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Trans-Verbannung in Florida? Keine Gesundheitsversorgung mehr für trans-Jugendliche?

Von ms - 06.04.2022 - 16:59 Uhr
Florida: Kommt nach LGBTI*-Verbot die trans-Verbannung? // IMAGO / ZUMA Wire
Foto: Florida: Kommt nach LGBTI*-Verbot die trans-Verbannung? // IMAGO / ZUMA Wire
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Die Gesetzgeber des Bundesstaates Florida scheinen nichts unversucht zu lassen, um zur queerfeindlichsten Region der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Nachdem Gouverneur Ron DeSantis erst im März ein neues Gesetz unterzeichnete (Don´t Say Gay), das LGBTI*-Themen an Schulen verbietet, soll nun bereits ein weiteres Konzept gegen die queere Community auf dem Tisch liegen.

Der republikanische Abgeordnete Randy Fine will bis spätestens 2023 einen neuen Gesetzentwurf vorlegen, der künftig die geschlechtsangleichende Betreuung von trans-Jugendlichen unter Strafe stellen soll. Ähnliches geschieht bereits in Texas – hier wurde das Familienministerium beauftragt, gegen jene Eltern mit dem Verdacht auf „Kindesmissbrauch“ zu ermitteln, die ihren Kindern eine geschlechtsangleichende Behandlung ermöglichten. Aktuell liegt der Fall vor Gericht, ein Eilverfahren stoppte die Ermittlungen vorerst – Ausgang ungewiss.

Davon beflügelt will nun auch Florida das Leben von trans-Jugendlichen direkt und unmissverständlich angreifen. Künftig soll bereits die Medikamentenvergabe an trans-Jugendliche verboten sein. Ärzten drohen bei Zuwiderhandlung Gefängnisstrafen und der Verlust der ärztlichen Zulassung. Auf Twitter schrieb Ideengeber Fine: „Ich habe genug. In der nächsten Sitzungsperiode werde ich ein Gesetz einbringen, das es illegal macht, Minderjährigen Medikamente oder Operationen zur ´Geschlechtsangleichung´ anzubieten. Damit wird dieser Kindesmissbrauch zum Verbrechen!“

Die ersten Reaktionen von Seiten der Demokraten ließen nicht lange auf sich warten. Der schwule Abgeordnete Carlos Guillermo Smith sieht in diesem Vorhaben eine Art von Rachefeldzug gegenüber allen Menschen und Unternehmen, die LGBTI*-Personen in Florida unterstützen würden. Wörtlich sprach er von „Vergeltungsmaßnahmen“ und meinte weiter: "Diese jüngste Drohung, Eltern und Ärzte zu kriminalisieren, die lebensrettende Pflege für LGBTI*-Jugendliche leisten, sollte das Gewissen aller Einwohner Floridas schockieren!" Seine Kollegin Anna Eskamani prangerte zudem an, dass sich mit der neuen Idee wie auch zuvor bereits beim „Don´t Say Gay“-Gesetz zeige, dass LGBTI*-Jugendliche in ganzer Bandbreite angegriffen werden sollen. "Dieser neue politische Vorschlag ist gefährlich und wird bereits ausgegrenzten Kindern noch mehr schaden", so Eskamani weiter.

Der führende medizinische Fachverband American Medical Association (AMA) stellte in diesem Zusammenhang abermals klar, dass solche Eingriffe in die Gesundheitsversorgung von trans-Jugendlichen „unangemessen und schädlich“ seien, zu „tragischen gesundheitlichen Folgen, sowohl psychisch als auch physisch, führen werden“ und der gesamte Gesetzestext deswegen eine "gefährliche Einmischung in die Ausübung der Medizin“ darstelle. Verschiedene Studien der letzten Jahre (Trevor Project) ergaben, dass die Suizidrate unter minderjährigen Transsexuellen bis zu rund 60 Prozent sinke, wenn diesen Jugendlichen Zugang zu einer geschlechtsangleichenden Behandlung ermöglicht wird.

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