Trumps Umbenennung gescheitert US-Kongress stoppt Namensänderung von Kennedy Center
Mit einem unspektakulären, aber deutlichen Schritt hat der US-Kongress ein umstrittenes Vorhaben der Regierung des Präsidenten Donald Trump und seiner Ehefrau Melania gestoppt: Die geplante Umbenennung des berühmten Kennedy Center Opera House zu Ehren der früheren First Lady ist gescheitert. Im neu vorgelegten Haushaltspaket fehlen nicht nur die Gelder für das Prestigeprojekt, auch auf Seiten des Innenministeriums wird die Änderung konsequent ignoriert. Das bringt die Trumps ins politische Abseits und sorgt zugleich für Erleichterung bei Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden.
Keine Umbenennung: Politischer Widerstand in Washington
Hintergrund dieser Entscheidung ist ein „Minibus“-Haushaltsentwurf, der notgedrungen schnelle Verabschiedung finden soll, um einen erneuten Verwaltungsstillstand zu verhindern. Obwohl zahlreiche von Donald Trump forcierte Kürzungen keinen Eingang in das Gesetzespaket fanden, ließen die Kongressmitglieder bei der Namensfrage keinen Raum für Kompromisse. Die symbolische Absage an das Ehepaar Trump wird breit interpretiert als demonstrativer Schritt für politische Unabhängigkeit des Kulturbetriebs.
Gleichzeitig hatte das Gremium des Kennedy Centers erst im Dezember 2025 – unter Kontrolle von Trump-nahen Vertreterinnen und Vertretern – mehrheitlich beschlossen, das Haus umzubenennen. Künstlerische Proteste ließen nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Prominente, darunter „Wicked“-Komponist Stephen Schwartz, sagten umgehend geplante Auftritte ab.
Kunstprotest und Spott außerhalb der Politik
„Das Kennedy Center wurde gegründet, um frei und unabhängig von Ideologien Kunst und Künstlerinnen aller Nationalitäten eine Bühne zu geben. Davon ist jetzt nichts mehr übrig“, betonte Stephen Schwartz in einem öffentlichen Statement.
Auch im Netz regte sich Widerstand gegen das Projekt. Der Satiriker Toby Morton sicherte sich noch vor offizieller Umsetzung die Internetdomains „trumpkennedycenter.org“ und „trumpkennedycenter.com“, um der Umbenennung mit Ironie entgegenzutreten. Unterstützt wurde der digitale Protest von prominenten Künstlerinnen, Aktivisten und der LGBTIQ+-Community, die sich unter anderem auf Social Media klar positionierten.
Das Kennedy Center wurde 1971 als nationales Symbol für Kulturförderung sowie Versöhnung unter den politischen Lagern gegründet. Seither gilt es als Bühne für künstlerischen Dialog und gesellschaftliche Vielfalt. Die erstmalige Politisierung des Hauses mit einer Namensgebung für eine Präsidentengattin sorgte entsprechend für massive Debatten.
Auch internationale Medienberichte weisen darauf hin, dass die Affäre Teil eines größer werdenden Kulturkampfs in den Vereinigten Staaten ist. Immer mehr Institutionen geraten in den Sog parteipolitischer Auseinandersetzungen. Diese Entwicklung löst auch in Deutschland Diskussionen über die Rolle und Unabhängigkeit öffentlicher Kulturbetriebe aus.