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Zwei Jahre nach dem Skandal Armie Hammer über Missbrauchsvorwürfe und BDSM

Von co - 06.02.2023 - 19:46 Uhr
Armie Hammer über Missbrauchsvorwürfe und BDSM
Foto: © MediaPunch
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2021 überschatteten mehrere schockierende Vorwürfe die Schauspielkarriere von Armie Hammer („Call Me by Your Name“). Darunter Kannibalismus, Vergewaltigung und sexuelle Gewalt. Jetzt gab er sein seither erstes Interview.

Über die Vorwürfe

Unter dem Pseudonym „House of Effie“ bezichtigte eine Frau Hammer der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung. Er soll ihr und anderen Frauen eine Reihe von expliziten Nachrichten darüber gesendet haben, dass er „Blut trinken“ will. Effie behauptete gegenüber Vanity Fair, dass der Schauspieler Manipulationstechniken gegen sie angewandt hatte, um sie zu kontrollieren. Nachdem Hammer sie 2017 vergewaltigt habe, ließ er sie erst nicht gehen:„Ich habe versucht, wegzukommen, aber er hat mich nicht gelassen. Dann ging er weg, ohne sich um mich zu kümmern. Ich stand völlig unter Schock und konnte nicht glauben, dass jemand, den ich liebte, mir das angetan hatte.“

Paige Lorenze beschrieb ihre eigene zwei Monate währende Beziehung zu Hammer gegenüber Daily Mail als „‚50 Shades of Grey‘ ohne die Liebe“. Der Schauspieler habe sein Verlangen danach, sie zu „verspeisen“ als „normales Verhalten“ dargestellt: „Ich dachte, dass es das ist, was es war. Ich dachte, ich sei sicher. Man kann durch einvernehmlichen Sex genauso traumatisiert werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass er Frauen dazu drängt, sich von ihm verletzen zu lassen.“

Für ihn geht es um Kontrolle

Hammer bestritt die Vorwürfe immer wieder. Gab aber zu, gegenüber früheren Partnerinnen emotional missbräuchlich gewesen zu sein. In einem Interview mit James Kirchick von Air Mail erklärte er, dass sein Interesse an BDSM von einem sexuellen Missbrauch rührt, den er als Kind erfuhr: „Sexualität kam auf eine Art und Weise in mein Leben, die sich meiner Kontrolle völlig entzog. Ich war in dieser Situation machtlos.“ Das sei beängstigend gewesen. „Meine Interessen gingen dann dahin, dass ich die Kontrolle über die Situation haben wollte, sexuell.“

Er wollte alles beenden

Zum Höhepunkt der Kontroverse im Jahr 2021 gab Hammer zu, dass er an Suizid gedacht habe. Er bestritt den Vorwurf der Vergewaltigung noch immer, gab aber zu, in seinen Beziehungen „ein Arschloch“ gewesen zu sein. Dabei bestätigte er auch seine Rücksichtslosigkeit gegenüber seinen Ex-Partnerinnen Courtney Vucekovish und Lorenze: „Ich war damals ein gefragter Schauspieler.“ Die Frauen seien so glücklich gewesen, mit ihm zusammen zu sein, dass sie Dingen zustimmten, die sie normalerweise nicht gutgeheißen hätten – es sei ein „Machtungleichgewicht“ gewesen. 

In den letzten Jahren habe Hammer Schritte unternommen, um sein Verhalten gegenüber Frauen zu verbessern: „Ich bin jetzt gesünder, glücklicher, mehr im Gleichgewicht. Ich kann so für meine Kinder da sein wie niemals zuvor.“ Auch wenn er nichts an dem ändern würde, was ihm passiert ist, bedauere er, dass es keine Chance für einen Neuanfang gebe: „Sobald jemand etwas falsch macht, wird er weggeworfen. Es gibt keine Chance auf Rehabilitation.“

 

Hier gibt es Hilfe

Die Berichterstattung über Suizid ist ein überaus sensibles Thema. Wir möchten es in KEINSTER Weise glorifizieren oder romantisieren. Viele Menschen, die durch Suizid sterben, leiden an einer psychischen Erkrankung. Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst.

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de

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