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Nein zu 25 LGBTI*-Flüchtlingen Wurden 25 queere Männer im Stich gelassen?

Von ms - 06.05.2022 - 08:40 Uhr
Nein zu 25 LGBTI*-Flüchtlingen aus Afghanistan // © Constantinis
Foto: Nein zu 25 LGBTI*-Flüchtlingen aus Afghanistan // © Constantinis
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Großbritannien kommt in puncto LGBTI* nicht aus den Negativschlagzeilen heraus – nach homophoben Polizeiangriffen, Schikanen gegenüber Homosexuellen von Seiten mehrerer Behörden, Eklat und Scheitern bei der geplanten weltweit größten LGBTI*-Konferenz in London, einem massiven Anstieg von sexueller Gewalt gegenüber Homosexuellen und dem jüngsten Streit um ein Verbot von Konversionstherapien, erschüttert nun ein Asyl-Skandal aus dem Jahr 2017 die queere Community.

Wie erst jetzt publik wurde, hat das britische Innenministerium bereits 2017 insgesamt 25 LGBTI*-Männern aus Afghanistan Asyl verweigert, obwohl diese aufgrund ihrer Sexualität und massiven Todesdrohungen aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Nach Recherchen der Byline Times wurden alle Asylanträge abgelehnt, bisher wurde aber keiner der Männer abgeschoben. Zuvor hatte das Innenministerium seine Richtlinien dahingehend geändert, dass sie Afghanistan zu einem sicheren Ort für LGBTI*- Menschen umdefinierten. Die gängige Praxis, queeren Menschen zu erklären, dass sie in homophoben Regimen sicher wären, solange sie nicht offen leben würden, findet bisher auch in Deutschland immer wieder Anwendung und wird von Seiten queerer Verbände wie dem LSVD scharf kritisiert.

Laut Byline Times haben zwischen 2015 und 2020 insgesamt rund 10.200 Menschen in Großbritannien Asyl aufgrund ihrer Sexualität beantragt - über 6.000 von ihnen erhielten eine Absage. Erst im April diesen Jahres hatte das britische Parlament den Nationality and Borders Bill erlassen, ein Gesetz, das es Asylbewerbern erschweren soll, auf der Suche nach Sicherheit und einem neuen Leben nach Großbritannien zu kommen. Die Vereinten Nationen bezeichneten das neue Gesetz als “diskriminierend“ und erklärten zudem, dass es auch die Verpflichtung Großbritanniens zur UN-Flüchtlingskonvention von 1951 untergraben würde.

Besonders dramatisch stellt sich die Situation dabei nun bei queeren Menschen dar, die aus Staaten flüchten, in denen die Menschenrechtslage für LGBTI* ganz offensichtlich dramatisch ist. LGBTI*-Menschen sind in Afghanistan seit jeher mit Verfolgung und Gewalt konfrontiert - nach der Scharia sind alle Formen gleichgeschlechtlicher sexueller Aktivitäten illegal und werden mit dem Tod bestraft. Die Situation hat sich dabei seit der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 schlagartig und erheblich noch einmal verschlechtert, wie auch ein Bericht von Human Rights Watch von 2022 belegte – rund 50, größtenteils homosexuelle Männer hatten in dem Bericht von den massiven Gräueltaten, Vergewaltigungen, Folterungen und Morden berichtet.

Daniel Sohege ist Direktor von Stand For All, einer Interessengruppe, die mit Asylbewerbern in Großbritannien arbeitet. Er zeigte sich gegenüber Pink News erschüttert angesichts der bewussten Entscheidung seines Landes, queere Geflüchtete im Stich zu lassen: "All das zeigt, dass das Innenministerium sich nicht um die Sicherheit und das Wohlergehen von schutzbedürftigen Personen kümmert. Es ist speziell darauf ausgerichtet, so grausam wie möglich zu sein, ohne jeglichen Zweck. Sie haben das Asyl zu einem politischen Sandsack gemacht".

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