Direkt zum Inhalt

Streit in Brandenburg Landtagspräsidentin hält an Entscheidung um AfD-Rede fest

Von ms - 17.05.2023 - 09:10 Uhr
Streit in Brandenburg
Foto: iStock / lesart777
ANZEIGE
Loading audio player...

Im Vorfeld des heutigen Tags gegen Homophobie (IDAHOBIT) gab es in Brandenburg massiv Streit – eine heutige Eskalation vor Ort ist nicht ausgeschlossen. Grund dafür ist die Tatsache, dass die AfD-Fraktion zur Gedenkveranstaltung gegen Diskriminierung im Brandenburger Landtag eine Rede halten darf. Trotz heftiger Kritik verschiedener Fraktionen verteidigte jetzt die Landtagspräsidentin das Vorgehen als demokratischen Prozess.

Eine Rede zum IDAHOBIT von der AfD?

Jedes Jahr wird am IDAHOBIT traditionell vor dem Brandenburger Landtag die Regenbogenflagge als Zeichen der Solidarität für die LGBTI*-Community gehisst. Dabei wurde bereits 2019 zwischen den einzelnen Parteien festgelegt, dass im Wechsel jedes Jahr ein Vertreter einer Fraktion sprechen darf. Nachdem inzwischen alle anderen Parteien in den letzten Jahren am IDAHOBIT reden durften, ist nun turnusmäßig die AfD an der Reihe. Die Partei möchte, dass AfD-Sprecherin Birigt Bessin, zuständig für Familie und Frauen, die Rede halten wird.

Rede sei queeren Personen nicht zuzumuten

Die Kritik wurde in den letzten Tagen immer lauter und die Frage stand im Raum, wie man einer Partei und einer Politikerin eine Bühne bieten kann, wenn diese in der Vergangenheit sich immer wieder gegen die Rechte von LGBTI*-Menschen ausgesprochen haben. Die Landeskoordinierungsstelle "Queeres Brandenburg" hatte sogar erklärt, es sei queeren Personen nicht „zuzumuten“, dass die AfD ein Podium für „Herabwürdigungen und Hetze“ bekommen soll. Für Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) ist indes klar: „Zu den Grundrechten und zum Wesenskern der Demokratie zählt auch, seine Meinung ungehindert äußern zu können. Dazu gehört es umgekehrt, andere Meinungen anzuhören, auch wenn sie vielleicht nicht der eigenen entsprechen!“

Kompromiss soll für Entspannung sorgen

SPD-Geschäftsführer Ludwig Scheetz erklärte zuletzt in der Causa, man müsse im Nachgang darüber diskutieren, wie man die aktuellen Regelungen anders gestalten beziehungsweise die Geschäftsordnung anders nutzen könne. Als kurzfristigen Kompromiss für heute steht die Idee im Raum, eine zweite Rednerin zum Aktionstag zuzulassen – angedacht ist die CDU-Abgeordnete Kristy Augustin.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Die Presse„Vor Scham im Boden versinken“: Audi-Chef Döllner erntet harsche Kritik für Auftritt bei Trump-WahlkampfSüddeutsche ZeitungNews-Überblick: Das sind die Nachrichten des TagesSüddeutsche Zeitung„Sextortion“ in München: Er wollte sich zum Sex treffen. Dann wurde er erpresstrbb24Queere Demo in Kreuzberg: Mehrere tausend Menschen fordern Schutz queeren LebensAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eine große Liebe kehrt zurück

Konkubine wieder auf der Leinwand

Chen Kaiges preisgekrönter Film über zwei Peking-Opernstars kommt restauriert ins Kino. Der deutsche Wiederaufführungstermin steht fest.
Großer Preis für Wunnicke

Ihre Romane erzählen queere Liebe

Christine Wunnicke hat den Büchner-Preis erhalten. Mit „Wachs“ und „Missouri“ erzählt sie von ungewöhnlichen Liebesgeschichten.
Boomer ist wieder da!

Erster Clip zum Wentworth-Ableger

Fünf Jahre nach dem Finale zeigt BINGE den ersten Clip zu „Wentworth: Halfway Home“. Boomer startet draußen neu – bis eine Leiche auftaucht.
BBC tilgt Pride-Pins

BBC erklärt Eingriff in Quizshow

Zwei Studierende kritisieren die BBC: Ihre Pride-Anstecker verschwanden aus „University Challenge“. Der Sender verweist auf Richtlinien.
30 Jahre Intersex-Protest

Für das Recht am eigenen Körper

Am 26. Oktober 1996 protestierten intergeschlechtliche Menschen in Boston. Drei Jahrzehnte später geht es weiter um Selbstbestimmung.
Renaissance trifft Hollywood

Verblüffende Ähnlichkeit begeistert

Fotos von „Heated Rivalry“-Star Connor Storrie erinnern verblüffend an Michelangelos David, finden zumindest viele Fans und zeigen sich begeistert.
Wer wird der nächste 007?

Elf Kandidaten im Gespräch

Die Suche nach einem neuen James Bond geht in die entscheidende Phase. Elf LGBTIQ+-Schauspielstars könnten der Agentenreihe ein neues Gesicht geben.
Streit bei Tom of Finland

Finland Gedenkhaus in Gefahr

Nach 40 Jahren droht dem Tom of Finland House in Los Angeles das Aus. Ein Streit um Geld, Kunst und die Zukunft der Stiftung eskaliert.