Spielberg lobt „Philadelphia“ LGBTIQ+-Filme im Fokus bei der Premiere von „Disclosure Day“
Starregisseur Steven Spielberg hat den Film „Philadelphia“ aus dem Jahr 1993 als seinen Lieblingsfilm mit LGBTIQ+-Thematik bezeichnet. Das sagte der 79-Jährige bei der Premiere seines neuen Films „Disclosure Day“ in London. Zwei Schauspieler aus dem Film überraschten indes mit ihren Lieblingsproduktionen aus der Community.
Das Wichtigste im Überblick
- Steven Spielberg bezeichnet den Film „Philadelphia“ als seinen Lieblingsfilm mit LGBTIQ+-Thematik.
- Der Regisseur nennt das Drama von 1993 einen „Durchbruch“ und einen „Meilensteinfilm“.
- Tom Hanks hatte 2022 erklärt, er würde heute keine schwule Rolle mehr spielen.
- Schauspielerin Eve Hewson nennt „Heated Rivalry“ als herausragendes LGBTIQ+-Werk.
Philadelphia als Meilensteinfilm
Im Interview erklärte der Oscarpreisträger und Star-Regisseur: „Mein Lieblings-LGBT-Film? Oh mein Gott, da gibt es so viele, so viele. Obwohl Tom Hanks nicht schwul ist, fand ich, dass Philadelphia ein echter Durchbruch war.“ Der Regisseur bezeichnete das Drama über einen an AIDS erkrankten Anwalt als bedeutend und bekräftigte: „Es war ein Meilensteinfilm, den man heute wahrscheinlich nicht mehr so besetzen würde. Aber wenn er die Rolle heute spielen würde, wäre er darin genauso gut“, sagte Spielberg über Tom Hanks. In dem Film spielte auch Denzel Washington eine Hauptrolle.
Spielberg nannte außerdem den Film „The Children’s Hour“ („Infam“) aus dem Jahr 1961 als einen weiteren seiner Lieblingsfilme mit LGBTIQ+-Bezug. Das Werk mit Audrey Hepburn sei „ein großartiger Film“, betonte er eindringlich. Der Film „Infam“ erzählt von zwei Lehrerinnen, deren Leben durch das falsche Gerücht zerstört wird, sie führten eine lesbische Beziehung. Die Verleumdung führt zu sozialer Ausgrenzung, dem Niedergang ihrer Schule und einer persönlichen Tragödie. Der Film gilt als einer der ersten Hollywoodfilme, der lesbische Homosexualität offen thematisierte.
Hanks und schwule Filmrollen
Tom Hanks hatte bereits 2022 in einem Interview mit der New York Times erklärt, dass er die Rolle eines schwulen Mannes heute nicht mehr übernehmen würde: „Könnte heute ein heterosexueller Mann das tun, was ich damals in Philadelphia getan habe? Nein, und das ist auch richtig so. Die zentrale Botschaft von Philadelphia war: Habt keine Angst. Einer der Gründe, warum die Menschen vor diesem Film keine Angst hatten, war, dass ich einen schwulen Mann gespielt habe. Heute sind wir darüber hinaus. Ich glaube nicht, dass die Leute die fehlende Authentizität eines heterosexuellen Schauspielers in einer schwulen Rolle akzeptieren würden.“
Heated Rivalry und Pride
Auch die Schauspielerin Eve Hewson, die in „Disclosure Day“ mitspielt, sprach über LGBTIQ+-Inhalte. Auf die Frage, welches Werk sie einem Außerirdischen zeigen würde, um die Qualität des Filmschaffens zu demonstrieren, nannte sie „Heated Rivalry“ und sagte: „Ich habe die ganze Serie gesehen und direkt danach sofort wieder von vorne angefangen!“. Ihr Schauspielkollege Henry Lloyd-Hughes entschied sich dagegen für zwei andere Produktionen. „Ich liebe Stephen Beresfords ´Pride´. Aber wenn ich rein nach filmischer Qualität gehe, würde ich ´Moonlight´ wählen. Ich sage euch auch warum: In diesem Film gibt es viele stille Momente. Und ich habe es schließlich mit einem Außerirdischen zu tun, oder? Ich weiß nicht, welche Sprache er sprechen würde. Moonlight spricht die Sprache des Kinos.“ Der von Kritikern gefeierte Science-Fiction-Film „Disclosure Day“ mit Josh O’Connor und Emily Blunt kommt am 10. Juni 2026 in die britischen Kinos.