präsident Donald Trump wurden als besorgniserregend eingestuft. Diese Umstände hätten die Gefahr einer Flucht oder einer weiteren Störung des rechtlichen Verfahrens erhöht.

Angriffe auf die LGBTIQ+-Community

Neben den politisch motivierten Straftaten, die zu seiner Verurteilung führten, war Bolsonaro während seiner Amtszeit als Präsident auch für seine wiederholten Angriffe auf die LGBTIQ+-Community berüchtigt. Der ehemalige Präsident hatte sich immer wieder negativ über Homosexuelle und queere Menschen geäußert und in mehreren Fällen gesetzgeberische Maßnahmen ergriffen, um homosexuelle und queere Menschen zu diskriminieren.

Unter seiner Regierung wurden auch zahlreiche Initiativen gegen die Rechte von LGBTIQ+-Menschen ergriffen, einschließlich Versuchen, den Zugang zu geschlechtlicher Selbstbestimmung zu beschränken. Besonders auffällig war seine wiederholte Verweigerung, LGBTIQ+-Themen in die Schulbildung zu integrieren, was zu landesweiten Protesten und internationalen Verurteilungen führte. Bolsonaro bezeichnete Homosexualität und queere Identitäten oft abfällig und schürte mit seinen Äußerungen Hass und Diskriminierung. Die LGBTIQ+-Community in Brasilien begrüßte daher die Verurteilung des Ex-Präsidenten und hofft, dass seine Haftstrafe ein klares Zeichen gegen die Diskriminierung von Minderheiten und für die Wahrung der Menschenrechte in Brasilien setzt.

Politische Auswirkungen

Bolsonaros Verurteilung und bestätigte Haftstrafe dürfte nicht nur die brasilianische Politik, sondern auch die internationale Wahrnehmung des ehemaligen Präsidenten beeinflussen. Während seine Anhänger weiterhin seine politischen Erfolge preisen, sehen viele Kritiker in seiner Verurteilung einen längst überfälligen Schritt zur Rechenschaftspflicht für seine Handlungen im Amt. Die politische Landschaft Brasiliens bleibt auch nach Bolsonaros Amtszeit angespannt. Während die neue Regierung unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verspricht, demokratische Werte zu verteidigen und die Rechte von Minderheiten inklusive LGBTIQ+ zu schützen, bleibt die Frage, wie lange die Spaltung der Gesellschaft noch andauern wird, offen.

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