Nach Hit "Die Odyssee" Elliot Page: Trotz Kinoerfolg keine Rollenangebote
Nach dem internationalen Kinoerfolg von „Die Odyssee“ wartet der kanadische trans' Schauspieler Elliot Page Stand weiter auf neue Rollenangebote. Trotz seiner umjubelten Darstellung im historischen Epos erklärte Page im US Podcast „On Film With Kevin McCarthy“, dass ihn bislang kein neues Filmprojekt erreicht habe. Das Ausbleiben von Engagements wirft ein scharfes Schlaglicht auf die aktuelle Lage trans* Schauspielenden im Mainstream-Kino.
Das Wichtigste im Überblick
- Elliot Page glänzte 2026 in „Die Odyssee“ als junger Soldat Sinon.
- Laut eigenen Angaben erhielt Page trotz des Erfolgs keine neuen Filmangebote.
- Page verweist auf gesellschaftspolitische Hindernisse für trans* Schauspielende.
- Die Besetzung von Page sorgte in konservativen Kreisen für Kritik.
- Eine „historisch akkurate“ Alternative der "Odyssee" wird unterdessen von Elon Musk angekündigt.
Nach Blockbusterrollen trotzdem Leerstelle im Drehbuch
Die Filmwelt liebt Geschichten von Außenseitern, doch im Fall Elliot Page erlebt das Publikum ein bitteres Drama abseits der Leinwand. Wer Pages energische Darstellung in „Die Odyssee“ gesehen hat, spürt, wie viel Gestaltungswillen und Charisma er als Schauspieler einbringt. Gerade deshalb wirkt es wie ein düsteres ironisches Drehbuch, dass die erhoffte Flut an Angeboten nach der Premiere ausgeblieben ist. Während der Podcastaufnahme mit Kevin McCarthy, zuletzt veröffentlicht am 2. September, kommentierte Page den scheinbar leeren Posteingang mit einem Augenzwinkern und wies darauf hin, dass Castingprozesse für ihn gerade „ein bisschen schwierig“ seien.
Politisches Klima spiegelt sich in der Filmbranche
Dieses Zögern der Branche hat laut Page eindeutige gesellschaftliche Gründe. Die politischen Debatten in den Vereinigten Staaten, insbesondere unter der Trump-Bewegung, hätten das Klima für trans* Menschen verschärft. Page sieht in der Abwehr und wiederholten Instrumentalisierung von trans* Identitäten durch prominente politische Akteure einen maßgeblichen Grund für seine aktuelle Situation. Selbst die Besetzung seiner ikonischen Rolle in „Die Odyssee“ wurde öffentlich debattiert. Konservative Kommentatorinnen und Kommentatoren sowie Persönlichkeiten der US Tech Szene, darunter Elon Musk, verneinten die Diversität der internationalen Besetzung. Musk kündigte stattdessen eine vermeintlich „authentische“ Neuverfilmung mithilfe künstlicher Intelligenz an.
„Die Odyssee“ als Spiegel und Prüfstein
Künstlerisch betrachtet, markiert „Die Odyssee“ einen Durchbruch, der die klassischen Genresprengungen der letzten Jahre gekonnt weiterdenkt. Für Page, der sein Coming out als trans* Mann 2020 erklärte, bedeutete der Dreh eine Katharsis und einen Abschluss eines langen Kapitels. Die Tatsache, dass selbst ein filmisches Großereignis wie dieses keine langfristigen Türen öffnet, legt jedoch offen, wie langsam sich Teile der Branche bewegen. Als Zuschauerin oder Zuschauer bleibt einem der Nachgeschmack, dass großes Talent zwar Szenen stehlen, aber offenbar in Machtstrukturen trotzdem an unsichtbaren Hürden scheitern kann.
Konkrete nächste Schritte bei Page sind nach eigenen Aussagen derzeit nicht in Sicht. Für Filmfans und queere Community stellt sich damit nicht nur die Frage nach kommenden Projekten, sondern auch nach der Offenheit internationaler Filmindustrien gegenüber Diversität und identitätspolitischen Herausforderungen.