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Groß ist leider geil Tuning für den Pillermann

rb - 18.12.2014 - 07:00 Uhr

Wenn man sich so im Tierreich umschaut, dann ziehen wir Menschen oft den Kürzeren bei der Länge des besten Stücks. Im Verhältnis zur Körpergröße bricht die Bananenschnecke alle Rekorde. Dieses bleistiftlange Weichtier aus Kalifornien fährt bei Erregung ein Fortpflanzungsorgan aus, das auf die vierfache Länge des Körpers anwachsen kann. Dies führt mitunter bei der Paarung zu Problemen: Manchmal bleibt der animalische Zebedäus nach dem Geschlechtsakt stecken. Mit beherztem Knabbern befreit sich dann das Weibchen von der Luströhre, die zur Last geworden ist. Als Zwitter pflegt das kastrierte Männchen von nun an mehr seine weibliche Seite. Bei Vögeln setzt die argentinische Ruderente Maßstäbe. Von der Schnabelspitze bis zum Bürzel misst das Federvieh vierzig Zentimeter – und genau so lang kann der Schniedel im Ernstfall werden. In absoluten Zahlen glänzt der Blauwal. Dreieinhalb Meter lang und einige Zentner schwer ist dessen Prachtstück. Milliardär Onassis ließ angeblich seine Barhocker pikanterweise mit Eichelhaut dieses Meeresbewohners beziehen.

Schon unsere Vorfahren setzten Penisgröße mit Macht und Fruchtbarkeit in Verbindung. Götter und Helden der Griechen und Römer wurden oft mit gigantischen Phalli dargestellt. Das Setzen des Mai-Baums ist bis heute ein Ausläufer dieser Verehrung des männlichen Geschlechtsorgans. Der Wunsch nach Größe wird in unserer Zeit von medialen Vorbildern geprägt. Die Stars der Pornoindustrie sind durchweg überdurchschnittlich ausgestattet. Apropos Durchschnitt: Nach einer weltweiten Studie liegen die deutschen Männer mit 14,5 Zentimeter klar im Mittelfeld. In Europa geben die Ungarn mit 16,5 Zentimetern den Ton an. Ganz hinten rangieren die Koreaner mit knapp zehn Zentimeter. Und absolute Spitze sind die Männer im Kongo mit erigierten 18 Zentimeter. Übrigens sind sich die Gelehrten noch nicht einig, wie die Penislänge im Verhältnis zu anderen Körperdimensionen steht. Nach bisherigen Erkenntnissen spricht Gardemaß nicht unbedingt für ein stattliches Glied. Russische Forscher vermelden eine auffallende Beziehung zur Schuhgröße. Deren Formel lautet: Penisgröße = (Fußlänge +5)/2. Danach ist also derjenige wohl im Vorteil, der auf großem Fuß lebt. Vielleicht spielt auch das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger eine Rolle, so koreanische Studien. Und natürlich gibt es noch die Nase des Johannes. Eine gut gefüllte Badehose jedenfalls sagt noch nicht viel über die effektive Erektionslänge aus: Der Fleischpuller ist schon klein richtig groß, der Blutpuller zeigt seine wahre Größe erst, wenn es darauf ankommt. Stark gebaut ist also relativ.

Wer sein Gemächt aus ästhetischen Gründen aufmöbeln möchte, der hat mehrere Möglichkeiten. Operativ kann das Halteband an der inneren Peniswurzel nach vorne verschoben und dort neu befestigt werden. Optisch ist danach das Glied im schlaffen Zustand wesentlich größer, steif gewinnt die Rute um zwei bis sechs Zentimeter. Kosten: mehrere Tausend Euro. Risiken bestehen wie bei allen Operationen. Allerdings kann der Erektionswinkel unter diesem Eingriff etwas leiden. Mit Verpflanzung von Eigenfett kann der Dicke auf die Sprünge geholfen werden. Nicht jeder möchte sich jedoch unter das Messer legen: Mechanisch lässt sich auch einiges bewerkstelligen. Allerlei Instrumente sind auf dem Markt, um mit Zeit und Geduld der Natur auf die Sprünge zu helfen. Streckapparate, die mit Zug und Unterdruck den Penis zur Bildung von neuen Zellen anregen, haben sich in der Praxis bewehrt. Dieses Prinzip nutzen auch Naturvölker seit Generationen: Bei manchen Stämmen in Afrika bekommen Knaben Gewichte an den Penis über Jahre angehängt und erreichen als Erwachsene dann eine Größe bis zu enormen 45 Zentimetern. Bei solchen Kalibern ist nicht immer sicher, ob die nötige Härte und Standfestigkeit für die Dauer des Aktes bestehen bleibt. Wer kein Intimgeschirr tragen möchte, kann kostenfrei auch auf reine Handarbeit umstellen. Stretching für den Pimmel – das kannten schon die alten Inder und Araber. Mit melkenden Bewegungen in alle Himmelsrichtungen dehnen traditionell viele Orientalen ihre Schwellkörper als Vorbereitung für höchste Freuden im Ehebett. „Jelq“ heißt eine Technik, bei der das halbsteife Glied mit etwas Öl gleitfähig gemacht wird. Daumen und Zeigefinger formen einen Ring, der von der Wurzel bis unterhalb der Eichel langsam hochgezogen wird. Immer abwechselnd mit beiden Händen – nicht zu feste, am besten täglich fünf bis zehn Minuten. Nach einigen Monaten sollen sich erstaunliche Ergebnisse zeigen. Mit einem warm getränkten Waschlappen vorher den „Sportler“ aufwärmen, damit es zu keinen Verletzungen kommt. Spezielle Salben und Pillen sollen auch helfen, einen Super-Dödel zu erlangen: Beide fördern die Durchblutung. Ob es was hilft – man weiß es nicht so genau.

Tatsache bleibt, dass die Penisvergrößerung ein Projekt mit einem gewissen Aufwand an Zeit, Geld und Energie ist und der Erfolg dabei individuell sehr unterschiedlich ausfällt. Allerdings muss man nach diesen Mühen den Vergleich im Duschraum vielleicht nicht mehr scheuen. Bei allem Intimtuning sollten wir natürlich auch die inneren Werte nicht ganz vergessen – und manchmal ist weniger eben mehr. Size matters - but handling does the job.

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