Altern in Würde Erste LGBTI*-Altersresidenz in Großbritannien
Vergangene Woche durchtrennte Londons Bürgermeister Sadiq Khan das Regenbogenband zur Eröffnung von Großbritanniens erster Altersresidenz für queere Personen. Er nutzte den Moment, um die Öffentlichkeit dazu anzuhalten, von älteren LGBTI*-Personen zu lernen – sie sollten nicht nur toleriert, sondern aktiv gefeiert werden als Zeug*innen der „lebendige Geschichte“.
Wohnen in der Community
Die Altersresidenz Tonic@Bankhouse im Londoner Stadtteil Lambeth besteht aus 19 Wohnungen. Für das Projekt nahm die gemeinnützige Organisation Tonic einen Kredit über 5,7 Millionen britische Pfund (ca. 6,68 Millionen Euro) auf. Nicht zuletzt soll die Einrichtung der Einsamkeit und der Isolation entgegenwirken, mit der viele LGBTI*-Senior*innen kämpfen. Außerdem soll sie LGBTI*-Feindlichkeiten durch Pflegekräfte verhindern. Diese hatte der Partner von Tonic-Aufsichtsratmitglied Geoff Pine am eigenen Leib erfahren, als er aufgrund eines angeborenen Herzfehlers pflegebedürftig wurde: Die Pflegekräfte beteten jeden Morgen für seine „verdorbene Seele“.
Das erste Haus von vielen
Es gebe zu viele solcher Geschichten, so Bürgermeister Khan gegenüber PinkNews. Daher seien LGBTI*-Residenzen so wichtig. Er hofft darauf, dass dieses Haus nur das erste von vielen ist. Eine Bewohnerin habe Khan erzählt, dass sie einen Geschichtsclub gründen wolle, um ihre gelebte Geschichte weiterzugeben. Das findet er gut: Wer die Community unterstütze, müsse zuerst verstehen, welchen Herausforderungen sie sich tagtäglich gegenüber sieht.