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Nicht-binäre Menschen anerkannt „Die Einführung eines dritten Geschlechtskennzeichens ist ein erster Schritt in Richtung einer effektiven sozialen Teilhabe!“

Von ms - 05.03.2022 - 14:00 Uhr
Kolumbien erkennt nicht-binäre Menschen an! // © jorge ivan vasquez cuartas
Foto: Kolumbien erkennt nicht-binäre Menschen an! // © jorge ivan vasquez cuartas
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Es ist ein Paukenschlag für ganz Lateinamerika - Kolumbiens höchstes Gericht hat entschieden, dass das Geschlecht von nicht-binären Menschen anerkannt werden muss. Künftig soll es eine dritte Geschlechtskennzeichnung auf allen offiziellen Ausweisdokumenten geben. Dieses bahnbrechende Urteil wird weit über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen sorgen.

Das oberste Verfassungsgericht Kolumbiens in Bogotá erklärte, die Regierung müsse es nicht-binären Menschen ermöglichen, sich für diese dritte Kategorie zu entscheiden und zwar „mit den gleichen Garantien wie diejenigen, die sich offiziell als binär identifizieren."

Im Mittelpunkt des Falles stand Dani Garcia, eine 40-jährige Person, die bei der Geburt als männlich eingestuft wurde. Im Jahr 2019 beantragte Garcia beim nationalen Register die Ausstellung eines neuen Ausweises, in dem ihr Geschlecht als "unbestimmt" aufgeführt werden sollte. Die Nationale Zivilbehörde lehnte Garcias Antrag ab. Schlussendlich landete Garcias Antrag daraufhin in mehreren Etappen vor dem obersten Verfassungsgericht, das Garcia schlussendlich Recht gab. Die Einführung eines dritten Geschlechtskennzeichens für Dokumente sei ein "erster Schritt in Richtung einer effektiven sozialen Teilhabe" für unzählige transsexuelle, nicht-binäre und geschlechtsuntypische Kolumbianer, so das Gericht in seiner Begründung.

Die Rechte für LGBTI*-Menschen in Kolumbien sind weiter entwickelt als in anderen Teilen Lateinamerikas. Bereits 2011 entschied das Verfassungsgericht von Kolumbien, dass gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf eine gleichgeschlechtliche Ehe haben. Nach einer schleppenden Umsetzung der Regierung bestätigte 2016 das Verfassungsgericht in einer weiteren Grundsatzentscheidung die sofortige landesweite Eheöffnung. Auch anderenorts werden in der Region alte Denkweisen gesprengt. Mexiko hatte zuvor bereits die erste Geburtsurkunde des Landes für einen 26-jährigen Jurastudenten ausgestellt, die ihn als nicht-binär auszeichnet.

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