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Die Bibel im Unterricht Ein Penis wie ein Esel? Keine Pornografie für Bibeltreue in den USA!

Von ms - 09.05.2023 - 11:00 Uhr
Die Bibel im Unterricht
Foto: IMAGO / USA TODAY Network
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Kommentar

Früher sagte man salopp: Wenn einer spinnt, dann gibt er ein Zeichen. Sollte diese Annahme tatsächlich korrekt sein, sind die Zeichen bei Ryan Walters wohl unübersehbar. Der Mann ist nicht nur strammer Republikaner, sondern auch der Superintendant aller öffentlichen Schulen im US-Bundesstaat Oklahoma. Eine mächtige Position, gerade mit Blick auf alle Lehrer und Schüler vor Ort.

Lehrer sind Terroristen

Walters hat nun vorgeschlagen, die Bibel im Geschichtsunterricht als Tatsachenbericht zu unterrichten. Immerhin, so Walters, gründe sich die Verfassung der Vereinigten Staaten auf die Bibel, denn nur durch diese grundlegenden Prinzipien seien die USA schließlich zum „großartigsten Land in der Geschichte der Welt“ geworden. Verständlich so auch, dass Walters auf Lehrer nicht sehr gut zu sprechen ist, vor allem jene, die sich mit der US-Geschichte befassen und zumindest leise Zweifel am Wahrheitsgehalt der Bibel äußern. So bezeichnet der Superintendant die Lehrergewerkschaft auch direkt als „terroristische Organisation“, deren einziges Ziel es sei, illegal Bücher mit LGBTI*-Themen in den Unterricht zu schmuggeln.

Pornografie im Klassenzimmer

Wir wissen es natürlich längst, auf dem Rücken der Kinder lässt sich jede noch so krude These sehr gerne als Jugendschutz verkaufen. So darf Walters, einstmals auch Bildungsminister des Bundesstaates, munter in seiner Videobotschaft zudem erklären: „Echte Amerikaner wissen, dass wir unsere Kinder unterstützen müssen, indem wir ihnen ein gutes Verständnis für unsere Geschichte vermitteln!“ Die böse Biden-Regierung indes wolle die Kinder nur „indoktrinieren“, außerdem natürlich „übermäßig sexualisieren“ und Pornografie in den Klassenzimmern verbreiten. Dem stimmen auch andere republikanische Politiker im Bundesstaat inzwischen zu, selbst der Gouverneur Kevin Stitt, der sich unlängst über das staatliche Kinderfernsehen erregte, weil darin ein Zeichentrickfilm mit einer lesbischen Figur vorgekommen war.

Ein Penis wie ein Esel? Keine Pornografie, natürlich!

Die Sache mit der Pornografie ist dabei eine besonders amüsante, denn einerseits ließ der 37-jährige Walters bereits im April rund 190 Bücher mit LGBTI*-Inhalten aus allen öffentlichen Schulbibliotheken entfernen, da sie aus seiner Sicht „pornografisches Material“ verbreiten würden, andererseits lobt der Superintendant aber den Einsatz der Bibel im höchsten Maße. Walters ließ sich davon auch nicht irritieren, als die Notre Dame Universität sowie mehrere Elterngruppen offiziell erklärten, dass die Bibel nicht nur keinen maßgeblichen Geschichtstext darstelle, sondern zudem auch noch voll von Geschichten mit „Inzest, Masturbation, Bestialität, Prostitution, Genitalverstümmelung, Fellatio, Dildos, Vergewaltigung und sogar Kindermord“ sei.

Und weiter: „Das Buch enthält auch Passagen, in denen die Sklaverei unterstützt und die Ermordung von LGBTQ+-Personen sowie von Frauen, die vorehelichen Sex haben, befürwortet wird. In der Bibel gibt es auch eine Geschichte über zwei Töchter, die ihren Vater betrunken machen, um mit ihm Sex zu haben und schwanger zu werden. In der Bibel wird auch eine Frau erwähnt, die sich liebevoll an ihren Liebhaber erinnert, der ´einen Penis wie ein Esel und eine Samenflut wie ein Pferd´ hatte.“ Die Samenflut in der Bibel indes wollte Walters bis heute nicht weiter kommentieren.

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