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Kerkeling als Bundespräsident Hape schließt Bundespräsidentenamt nicht mehr aus

Von ms - 15.06.2026 - 11:30 Uhr
Kerkeling als Bundespräsident
Foto: IMAGO / Panama Pictures
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Komiker, Autor und Moderator Hape Kerkeling (61) sieht die gesellschaftliche Debattenkultur zunehmend unter Druck. In einem Podcast anlässlich des Christopher Street Day (CSD) in Leipzig, für den er als Botschafter auftritt, sprach der 61-Jährige von einer deutlichen Verrohung im Internet. Und liebäugelt inzwischen offen mit dem Amt des Bundespräsidenten. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Hape Kerkeling beklagt eine zunehmende Verrohung der Debatten im Internet.
  • Der Entertainer spricht von einem „Stellvertreterbürgerkrieg“ in sozialen Netzwerken.
  • Nach eigenen Angaben wird er seit seiner Positionierung gegen Rechts verstärkt angefeindet.
  • Eine Online-Petition für eine Kandidatur Kerkelings als Bundespräsident hat bereits mehr als 55.000 Unterstützer gesammelt.
  • Auf die Frage nach dem höchsten Staatsamt äußerte sich der 61-Jährige jetzt erstmals konkret überraschend offen.
  • Als Botschafter mehrerer CSD-Veranstaltungen fordert Kerkeling mehr Schutz für die Rechte queerer Menschen.

Debatte um Bundespräsidentenamt

„Theoretisch wurde ich im Netz schon gelyncht für all das, was ich gesagt habe“, sagte Kerkeling jetzt. Besonders seit seiner öffentlichen Positionierung gegen Rechts habe sich die Tonlage ihm gegenüber verändert. Mit Blick auf die Diskussionen in sozialen Netzwerken erklärte er: „Da tobt wirklich ein Stellvertreterbürgerkrieg, den wir Gott sei Dank auf den Straßen noch nicht ausfechten.“ Gerade deshalb sei es wichtig, öffentlich Haltung zu zeigen und die eigene Meinung nicht zurückzuhalten.

Parallel dazu sorgt derzeit eine Online-Petition für Aufmerksamkeit, die sich für Hape Kerkeling als künftigen Bundespräsidenten ausspricht. Bis heute Mittag haben bereits mehr als 55.000 Menschen die Aktion unterstützt. Auf die Frage, ob er sich das höchste Staatsamt in Deutschland grundsätzlich zutrauen würde, antwortete Kerkeling: „Wenn ich so in die Welt schaue und mir angucke, wer in der Welt in führenden Positionen das Sagen hat, dann bin ich geneigt zu sagen: Ja, das traue ich mir zu.“ Dabei verwies er unter anderem auf die Vereinigten Staaten.

Einsatz für Vielfalt und Bürgerrechte

Kerkeling engagiert sich in diesem Jahr auch als Pate für die Christopher Street Days in Leipzig sowie im brandenburgischen Golßen. Nach seiner Auffassung geht es bei den Veranstaltungen um weit mehr als um Feiern und Straßenfeste. Der CSD sei vor allem ein Kampf um Bürgerrechte, betonte er. Diese Rechte seien aktuell erneut gefährdet. „Wir müssen deutlich sagen – alle miteinander, die Mehrheitsgesellschaft – dass wir Vielfalt wollen“, sagte Kerkeling. Vielfalt sei eine Bereicherung und stärke eine Gesellschaft, in der Menschen auf Augenhöhe miteinander leben könnten. Zugleich sprach er sich dafür aus, die Rechte queerer Menschen stärker im Grundgesetz zu verankern.

Keine Teilnahme trotz Schirmherrschaft

Trotz seiner Unterstützung wird Kerkeling nach eigenen Angaben weder beim CSD in Leipzig noch bei der Veranstaltung in Golßen persönlich anwesend sein. Als Grund nannte er Terminüberschneidungen. Grundsätzlich seien Großveranstaltungen nicht unbedingt sein bevorzugtes Umfeld. „Privat bin ich eher eine zurückhaltende Type und reiße mich gar nicht so sehr darum, im Mittelpunkt zu stehen“, sagte er. Dennoch äußerte sich der Entertainer sehr positiv über Leipzig. Die Stadt gehöre zu seinen Favoriten in Deutschland. Besonders hob er die Atmosphäre, die Weltoffenheit sowie die Freundlichkeit der Menschen hervor. Der CSD in Golßen ist für den 20. Juni geplant. In Leipzig sollen Demonstration und Straßenfest am 18. Juli stattfinden.

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