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Antisemitismus-Sorge Roma Pride schließt Keshet Italia vom Wagen aus

Von mr - 01.06.2026 - 20:30 Uhr
Roma Pride schließt Keshet Italia vom Wagen aus
Foto: © IMAGO / ZUMA Press Wire
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Die jüdische LGBTIQ+-Vereinigung, Keshet Italia, wurde vom Roma Pride mit einem eigenen Wagen für die Parade am 20. Juni ausgeschlossen. Der Grund ist politischer Natur: Keshet akzeptierte die Formulierung im Pride-Manifest nicht, die die Handlungen des Staates Israel im Gazastreifen als „andauernden Völkermord“ bezeichnet. Die Organisatoren stellten klar, dass die Teilnahme mit einem eigenen Wagen die vollständige Zustimmung zum politischen Dokument voraussetzt.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Manifest des Roma Pride 2026 verurteilt den „andauernden Völkermord in Gaza durch den Staat Israel“ und verlangt für die Teilnahme mit einem eigenen Wagen die uneingeschränkte Zustimmung zu diesem Text.
  • Keshet Italia berichtete von antisemitischen Beschimpfungen („Mörder“, „Terroristen“), denen die Organisation schon während des Pride 2025 ausgesetzt gewesen sei, sowie vom Ausbleiben einer öffentlichen Verurteilung durch den Roma Pride.
  • Die Unione delle Comunità Ebraiche Italiane (die Vereinigung der Jüdischen Gemeinden in Italien) bezeichnete die Entscheidung als einen gefährlichen „Ideologietest“.
  •  

Politisches Kriterium für den Wagen

Nach einem Treffen mit Keshet Italia und Keshet Europe kamen die Organisatoren des Roma Pride zu dem Schluss, dass die Voraussetzungen für eine Teilnahme mit eigenem Wagen nicht gegeben seien. Das politische Manifest werde als „Kompass“ der Veranstaltung betrachtet; wer dessen Inhalte nicht vollständig teile, könne kein politisch-organisatorisches Fahrzeug im Umzug stellen.

Keshet: Antisemitismus unter politischem Vorwand

Keshet Italia bezeichnete den Ausschluss als „beispiellosen Akt“ und warf dem Pride vor, Antisemitismus hinter einer politischen Stellungnahme zu verbergen. Die Organisation betonte, dass eine queere jüdische Identität keinen Staat repräsentiere und daher keine Grundlage für Diskriminierung sein dürfe.

Institutionelle und europäische Reaktionen

Die Angelegenheit hat mittlerweile internationale Aufmerksamkeit erlangt. Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission für die Bekämpfung von Antisemitismus, griff das Thema auf und verwies auf die Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Auch die UNAR erklärte, von dem Fall Kenntnis zu haben und gemeinsam mit den zuständigen Behörden Untersuchungen durchzuführen.

Die symbolische Bedeutung des Wagens

Im Kontext von Pride-Veranstaltungen ist ein Wagen weit mehr als ein logistisches Element: Er steht für Sichtbarkeit, Sicherheit und kollektive Repräsentation. Der Ausschluss von Keshet auf diese Weise hat daher erhebliche politische und symbolische Auswirkungen auf den inklusiven Anspruch der Veranstaltung.

Mögliche weitere Entwicklungen

Die Parade soll wie geplant am 20. Juni stattfinden. Das Ausbleiben einer Einigung zwischen den Beteiligten erhöht jedoch das Risiko einer sichtbaren Spaltung innerhalb des Umzugs. Mit jedem Tag ohne Dialog wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Konflikt in einer öffentlichen Auseinandersetzung manifestiert.

Die entscheidende Frage bleibt somit das Wochenende des 20. Juni: Ob Gespräche zwischen Roma Pride, Keshet, den städtischen Behörden und den jüdischen Gemeinden eine gemeinsame Sprache und Verständigung ermöglichen werden – oder ob die bisher wohl meistbesuchte Ausgabe der Veranstaltung von einer deutlich sichtbaren politischen und symbolischen Spaltung geprägt sein wird.

 

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