Direkt zum Inhalt
Absage des Liverpool Pride
ANZEIGE

Absage des Liverpool Pride Erster großer CSD muss aufgrund fehlender Sponsorengelder gecancelt werden

ms - 11.06.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Der Liverpool Pride wird in diesem Jahr abgesagt – Schuld daran sind nach Angaben der Veranstalter massive finanzielle Probleme. Wie auch mehrere CSDs in Deutschland und weltweit hatte auch der große Pride in England mit ausbleibenden Sponsorengeldern zu kämpfen. Der Liverpool Pride ist nun das erste große CSD-Event, das deswegen direkt abgesagt werden muss. Die Befürchtungen sind groß, dass weitere folgen könnten – auch in Deutschland. 

Zu große Herausforderungen 

Nach bisherigen Informationen finden zwar in der Bundesrepublik trotz fehlender Einnahmen im fünf- bis sechsstelligen Bereich alle großen CSDs in diesem Sommer statt, langfristig könnten aber auch die Big-Player in Deutschland gefährdet sein. Der Pride in Liverpool gehörte zu den größten LGBTIQ+-Events in England. Die veranstaltende LCR Pride Foundation betonte im Rahmen der Absage des Prides, der für Ende Juli geplant war, dass man vor „erheblichen Herausforderungen“ gestanden habe.  

Nachdem finanzielle Zuwendungen ausgeblieben waren in diesem Jahr, habe man anfangs mit einem vollständig ehrenamtlichen Team versucht, den CSD trotzdem durchzuführen – steigende, anderweitige Kosten sowie auch strukturelle Veränderungen haben diesem Plan schlussendlich allerdings doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zudem fehlte schlicht auch das Geld, um ein sinnvolles Sicherheitskonzept für die CSD-Teilnehmer gewährleisten zu können.

Schock in der Community 

„Wir sind zutiefst traurig, dass wir in diesem Jahr nicht gemeinsam marschieren können. Gerade in einer Zeit, in der Solidarität, Protest und eine gemeinsame Feier so wichtig wären, fällt uns diese Entscheidung besonders schwer. Unsere kleine Organisation hat bis Ende Mai intensiv mit Partnern und Sponsoren zusammengearbeitet, um das Event doch noch zu retten. Doch trotz aller Bemühungen war es nicht mehr realisierbar“, so der Vorstand des Vereins. 

Ob es im nächsten Jahr wieder einen Pride geben wird, ist aktuell offen, es laufen erste Gespräche mit der Stadt Liverpool. Die Community zeigt sich derweil am Boden zerstört, wie die Preisträgerin des Liverpool Pride Performer of the Year, Drag-Queen Miss Grace, gegenüber ITV betonte: „Wir sind alle am Boden zerstört. Viele in der Community fühlen sich im Stich gelassen. Gerade junge Menschen, die Orientierung suchen, verlieren damit eine wichtige Plattform.“ 

Kritik am Orga-Team 

Kritik kommt online allerdings auch an der LCR Pride Foundation selbst auf – diese hatte sich erst im Mai dieses Jahres vom bisherigen Hauptsponsor Barclays getrennt. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs in Großbritannien hatte die Bank beschlossen, trans* Frauen die Benutzung von Frauentoiletten künftig zu untersagen. Einstimmig beschloss daraufhin der Vorstand des Pride-Vereins, Barclays als Sponsor auszuschließen, weil das Unternehmen damit nicht mehr mit den Werten der Pride Foundation übereinstimme. Mit dieser Handlung verletze die Bank die Menschenrechte und ermutige transphobe Ansichten, so LCR Pride Anfang Mai.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Alarm bei Aids-Konferenz

Kampf gegen HIV stockt

UNAIDS warnt: Kürzungen bei weltweiten HIV-Programmen könnten den Kampf gegen Aids um Jahre zurückwerfen.
Lady Gaga hilft Community

100.000 US-Dollar für queere Jugend

Starkes Signal von Lady Gaga: Eine Spende von 100.000 US-Dollar soll die psychische Gesundheit queerer Jugendlicher in Polen stärken.
Queere Verbände erhöhen Druck

Forderungen nach CSD-Amokfahrt

Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD verlangen queere Verbände umfassende politische Maßnahmen gegen Hasskriminalität und Diskriminierung.
Streit ums Grundgesetz

Union weist Vorstoß zurück

Der Vorstoß der SPD zur Ergänzung des Diskriminierungsverbots im Grundgesetz stößt nach dem Berliner CSD-Anschlag auf scharfe Kritik aus der Union.
Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.