Aktion des Verfassungsschutzes Homosexuelle Bewerber sollen offen mit Sexualität umgehen
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat auf seinem offiziellen Instagram-Kanal zur Personalgewinnung mit einem bisher eher ungewöhnlichen Post viel Aufmerksamkeit ausgelöst. In dem Beitrag berichten mehrere Beschäftigte der Behörde über persönliche Erfahrungen im Arbeitsalltag und werben für mehr Offenheit im Bewerbungsprozess. Dabei spricht die Behörde explizit auch homosexuelle Menschen an.
Das Wichtigste im Überblick
- Verfassungsschutz wirbt auf Instagram mit Offenheit gegenüber Vielfalt
- Mitarbeiter sprechen über Erfahrungen mit Homosexualität, Behinderung und Herkunft
- Bewerber sollen persönliche Aspekte „offen und ehrlich“ ansprechen
- Behörde verweist auf Unterstützungsmöglichkeiten im Bewerbungsprozess
Homosexualität? Kein Problem!
Unter anderem äußert sich eine homosexuelle Mitarbeiterin zu ihren Erfahrungen innerhalb der Behörde. Bewerber sollten „ruhig offen und ehrlich mit euerer Homosexualität“ umgehen, heißt es in dem Beitrag. Weiter schreibt die Mitarbeiterin: „Unser Haus ist für alle offen! Ihr werdet hier aufgrund eurer sexuellen Orientierung keine Probleme haben.“ Auch das Thema Behinderung wird angesprochen. Bewerber sollten demnach „schon in der Bewerbung offen mit einer Behinderung“ umgehen. Zwar müsse eine Behinderung nicht zwingend erwähnt werden, dennoch werde geraten, „mit offenen Karten“ zu spielen. Wer seinen Grad der Behinderung angebe, könne während des Bewerbungsverfahrens Unterstützung erhalten, etwa durch „Schreibverlängerungen“ oder „einen Nachteilsausgleich“.
Verschiedene Perspektiven
Darüber hinaus kommt ein Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln zu Wort. Vor seiner Bewerbung habe er zunächst Bedenken gehabt, diese seien jedoch unbegründet gewesen. „Ich fühle mich nach 14 Jahren im BfV immer noch sehr wohl, und meine Herkunft ist im täglichen Umgang gar kein Thema“, erklärt er. Beschäftigte unterschiedlicher Herkunft würden dort kollegial zusammenarbeiten. In der Beschreibung des Beitrags betont die Behörde zudem die Bedeutung unterschiedlicher Lebenswege und Perspektiven. Dort heißt es: „Nicht alle starten auf dieser Welt mit den gleichen Voraussetzungen. Aber jede Perspektive macht uns stärker.“
Verteidigung von Diversität
Online in der queeren Community haben die Posts für viel positive Feedbacks gesorgt, viele Nutzer feiern die Tatsache, dass die Behörde so offen und selbstverständlich homosexuelle Menschen anspricht. Ein Hater indes beschwert sich, die Aussagen klingen eher nach einem „Awareness-Team für den CSD“. Darauf kontert der Verfassungsschutz direkt: „Diversität und Vielfalt sind uns als Verfassungsschutz ein besonderes Anliegen. Aufgrund unseres gesetzlichen Auftrags, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu schützen, wollen wir, dass auch unsere Kolleginnen und Kollegen das Deutschland von heute mit seiner Vielfalt widerspiegeln.“