Türkei geht brutal gegen LGBTI* vor Mehr als 30 LGBTI*-Demonstranten in Ankara festgenommen
Einmal mehr ist die türkische Polizei mit aller Härte gegen LGBTI*-Demonstranten vorgegangen – nachdem sie erst im Juni den Pride in Istanbul mit roher Gewalt niedergeschlagen hat, erging es nun den queeren Protestierenden in der türkischen Hauptstadt Ankara sehr ähnlich. In beiden Fällen waren die Demonstrationen im Vorfeld von den türkischen Behörden aus fadenscheinigen Gründen verboten worden – trotzdem hatten sich in Ankara rund 50 Personen mit Regenbogenflaggen auf die Straßen getraut.
Bis zum zentralen Park der Stadt schaffte es die LGBTI*-Gruppe allerdings nicht, die Polizei schlug zuvor bereits auf die Menschenmenge ein, drückte einzelne Passanten brutal zu Boden und soll nach Aussagen von Augenzeugen auch dann noch weiter gegen Einzelne vorgegangen sein, als diese bereits am Boden lagen und sie anflehten, aufzuhören. Die queeren Teilnehmer wurden zudem mit Pfefferspray angegriffen. Nach Angaben von mehreren LGBTI*-Organisationen sollen mindestens 30 Menschen festgenommen und in Handschellen auf dem Rücken abgeführt worden sein. Ähnlich wie in Istanbul befanden sich unter den Inhaftierten auch mehrere Journalisten und Menschenrechtsaktivisten – allesamt wurden sie nach Feststellung der Personalien wieder freigelassen.
Die Türkei hält dabei strikt an ihrem landesweiten Kampf gegen die Rechte von LGBTI*-Menschen fest, allein in diesem Jahr wurden rund ein Dutzend weitere Pride-Veranstaltungen und Demonstrationen oftmals gewalttätig unterbunden. Die jeweiligen zuständigen Gouverneure, die der nationalen AKP-Regierung unterstellt sind, begründen diese Schritte durchwegs mit angeblichen Fragen rund um die Sicherheit. Bisheriger negativer Höhepunkt waren die Ausschreitungen beim abgesagten Pride in Istanbul, über 370 Menschen waren dabei festgenommen worden. Ebenso, nicht offiziell genehmigte Gegendemonstrationen von Islamisten und stark gläubigen Muslimen wurden dabei weder in Ankara noch anderenorts unterbunden. Die sogenannten “Verteidiger des Islams“ skandierten dabei störungsfrei und laut Botschaften wie “Keine Schwuchteln in unserem Land!“