Erste Trophäen beim Emmy 2026 RuPaul geht in diesem Jahr beinahe komplett leer aus
Die Verleihung der Emmys 2026 hat bereits vor der eigentlichen Gala für zahlreiche besondere Momente gesorgt. Der wichtigste US-Fernsehpreis wird in diesem Jahr an insgesamt drei Abenden vergeben. Während die große Veranstaltung am 14. September live übertragen wird, wurden an diesem Wochenende bereits die ersten Trophäen vergeben. Im Mittelpunkt der ersten beiden Abende standen vor allem Kategorien, die sich mit der Arbeit hinter den Kulissen beschäftigen, sowie Preise aus dem Reality-TV. Doch auch zahlreiche bekannte Schauspielerinnen, Schauspieler und Musiker durften sich bereits über Auszeichnungen freuen. Für einige von ihnen war es der erste Emmy ihrer Karriere.
Das Wichtigste im Überblick
- Die große Emmy-Gala findet am 14. September statt, doch bereits am letzten Wochenende wurden zahlreiche Preise vergeben.
- David Harbour, Shailene Woodley, Betty Gilpin, Octavia Spencer und Bad Bunny gehören zu den Stars, die erstmals einen Emmy gewannen.
- Die Super-Bowl-Halbzeitshow von Bad Bunny erhielt sieben Auszeichnungen – mehr als jede andere Halbzeitshow zuvor.
- RuPaul musste sich bei der Moderation erneut Alan Cumming geschlagen geben.
- Julie Andrews stellte ihren eigenen Rekord als älteste Schauspielerin mit einem Emmy für eine Performance erneut auf.
- Der verstorbene Rob Reiner wurde rund neun Monate nach seinem Tod ausgezeichnet.
- Mit dem „Legacy Award“ wurde erstmals eine neue Auszeichnung für besonders prägende Fernsehsendungen vergeben. Erster Preisträger ist „I Love Lucy“.
Stranger Things Star freut sich
Einen solchen Erfolg feierte David Harbour. Der 51-Jährige ist einem breiten Publikum insbesondere durch seine Rolle als Hopper in der Mysteryserie „Stranger Things“ bekannt. Für seine Darstellung in „DTF St. Louis“ setzte er sich in der Kategorie „Bester Nebendarsteller in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm“ unter anderem gegen Jason Bateman (57) und Nick Offerman (56) durch. Damit erhielt Harbour seinen ersten Emmy.
Auch Linda Cardellini (51) konnte einen Sieg verbuchen. Die Schauspielerin, die ebenfalls zu „DTF St. Louis“ gehört, gewann als beste Nebendarstellerin in einer Mini- oder Anthologie-Serie. Zu den Konkurrentinnen gehörten Dakota Fanning (32) und Laurie Metcalf (71). Für Cardellini war es bereits die vierte Emmy-Nominierung. In der Vergangenheit war sie unter anderem für ihre Auftritte in „Dead to Me“ und „Mad Men“ nominiert worden, ohne damals eine Trophäe mit nach Hause zu nehmen.
Woodley und weitere Schauspielerinnen feiern
Für Shailene Woodley (34) endete die zweite Emmy-Chance erfolgreicher als die erste. Nachdem sie bereits für „Big Little Lies“ nominiert gewesen war, konnte sie diesmal den Preis gewinnen. Für ihre Rolle in „Paradise“ wurde Woodley als bester weiblicher Gaststar in einer Dramaserie ausgezeichnet. Auch Betty Gilpin (40) durfte ihren ersten Emmy entgegennehmen. Sie gewann für ihre Rolle in der Comedy-Horror-Serie „Widow's Bay“ in der Kategorie „Bester weiblicher Gaststar in einer Comedyserie“. Eine weitere erstmalige Emmy-Gewinnerin ist Octavia Spencer (56). Die US-Schauspielerin wurde als Erzählerin der Produktion „Lost Women Of Alaska“ ausgezeichnet. Dabei setzte sie sich gegen prominente Namen durch. Zu ihren Konkurrenten gehörten Jodie Foster (63), Werner Herzog (84) und Sir David Attenborough (100).
