Attacke auf Netflix US-Senat kritisiert queere Inhalte beim Streamingdienst
Netflix-Chef Ted Sarandos geriet Mitte der Woche in die Schlagzeilen, als er vor einem Unterausschuss des US-Senats zu der geplanten Übernahme von Warner Bros Discovery Stellung nahm. Doch neben den üblichen Fusionsbedenken richtete sich ein großer Teil der Anhörung überraschenderweise auf den Vorwurf, dass Netflix mit seinem Content zu „woke“ sei, insbesondere bei Inhalten, die trans* und queere Charaktere umfassen.
Zu „woke“ Inhalte bei Netflix?
Sarandos wurde von den Republikanern zu den aktuellen Programmen des Unternehmens befragt, die immer wieder wegen ihres vermeintlich progressiven oder politischen Inhalts in der Kritik stehen. Senator Eric Schmitt fragte, warum man Netflix einen solchen Deal überhaupt genehmigen sollte, wenn das Unternehmen „nicht nur ein Monopol für Inhalte schafft, sondern auch die meisten ‘woken’ Inhalte in der Geschichte der Welt produziert.“
Im Mittelpunkt der Anhörung standen auch Netflix' Inhalte für Kinder. Senator Josh Hawley warf dem Streamingdienst vor, „fast die Hälfte“ der Inhalte für minderjährige Kinder fördere eine „trans* Ideologie Agenda“. Sarandos wies diese Behauptung zurück und erklärte, Netflix habe keine politische Agenda. Besondere Erwähnung fand der französische Film „Cuties“, der aufgrund seiner Thematik – der Sexualisierung junger Mädchen – kontrovers diskutiert wurde. Sarandos verteidigte auch diesen Film, der als Kommentar zur sexualisierten Darstellung von Mädchen gedacht sei und lediglich für ein reiferes Publikum vorgesehen wäre.
Voreingenommenheit bei Netflix?
Auch die politischen Spenden von Netflix-Mitarbeitern, die überwiegend demokratisch orientiert sind, wurden thematisiert, was von republikanischen Gesetzgebern als weiterer Beleg für eine ideologische Voreingenommenheit des Unternehmens gewertet wurde.
Unterdessen traf sich David Ellison, Geschäftsführer von Paramount Skydance und ebenso interessiert Warner Bros Discovery, privat mit den Gesetzgebern. Einige Republikaner sehen in der Nähe seines Unternehmens zu Präsident Trump eine Möglichkeit, Bedenken hinsichtlich des Inhalts zu entschärfen, während Demokraten weiterhin auf die Frage drängen, wie fair eine solche Transaktion unter der Trump-Administration überprüft werden könnte. Sarandos gestand, dass er kurz vor der Bekanntgabe des Deals mit Trump gesprochen hatte, jedoch ohne, dass der Deal Hauptthema war.