Ungewollte Massen-Outings Marokkanische Influencerin entschuldigt sich
Im April rief Trans-Model und Influencerin Sofia Taloni ihre 620.000 Instagram-Follower dazu auf, sich unter falschem Namen beim schwulen Dating-Portal Grindr zu registrieren. Damit wollte sie der LGBTI*-Community eigentlich helfen. Was folgte war jedoch eine Welle von homophober Gewalt (SCHWULISSIMO berichtete).
Am Mittwoch entschuldigte sich Taloni für die Rolle, die sie bei den Massen-Outings spielte. Sie bedauere sehr, dass ihr Ratschlag dazu genutzt wurde, um schwule Männer zur Zielscheibe zu machen und nicht um sie der Gesellschaft näher zu bringen. Reuters erklärte das Model: „Meine Intention war es, homosexuelle Menschen in Marokko zu ‚humanisieren‘, ‚ent-dämonisieren‘ und ‚normalisieren‘, so dass wir sie nicht mehr als Außenseiter betrachten.“ Sie wollte einfach nur, dass man LGBTI*-Personen als „den Mann oder die Frau von nebenan“ betrachtet.
Ein schwuler Marokkaner bezeichnete Talonis Entschuldigung als „Zeichen der Reife“. Einem Sprecher der LGBTI*-Organisation Nassawiyat ging sie nicht weit genug: Taloni solle ihre Fan-Base dazu nutzen, um ein Bewusstsein für Homo- und Transsexualität zu schaffen.