Malverbot in der Türkei „Regenbögen malen macht schwul“
Auch in der Türkei schmücken sich einige öffentliche Einrichtungen und Privathaushalte jetzt mit von Kinderhand gemalten Regenbögen. Federführend bei der Idee war das Museum für Moderne Kunst in Istanbul: Am 28. März bat es die Schulkinder der Nation darum, Regenbögen zu malen und in ihre Fenster zu hängen. Die bunten Bilder sollten das „Wunder der Natur“ feiern und den Betrachtern während der Corona-Krise „Hoffnung spenden“.
Jetzt sollen türkische Volksvertreter Schulrektoren dazu aufgefordert haben, ihren Schülern das Malen von Regenbögen zu verbieten. Diese seien laut Al-Monitor nämlich in Wahrheit ein cleverer Schachzug der LGBTI*-Community, um die nachfolgenden Generationen homosexuell zu machen. Das behauptete zumindest die Lehrer-Vereinigung Egitim-Sen.
Erst letzten Monat nutzten türkische Staatsvertreter die Corona-Krise für LGBTI*-feindliche Aussagen: Religionsführer Ali Erbas behauptete, Homosexualität habe HIV hervorgebracht (SCHWULISSIMO berichtete). Sowohl Seitensprünge als auch Homosexualität verursachten „Krankheiten“ und „korrumpierten“ Generationen. Daher rief Erbas dazu auf, die Menschen von diesem „Übel“ zu beschützen.