Direkt zum Inhalt
Urteil gegen das Misgendern
ANZEIGE

Urteil gegen das Misgendern! Reichelts Medienverlag will in Berufung gehen!

ms - 15.06.2023 - 16:50 Uhr
Loading audio player...

Ex-BILD-Chef Julian Reichelt und seine Mitarbeiter des Rome Medien Verlags dürfen auf den hauseigenen digitalen Kanälen wie „Pleiteticker“ und „Achtung Reichelt“ die Trans-Aktivistin Janka Kluge nicht misgendern und als „Mann“ bezeichnen. Das Landgericht Frankfurt bestätigte offenbar in der heutigen Verhandlung die erstgefällte Entscheidung der Pressekammer, die bereits im März dieses Jahres eine einstweilige Verfügung diesbezüglich erlassen hatte.

Über die heutige Entscheidung informierten Kluge und ihr Rechtsanwalt Jasper Prigge via Twitter, offiziell soll das Urteil am 06. Juli verkündet werden. Bereits im Gerichtssaal soll wie erwartet der Rechtsanwalt von Reichelts Verlag angekündigt haben, in Berufung zu gehen.

Misgendern als Machtausübung

Kluge war vor Gericht gezogen, weil eine Autorin auf den digitalen Newsformaten von Reichelts GmbH diese als Mann bezeichnet hatte. Vor Gericht erklärte ihr Rechtsanwalt, Kluge habe einen Unterlassungsanspruch, es wurde hier absichtlich eine falsche geschlechtliche Zuordnung vorgenommen und dies stelle einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht dar. Zudem sei erkennbar, dass Kluges Identität selbst in Frage gestellt worden sei. Ferner erklärte Prigge, das Misgendern von Personen stelle zumeist eine Herabsetzung dar, die zur Machtausübung benutzt werde. Dies habe erhebliche Auswirkungen auf marginalisierte Gruppen wie die LGBTI*-Community.

Grundsatzurteil ist möglich

Final könnte es in dem Fall zu einem Grundsatzurteil kommen, der bei gleichlautender Urteilssprechung auch Befürworter des Selbstbestimmungsgesetzes stärken würde; im Gesetzesvorhaben wird ein Offenbarungsverbot festgehalten, das künftig Misgendern und Deadnaming mit einer Ordnungsstrafe von bis zu 10.000 Euro bestrafen will. Im nächsten Schritt wird der Fall vermutlich zunächst einmal vor das Oberlandesgericht Frankfurt kommen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.
Kampf für die Liebe

Lesbisches Paar in Uganda

Nach Monaten in Haft kämpft das lesbische Paar Wendy und Denise in Uganda weiter für ihre Beziehung – trotz Drohungen, Angst und Ausgrenzung.
Kanada öffnet Samenspende

Ende homophober Diskriminierungen

Kanada streicht umstrittene Regeln für Samenspenden und beseitigt damit eine weitere diskriminierende Hürde für schwule und bisexuelle Männer.
Outing im Job in Österreich

Studien zeigen große Zurückhaltung

Neue Studien zeigen: Viele LGBTIQ+-Menschen in Österreich verschweigen ihre Sexualität im Beruf aus Angst vor Diskriminierung und Benachteiligung.
Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.
Rob Jetten trifft Joe Locke

Meeting beim World Pride

Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat Heartstopper-Star Joe Locke getroffen und kündigte Millionenhilfen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit an.
Gedenkstätte nach CSD-Anschlag

Berlin schafft Ort des Erinnerns

Mit einem Gedenkbaum und einer Regenbogenbank will Berlin künftig dauerhaft an die Opfer des CSD-Anschlags vom 25. Juli erinnern.