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Drama Lady Bird

id - 11.04.2018 - 07:00 Uhr
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Die 17-jährige Christine besteht darauf, nur noch „Lady Bird“ genannt zu werden und ist auch sonst nicht gerade einfach. Kurz vor dem Schulabschluss will die Teenagerin vor allem eins: Nur noch weg! Weg von ihrer katholischen Schule, aus der Heimatstadt Sacramento und auch weg von ihren nervenden Eltern. Christine hat auch schon eine Idee, wohin es sie führen soll. Sie will ein College an der Ostküste besuchen. Doch es gibt einen Haken: Ihre Noten sind nicht sehr vielversprechend und das nötige Geld ist auch nicht vorhanden. Ihre Mutter Marion ist von den hochtrabenden Plänen ihrer Tochter allerdings so gar nicht begeistert, denn das Geld ist trotz ihrer vielen Doppelschichten als Krankenschwester jetzt schon knapp, vor allem seit Familienvater Larry seinen Job verloren hat. Dennoch träumt Lady Bird ihren großen Traum weiter. So lange hängt sie mit ihrer besten Freundin Juli ab, verliebt sich gleich doppelt: Zum einen in den begabten Musical-Sänger Danny und zum anderen in den immer cool wirkenden Kyle.

Die beiden Hauptrollen werden von Saoirse Ronan („In meinem Himmel“) und Laurie Metcalf – bekannt aus der Fernsehserie „Roseanne“. Beide erhielten für ihre Rollen eine Oscarnominierung, für Ronan ist es im Alter von 23 Jahren bereits die dritte Oscarnominierung gewesen. Für den Oscar hat es nicht gereicht, aber den Golden Globe konnte sie für ihre Rolle als „Lady Bird“ bereits entgegen nehmen. „Lady Bird“ war bei den vergangenen Oscars insgesamt fünfmal nominiert gewesen – am Ende ist der Film unverständlicher Weise aber komplett leer ausgegangen. Immerhin ist Regisseurin Greta Gerwig eine kleine Sensation gelungen: Mit ihrem Regiedebüt konnte sie sich als durchaus ernstzunehmende Filmemacherin in Hollywood positionieren, die in ihren Geschichten das Erleben von Frauen in den Vordergrund stellt, zumal bei den Oscars Frauen als Regisseurinnen eher selten nominiert werden.

In weiteren Rollen sind u.a. Tracy Letts („Homeland“), Shooting-Star Timothée Chalamet – selber nominiert für einen Oscar für seine Rolle in „Call Me By Your Name“ – und Lucas Hedges („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) zu sehen.

Doch man sollte auch noch einmal Regisseurin und Drebuchautorin Greta Gerwig genauer betrachten. Wenn man den Gerüchten Glauben mag, soll ihr erster Drehbuchentwurf rund 350 Seiten umfasst haben. Das wäre ein Film von knapp sechs Stunden geworden. Gut, dass sie sich am Ende auf die vermeintlich wichtigen Fragen im Leben einer Teenagerin konzentriert hat, angefangen beim Vortrag gegen Abtreibungen in der Schule, über die Frage des passenden Abschlussballkleides, bis hin zu der Auflehnung gegen die eigene Mutter.

„Lady Bird“ ist eine bemerkenswerte Verfilmung auch wenn der Plot aufmüpfige Tochter vs. genervte Mutter erst einmal ausgesprochen belanglos und schon fast ausgelutscht klingt. Eine ausgesprochen sehenswerte „Coming-of-Age“-Verfilmung, wie es sie in letzter Zeit nicht allzu oft gab.

im Kino ab 19. April

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