Kritik von Darryl Stephens Schwarze Hauptdarsteller in schwulen Rollen weniger erfolgreich?
Der US-Schauspieler Darryl Stephens (52) hat den gigantischen Erfolg der schwulen Hockey-Serie „Heated Rivalry“ analysiert und dabei auf die Bedeutung von Darstellung, Hautfarbe und emotionaler Intimität zwischen männlichen Figuren hingewiesen. Mit schwarzen Hauptdarstellern wäre die kanadische Serie aus Sicht von Stephens nicht so erfolgreich in den USA gewesen.
Das Wichtigste im Überblick:
- „Heated Rivalry“ gilt als aktuell erfolgreichster schwuler TV-Hit in den USA.
- Schauspieler Connor Storrie und Hudson Williams prägen die Serie als weiße und stark maskuline Hauptdarsteller.
- Darryl Stephens, bekannt aus „Noah’s Arc“, kommentiert die Bedeutung von Repräsentation, Hautfarbe und Intimität unter männlichen Charakteren.
- Laut Stephens wäre die Serie mit zwei schwarzen Männern in den Hauptrollen nicht in gleicher Form erfolgreich gewesen.
Emotionale Verletzlichkeit und Intimität
„Die Leute hungern nach männlicher Intimität auf eine Weise, die ehrlich und echt wirkt. Ich denke, die Show wäre sowieso ein Erfolg geworden, aber wie die beiden Schauspieler Connor Storrie und Hudson Williams die Promotiontour gemeistert haben, war erfrischend zu sehen. Es fühlte sich revolutionär an“, so Stephens in einem Interview mit „The Caftan Chronicles“.
Er erklärte, dass für viele anfangs unklar gewesen sei, wer der Newcomer sich im echten Leben als schwul oder heterosexuell identifiziere – das habe sinngemäß eine Tür geöffnet: „Die Tatsache, dass die beiden Schauspieler ständig in körperlicher Nähe zueinander standen, sich umarmten und küssten, wann immer sie konnten, ließ uns erkennen, dass es einen neuen Weg gibt – viele Männer hungern nach Repräsentation, die emotionale Verletzlichkeit und körperliche Zuneigung untereinander erlaubt.“
Angst in der eigenen Community
Stephens wies auch auf die Rolle der Hautfarbe hin: „Hudson ist halbasiatisch, aber weiß genug präsentierend. Diese Show hätte es nicht mit zwei asiatischen oder schwarzen Männern oder zwei Männern of Color geben können. Ich habe in der queeren Industrie lange gesehen, wie schöne schwarze Männer in Geschichten eingeführt werden und wie die schwarze Community mit Skepsis und Angst reagiert.“
Er zog Parallelen zu seiner früheren Serie „Noah’s Arc“ und erklärte weiter: „Die Hälfte der schwarzen schwulen Männer, die die Serie sahen, fühlte sich anschließend zu feminin – und weiße Zuschauer haben die Show kaum verfolgt. Der Erfolg von ´Noah’s Arc´ kam von schwarzen heterosexuellen Frauen, die danach hungerten, Männer körperlich intim und liebevoll zueinander sehen zu können.“ Stephens betonte abschließend: „Der Großteil dieses Landes ist immer noch weiß, und ich glaube nicht, dass ‚Heated Rivalry‘ in den USA so einschlagen hätte können ohne zwei weiße und besonders maskulin präsentierte Hauptcharaktere.“
Einsatz für mehr Sichtbarkeit
„Noah’s Arc“ (2005-2006) erzählte in zwei Staffeln von vier schwulen afroamerikanischen Freunden in Los Angeles, die sich mit Liebe, Karriere und Freundschaft auseinandersetzen. Die kanadisch-amerikanische Serie kombinierte Drama und Comedy und beleuchtete dabei die Herausforderungen, die schwule schwarze Männer in der Gesellschaft und der queeren Community erleben. Der offen schwule US-Schauspieler Darryl Stephens wurde durch seine Rolle als Noah in „Noah’s Arc“ bekannt, die ihm breite Anerkennung innerhalb der LGBTIQ+-Community einbrachte. Seitdem hat er in zahlreichen TV-Serien und Filmen mitgewirkt, mehrfach auch in anderen schwulen Filmen wie „Another Gay Movie“ und „Boy Culture“. Er setzt sich immer wieder aktiv für mehr Sichtbarkeit von queeren schwarzen Menschen in den USA ein.