Direkt zum Inhalt

Lebenswert dank LGBTI* Wo eine LGBTI*-Kultur gegeben ist, lebt es sich besonders gut

Von ms - 04.10.2022 - 14:00 Uhr
Neues Ranking zeigt weltweite Top-Städte auf
Foto: iStock / HagaiLeal
ANZEIGE
Loading audio player...

Im Grunde lässt es sich mit einem Satz auf den Punkt bringen: Wo eine breite und vielfältige LGBTI*-Kultur gegeben ist und homosexuelle sowie queere Menschen frei leben können, lebt es sich generell besonders gut. Die EIU (Economist Intelligence Unit) hat stets die lebenswertesten Städte weltweit im Blick und veröffentlicht regelmäßig eine Hitliste jener Städte, in der Menschen besonders gut leben können. Das Institut gilt dabei heute als eine der weltweit führenden Einrichtungen für Wirtschafts- und Unternehmensforschung, Prognosen und Analysen aus rund 200 Ländern. Auffallend am jüngsten Ranking ist dabei die Tatsache, dass die Lebensqualität für alle Menschen offensichtlich in einem direkten Zusammenhang mit der Einstellung gegenüber und der Entwicklung der LGBTI*-Community vor Ort steht.

Nach einigem Hin und Her konnte sich jetzt Wien abermals die Spitzenposition sichern, ansonsten dominieren europäische und kanadische Städte die Top-Ten, darunter Kopenhagen, Zürich, Calgary, Vancouver, Genf, Toronto und Amsterdam. Für Deutschland positionierte sich Frankfurt unter die Liste der besten Zehn. Das japanische Osaka sowie das australische Melbourne teilen sich schließlich den zehnten Platz. Dabei verzeichnen alle Städte im oberen Rankingbereich nach über zweieinhalb Jahren Pandemie auch einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Lebensqualität, was sich auf eine gezielte Förderung von Kultur, Bildung, der Gesundheitsversorgung, der Struktur und Stabilität aber auch auf positive Entwicklungen in der jeweiligen LGBTI*-Community zurückzuführen lässt. Noch ganz haben sich die Städte allerdings noch nicht von den Lockdowns und den damit verbundenen Einbußen in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens erholt, so die EIU weiter. Dramatisch zurückgefallen aufgrund des Ukraine-Krieges sind Städte wie Moskau oder St. Petersburg, Kiew selbst wurde aktuell aus der Erhebung ausgenommen.

Insgesamt gesehen steigen die Index-Werte bei der Bewertung der Städte im Durchschnitt allerdings wieder an, einzig im Bereich Stabilität gibt es Rückschritte – auch eine Folge des Ukraine-Krieges. Nebst Frankfurt zählt übrigens Hamburg zu den größten Gewinnern auf deutscher Seite in der Studie. Die Hansestadt besticht ebenso seit Jahren durch ihre vielfältige LGBTI*-Szene und feierte in diesem Jahr den größten Pride in der Geschichte Hamburgs. Kaum verwunderlich landen jene Städte mit strikten Restriktionen oder direkt homofeindlichen Gesetzen auf den letzten Plätzen, darunter Syriens Hauptstadt Damaskus, Tripolis in Libyen, Lagos in Nigeria und Algier in Algerien. Kurzum, am besten lebt es sich dort, wo LGBTI*-Menschen herzlich willkommen sind – das wussten wir natürlich schon immer. Jetzt müssen wir es nur noch so manchem Heterosexuellen erklären.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trauer um Coos Huijsen

Vorreiter der Community ist tot

Der Niederländer Coos Huijsen bekannte sich 1976 als erster Parlamentarier weltweit öffentlich zu seiner Homosexualität. Nun ist er gestorben.
Ted Cruz sorgt für Empörung

„Transgender-Hexen“ als Feindbild

US-Senator Ted Cruz macht mit einer Äußerung über „linke Transgender-Hexen“ Schlagzeilen. Hintergrund ist der Kampf um die Mehrheit im Kongress.
Asylbetrug in Ceuta?

70 Prozent nennen Homosexualität

Asylbetrug in Ceuta? Rund 70 Prozent der marokkanischen Migranten vor Ort berufen sich bei Asylanträgen auf ihre vermeintliche Homosexualität.
Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.