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Kevin Spacey Prozess
Foto: IMAGO / ZUMA Wire
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Kevin Spacey Prozess Große Überraschung während finalem Prozess!

ms - 18.07.2023 - 11:30 Uhr
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Der gestrige Prozesstag in London sorgte mit einem Paukenschlag für eine große Überraschung – Superstar Elton John und sein Ehemann David Furnish sagten zugunsten des aktuell angeklagten Hollywood-Schauspielers Kevin Spacey aus. Dieser beteuert nach wie vor seine Unschuld, während die Staatsanwaltschaft ihm sexuelle Übergriffe während seiner Zeit am Londoner Old-Vic-Theater vorwirft.

Sexueller Angriff „wie eine Kobra“?

Es ist der letzte laufende Prozess gegen den zweifachen Oscar-Preisträger, alle anderen Anschuldigungen gegen ihn konnte Spacey ausräumen beziehungsweise endeten mit einem Freispruch. Am gestrigen Prozesstag ging es um die Aussage eines Klägers, der behauptete, Spacey habe ihn 2004 oder 2005 auf der Autofahrt zum „White Tie & Tiara Ball“ von Elton John sexuell attackiert. Der Schauspieler habe ihn „wie eine Kobra“ so heftig in den Schritt gegriffen, dass das Auto beinahe von der Straße abgekommen sei.

Elton John sagt für Spacey aus

Per Live-Videoübertragung aus Monaco erklärten Elton John und sein Ehemann nun gegenüber dem Londoner Southwark Crown Gericht, dass Spacey nur ein einziges Mal die berühmte Party des Popstars in Windsor besucht habe, dies sei bereits im Jahr 2001 gewesen – und nicht in den Jahren 2004/2005, wie der Kläger behauptete.

Furnish erklärte dabei weiter, er habe alle Fotos der Events von 2001 bis 2005 überprüft und Spacey sei nur ein einziges Mal auf den Bildern zu sehen – im Jahr 2001. Auf Rückfrage des Richters versicherten John und Furnish zudem, dass es nicht möglich sei, dass Spacey noch einmal auf dieser Party gewesen sei, ohne dabei fotografiert worden zu sein – alle prominenten Gäste werden dort abgelichtet, insbesondere ein Oscar-Preisträger wie Kevin Spacey.

Einvernehmlicher Sex mit einem Kläger

Der Kläger erklärte daraufhin, dass er sich vielleicht in der Jahreszahl geirrt habe, aber der Vorfall selbst sei so geschehen. Ein zweites Mal widerlegten John und Furnish die Aussage, denn sie konnten aufzeigen, dass Spacey bei seinem einzigen Besuch 2001 mit einem Privatjet angereist war, nicht mit einem Auto. Zudem erklärte Elton John, er könne keines der mutmaßlichen Opfer als Gäste seiner Party wiedererkennen.

Insgesamt vier Männer werfen dem Schauspieler derzeit sexuelle Übergriffe vor. Spacey selbst erklärte zu den jüngsten Anschuldigungen gestern, sie seien „reine Fantasie“. Im Kreuzverhör vergangene Woche hatte Spacey zudem erneut bestritten, dass er sexuell übergriffig gewesen sein. Mit einem Mann sei es zu „romantischen Berührungen“ gekommen, mit einem anderen Mann habe er Sex gehabt – in beiden Fällen geschah dies laut Spacey einvernehmlich und mit dem ausdrücklichen Wunsch der Männer.

Ist Spaceys Ruf für immer zerstört?

Vor dem Prozess in London hatte sich Spacey noch hoffnungsvoll gezeigt, bei einem Freispruch wieder als Schauspieler arbeiten zu können, vor Gericht selbst allerdings erklärte er inzwischen, er befürchte, dass sein Ruf nie wieder hergestellt werden könne: „Ich verlor meinen Job, ich verlor meinen Ruf, ich verlor alles in nur wenigen Tagen. Noch bevor eine einzige Frage gestellt wurde.“

Die anklagende Staatsanwältin Christine Agnew hatte den beliebten Schauspieler („American Beauty“, „House of Cards“) im Eröffnungsplädoyer als „sexuellen Tyrannen“ bezeichnet, dem es Spaß gemacht habe, wenn andere sich hilflos oder unwohl fühlten. Spacey beteuerte, er habe in seinem Leben „möglicherweise Zeichen falsch gedeutet“, aber niemals jemanden begrapscht. Der Prozess dauert an – sollte Spacey verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe.

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