Dämpfer für RuPaul
Weniger erfolgreich verlief das Wochenende dagegen für RuPaul. Seine Sendung „RuPaul's Drag Race“ war inklusive eines Ablegers insgesamt zehnmal für einen Creative Emmy nominiert. Am Ende reichte es lediglich für einen Preis: Die Produktion gewann in der Kategorie „Bestes Hairstyling für eine Varieté-, Non-Fiction- oder Reality-Sendung“. Bei der Auszeichnung für die beste Moderation einer Reality-Show musste RuPaul erneut Alan Cumming den Vortritt lassen. Der bisexuelle Brite wurde für seine Moderation von „The Traitors“ ausgezeichnet. Für Cumming war es der dritte Sieg in dieser Kategorie hintereinander. Zuvor hatte RuPaul den Preis achtmal in Folge gewonnen. „The Traitors“ kam insgesamt auf sechs Creative Emmys.
Bad Bunny und der Super-Bowl
Schon beim ersten Emmy-Abend sorgte Bad Bunny für einen besonders erfolgreichen Auftritt. Die Halbzeitshow des puerto-ricanischen Sängers, die er im Februar beim Super Bowl auf die Bühne gebracht hatte, wurde ebenso ausgezeichnet. Für Bad Bunny (32) war die Auszeichnung zugleich der erste Emmy. Er wurde sowohl als Produzent als auch als Performer geehrt. Jay-Z (56), der als Executive Producer an der Produktion beteiligt war, erhielt bereits seine dritte Emmy-Trophäe. Die gesamte Produktion kam auf sieben Preise. Damit stellte die Super-Bowl-Halbzeitshow von Bad Bunny einen neuen Rekord auf: Keine vorherige Halbzeitshow des Super Bowl hatte bislang sieben Emmys gewinnen können.
Auch Sabrina Carpenter (27) gehört zu den neuen Emmy-Gewinnerinnen. Als Produzentin und Performerin erhielt sie für ein Special der „Muppet Show“ ihren ersten Preis. Carpenter reagierte anschließend in einer Instagram-Story auf die Auszeichnung. Sie schrieb, sie sei „unglaublich stolz auf die gesamte Muppets-Crew“. Zu einem Foto mit Kermit und Miss Piggy fügte sie scherzhaft hinzu: „In die Produktion dieses Specials sind jede Menge Liebe, Freude, harte Arbeit und Diva-Zickereien geflossen.“
Zwei weitere Trophäen gab es bereits vor der eigentlichen Gala für Mariska Hargitay (62). Die Schauspielerin wird am 14. September auch durch die große Emmy-Verleihung führen. Ausgezeichnet wurde ihre Dokumentation „My Mom Jayne“, die sich mit ihrer Mutter, der Hollywoodlegende Jayne Mansfield (1933-1967), beschäftigt. Für Hargitay waren es die Emmys Nummer zwei und drei. Ihren ersten Preis hatte sie 2006 für ihre Hauptrolle in der langjährigen Serie „Law & Order: Special Victims Unit“ gewonnen.
Julie Andrews schreibt Geschichte
Für einen weiteren historischen Erfolg sorgte Julie Andrews. Die 90-jährige Schauspielerin war bei der Verleihung nicht persönlich anwesend, gewann aber wie bereits im Vorjahr für ihre Rolle als Lady Whistledown in „Bridgerton“. In der Kategorie „Beste Sprecherleistung für eine Figur“ wurde Andrews erneut ausgezeichnet. Damit bleibt sie die älteste Schauspielerin, die jemals für eine Performance einen Emmy gewonnen hat. Mit ihrer inzwischen vierten Trophäe erhöhte sie ihre eigene Altersbestmarke nochmals um ein Jahr.
Ein besonders bewegender Moment war die posthume Ehrung von Rob Reiner (1947-2025). Rund neun Monate nach seinem Tod erhielt der Schauspieler und Regisseur den Emmy als bester Gastdarsteller in einer Comedyserie für seine Rolle in „The Bear“. Auch Reiners Auszeichnung ist mit einem Rekord verbunden. Zwischen seinem zweiten und dritten Emmy als Schauspieler lagen 48 Jahre. Eine längere Zeitspanne zwischen zwei Emmy-Schauspielsiegen hatte es bislang nicht gegeben.
Erster Legacy Award vergeben
Zudem wurde außerdem eine neue Auszeichnung erstmals vergeben. Der „Legacy Award“ soll Fernsehsendungen würdigen, die das Publikum über einen besonders langen Zeitraum geprägt haben. Als erster Preisträger wurde der Sitcom-Klassiker „I Love Lucy“ ausgewählt. Die Serie wurde erstmals im Oktober 1951 ausgestrahlt und feiert damit fast 75 Jahre nach ihrem Start diese besondere Ehrung. Die eigentliche große Emmy-Gala steht unterdessen noch bevor: Am 14. September werden die wichtigsten noch ausstehenden Preise verliehen.