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Billy Porters Sexabenteuer Bottom-Training mit einem Escort

Von ms - 24.06.2026 - 15:00 Uhr
Billy Porters Sexabenteuer
Foto: IMAGO / ZUMA Press
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Schauspieler, Sänger und LGBTIQ+-Aktivist Billy Porter (56) hat in einer neuen Dokumentation ungewöhnlich persönliche Einblicke in sein Leben gegeben. In der YouTube-Reihe „Finding Fire Island“ spricht der 56-Jährige über seine frühen Erfahrungen in der schwulen Community, die Auswirkungen der AIDS-Krise und seinen Weg zu einer selbstbestimmten Sexualität.

Das Wichtigste im Überblick

  • Billy Porter spricht in einer neuen Dokumentation offen über seine frühen Erfahrungen als schwuler Mann. 
  • Der Schauspieler erinnert sich an die Bedeutung von Fire Island für die schwule Community Anfang der 1990er-Jahre. 
  • Porter berichtet, dass er einst einen Escort engagierte, um neue sexuelle Erfahrungen zu machen. 
  • Die AIDS-Krise beeinflusste nach seinen Worten das Sexualverhalten vieler schwuler Männer seiner Generation. 
  • 2021 machte Porter öffentlich, dass er seit 2007 mit HIV lebt. 
  • Nach einer schweren Sepsis im vergangenen Jahr steht der 56-Jährige inzwischen wieder auf der Bühne. 

Cruising-Kultur auf Fire Island

Die Dokumentationsreihe von Jess Rothschild beleuchtet die Geschichte von Fire Island und wurde bereits für einen GLAAD Media Award nominiert. In der Folge „Sex Before the Internet“ beschäftigen sich die Filmemacher mit der schwulen Cruising-Kultur auf Fire Island und in New York in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Porter erinnert sich dabei auch an Besuche im berüchtigten „Meat Rack“, einem Gebiet auf Fire Island, das für spontane sexuelle Begegnungen bekannt ist. „Ich habe Zeit im Meat Rack verbracht. Ich werde euch nicht mein ganzes Privatleben erzählen! Wisst ihr, ich bin ein schwuler Mann eines bestimmten Alters. Aber Ja, ich war im Meat Rack“, so Porter.

Der Künstler zog Ende 1990 nach New York, um Teil der Originalbesetzung des Musicals „Miss Saigon“ zu werden. „Ich bin Ende Dezember 1990 hierhergezogen, um in der Originalbesetzung von Miss Saigon zu spielen. Damals fuhren viele Leute aus der Broadway-Community montags dorthin, weil das ihr freier Tag war. Man fuhr am Sonntagabend los, blieb bis Dienstagnachmittag und kam dann zurück, um wieder aufzutreten.“ Besonders beeindruckt habe ihn damals die Atmosphäre auf Fire Island. „Ich erinnere mich daran, wie magisch das war. Ich war noch nie an einem Ort wie diesem. Wir sind sehr arm aufgewachsen. Ich bin nie in den Urlaub gefahren. Ich hatte noch nie einen Strand erlebt“, sagte Porter lachend.

Kontakte zu Escorts

Gleichzeitig sei er als schwarzer Mann auf Fire Island damals eine Minderheit gewesen. Heute sei die Insel deutlich vielfältiger und stärker durchmischt. Im weiteren Verlauf der Dokumentation spricht Porter über die Zeit vor Dating-Apps und sozialen Netzwerken. Damals seien Kontaktanzeigen und Telefon-Hotlines wichtige Möglichkeiten gewesen, andere Männer kennenzulernen. „Ja. Ich habe ein paar Escorts aus HX angerufen“, sagt Porter lachend über das bekannte schwule New Yorker Magazin. „Ich erzähle hier gerade wirklich sehr persönliche Dinge.“ 

Anschließend schilderte er, wie die AIDS-Krise das Verhalten vieler schwuler Männer beeinflusst habe. „Damals galt ich als Top“, so Porter. In den frühen Jahren der Epidemie hätten viele Menschen geglaubt, dass HIV vor allem Männer betreffe, die beim Sex die rezeptive Rolle einnahmen. Aus Angst hätten sich deshalb manche bewusst als Tops definiert. „‚Oh, ich bin ein Top‘ war eine häufige, von Angst geprägte Reaktion. Aber mit 30 war ich bereit, vielseitig zu sein“, erinnert sich Porter.

Wie wird man ein Bottom?

Auf der Suche nach neuen Erfahrungen habe er professionelle Hilfe in Anspruch genommen. „Und ich wusste nicht wirklich, wohin ich gehen sollte, und ich wollte einen Profi. Deshalb habe ich tatsächlich HX genutzt. Man musste die Leute am Telefon kennenlernen. Es gab Fotos, aber man musste anrufen, man musste reden. Es gab keine Textnachrichten. Man musste die Stimme hören.“ Gerade dieser persönliche Kontakt habe einen besonderen Reiz gehabt. „Das war ein Teil der Faszination – die Stimme. Aber ich musste tatsächlich einen Profi engagieren, der mir beibrachte, wie man Bottom ist“, sagte Porter lachend.

Die Aussagen des Schauspielers werfen zugleich ein Schlaglicht auf die mangelnde sexuelle Aufklärung schwuler Männer in einer Zeit, in der HIV und AIDS das Leben einer ganzen Generation überschatteten. 2021 machte Porter öffentlich, dass er HIV-positiv ist. Die Diagnose erhielt er bereits 2007. Damals sagte er dem Hollywood Reporter: „Ich gehörte zu der Generation, die es eigentlich besser hätte wissen müssen, und trotzdem ist es passiert. 2007 war das schlimmste Jahr meines Lebens.“

Jahre der Scham und des Schweigens 

Innerhalb weniger Monate seien bei ihm mehrere schwerwiegende Probleme zusammengekommen. „Im Februar wurde bei mir Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Im März unterschrieb ich die Insolvenzunterlagen. Und im Juni wurde ich HIV-positiv diagnostiziert. Die Scham dieser Zeit, kombiniert mit der Scham, die sich bereits in meinem Leben angesammelt hatte, brachte mich zum Schweigen. Und ich habe 14 Jahre lang mit dieser Scham im Stillen gelebt.“ Besonders belastend sei dabei sein religiöses Umfeld gewesen. „Dort, wo ich herkomme, aufgewachsen in der Pfingstkirche mit einer sehr religiösen Familie, galt HIV als Strafe Gottes.“

Auch gesundheitlich musste Porter zuletzt einen schweren Rückschlag verkraften. Im vergangenen Jahr schwebte er nach einer schweren Sepsis zeitweise in Lebensgefahr und wurde auf einer Intensivstation behandelt. Inzwischen hat er sich vollständig erholt und steht wieder auf der Bühne. Aktuell spielt er in einer limitierten Aufführungsserie des Musicals „Ein Käfig voller Narren“ im New York City Center die Drag-Künstlerin Albin. Die Rolle ihres Partners Georges übernimmt Wayne Brady.

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