Direkt zum Inhalt
Kritik an Italiens LGBTI*-Politik

Kritik an Italiens Gay-Politik Italien muss schwul-lesbische Eltern und ihre Kinder anerkennen, fordern die Liberalen in der EU!

ms - 21.06.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Italiens Regierung muss die Rechte von LGBTI*-Familien respektieren! Diese Kernforderung kommt jetzt von der Gruppe „Renew Europe" im Europäischen Parlament. Die politische Gruppierung vereint liberale Parteien aus dem gesamten EU-Raum, aus Deutschland sind die FDP sowie die Freien Wähler mit dabei. Das Bündnis zeigte sich jetzt entsetzt über die jüngsten Bestrebungen der italienischen Regierungen, gezielt gegen gleichgeschlechtliche Familien vorzugehen.

Geburtsurkunden mit zwei Müttern seien illegitim

Im März dieses Jahres hatte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bereits erklärt, die italienischen Städte und Gemeinden müssten ab sofort die Registrierung von Kindern mit zwei Müttern oder zwei Vätern einstellen. In Italien gibt es bis heute keine formellen Schutzbestimmungen für gleichgeschlechtliche Eltern. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften wurden zwar 2016 legalisiert, allerdings nicht der Ehe gleichgestellt – bis heute kämpfen homosexuelle Italiener dafür.

Im konkreten Fall zeigt sich die Renew Europe entsetzt über die jüngste Entscheidung der Staatsanwaltschaft Padua, die eine Änderung einer Geburtsurkunde eines Kindes eines gleichgeschlechtlichen Paares abändern lassen will, weil in dem Dokument die Namen beider Mütter als Eltern festgehalten wurden. Damit sei nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Geburtsurkunde „illegitim“. Weitere 33 homosexuelle Paare wurden inzwischen darüber informiert, dass die Staatsanwaltschaft bei der Gemeinde Unterlagen angefordert hat, um weitere Annullierungen zu erwirken.

Rechtsextremer Kreuzzug gegen Regenbogenfamilien

„Renew Europe setzt sich für die vollständige gegenseitige Anerkennung der Rechte von Regenbogenfamilien in allen Mitgliedstaaten ein. Wir möchten die Regierung von Georgia Meloni daran erinnern, dass der EuGH entschieden hat, dass die Mitgliedstaaten die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare und ihrer Kinder nach EU-Recht schützen müssen“, so die Renew in ihrer Erklärung.

Und Pierre Karleskind, Vizepräsident der interfraktionellen Arbeitsgruppe LGBTI des Europäischen Parlaments, erklärt dazu: „Die italienische Entscheidung ist ungeheuerlich, weil sie einfach darauf hinausläuft, dass einem Elternteil ein Kind aufgrund seiner Homosexualität verwaltungsmäßig entzogen wird. Wir können nicht zulassen, dass Kinder Opfer dieses verabscheuungswürdigen rechtsextremen Kreuzzuges gegen Regenbogenfamilien werden!“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Stonewall auf Rädern

Historisches Symbol unterwegs

Eine Nachbildung des legendären Stonewall Inn aus New York wird in diesem Sommer Teil der Londoner Pride-Parade sein.
Verbot ohne Schlupflöcher?

Englands Konversionstherapieverbot

Die britische Regierung hat nach acht Jahren einen ersten Gesetzentwurf vorgelegt, der Konversionstherapien umfassend verbieten soll.
Kampf den Fake News

Neue Regeln in Großbritannien

Großbritannien prüft neue Regeln, die vertrauenswürdige Nachrichtenquellen auf sozialen Plattformen stärken sollen. Eine Chance auch für LGBTIQ+?
Mutiges Forum in Afrika

Vernetzung von LGBTIQ+-Aktivisten

Angesichts zunehmender Einschränkungen für LGBTIQ+-Menschen in mehreren Ländern Afrikas soll in Benin erstmals ein Pride Social Forum stattfinden.
Fokus auf besonderes WM-Spiel

Pride-Match sorgt für Debatten

Wird das Spiel eskalieren? Das erste Pride Match einer Fußball-Weltmeisterschaft sorgt vor dem Anpfiff weiterhin für politischen Streit und Proteste.
Doppelmord erschüttert Italien

Homophobie als mögliches Motiv

Eine Mutter und ihr Sohn wurden in der Toskana von ihrem Ehemann ermordet. Das Tatmotiv scheint die Homosexualität des Sohnes gewesen zu sein.
Britische Polizei sagt Sorry

Versöhnung mit LGBTIQ+-Community

Mit einer formellen Entschuldigung für die historische Behandlung von LGBTiQ+-Menschen will die West Midlands Police Vertrauen zurückgewinnen.
Antidiskriminierungsgesetz NRW

Landesregierung reagiert auf Kritik

Nach anhaltender Kritik nimmt Nordrhein-Westfalen zentrale Änderungen an seinem geplanten Antidiskriminierungsgesetz vor.
Hitzefrei für CSDs

Absage von ersten Pride-Events

Die Hitzewelle zwingt erste CSD-Veranstaltungen zur Absage – vielerorts werden Programme und Demonstrationsrouten angepasst oder stark verkürzt.