Anfeindungen bei Gus Kenworthy Hater kritisieren Einsatz für das britische Olympia-Team
Der Freestyle-Skifahrer Gus Kenworthy (34) hat sich gegen Hass und böswillige Kritik verteidigt, weil er bei den kommenden Olympischen Winterspielen in Italien für das Team Großbritannien antritt. Der 34-Jährige berichtete, er sei dafür in den letzten Tagen unter anderem als „Verräter“ bezeichnet worden.
Hass wegen Team GB
Kenworthy besitzt die britische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er wurde im englischen Chelmsford geboren und wuchs in Telluride im US-Bundesstaat Colorado auf. Für die anstehenden Winterspiele kehrt der Olympiasieger aus dem Ruhestand zurück und wird an seinen vierten Olympischen Spielen teilnehmen. Bei den Spielen 2014 in Sotschi gewann er die Silbermedaille, 2018 in Pyeong Chang startete er für die USA. Bereits bei den Winterspielen 2022 in Peking war er allerdings für Team GB angetreten.
Im Gespräch mit dem People Magazin sagte Kenworthy jetzt, er blicke positiv auf seinen Start für das britische Team. Zugleich räumte er ein, dass er unlängst Kritik erfahren habe. „Die Leute sagen: ‚Du bist ein Verräter‘, doch so sehe ich das nicht“, erklärte er. 2014 habe er sich bewusst für die USA entschieden, weil er dort gelebt habe. „Ich hatte diese Wahl 2014, für eines der beiden Länder anzutreten, und damals war klar: ‚Ich lebe in den Staaten. Ich will für die Staaten starten‘ – und das habe ich getan. Ich habe eine Medaille gewonnen und die USA danach noch einmal bei Olympischen Spielen vertreten.“
Keine Rechenschaft gegenüber Hatern
Kenworthy betonte weiter: „Ich schulde niemandem irgendetwas.“ Der damalige Weg sei eine persönliche Entscheidung gewesen, „um es für meine Mutter zu tun“. Für die aktuellen Spiele habe er sich zudem unter erheblichem Zeitdruck befunden. „Ich bin zurückgekommen und hatte so wenig Zeit, dass ich selbst dann, wenn ich hätte wechseln wollen, dazu gar nicht in der Lage gewesen wäre.“ Der Athlet hatte erst im Mai 2025 sein Comeback angekündigt. „Es sind diese Olympischen Spiele oder gar keine. Ich werde diese Gelegenheit nie wieder bekommen“, so der Spitzensportler damals.
Zur Entscheidung gegen einen erneuten Anlauf im US-Team erklärte Kenworthy, der Konkurrenzkampf dort sei extrem. In der „harten“ Auswahlstruktur hätten nur vier Athleten eine Startchance, was dazu führe, „dass Männer, die Weltklasse sind und auf dem Podium stehen könnten, es nicht ins US-Team schaffen“. Deshalb habe er sich für einen Start für Großbritannien entschieden.
Er wies jedoch zurück, jemandem einen Startplatz weggenommen zu haben. „Ich habe niemandem einen Platz weggenommen. Dieser Platz wäre sonst gar nicht vergeben worden“, so Kenworthy. „Wenn überhaupt, fühlt es sich fast patriotischer an, weil ich einem anderen Amerikaner den Weg frei mache.“