Die Mpox-Impfung ist für Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko empfohlen – etwa bei häufig wechselnden Sexualpartnern. Für die Grundimmunisierung sind in der Regel zwei Dosen im Abstand von mindestens 28 Tagen vorgesehen. Wer die Voraussetzungen der gesetzlichen Schutzimpfungs-Richtlinie erfüllt, hat Anspruch auf Kostenübernahme. Termine bieten vor allem HIV- und infektiologische Schwerpunktpraxen an.
Der Ratgeber bündelt die am 13. Oktober 2026 geprüften Angaben von Gesundheitsbehörden, Robert Koch-Institut (RKI) und Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA). Ob eine Impfung im persönlichen Fall angezeigt ist, klärt die impfende Praxis.
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidend ist das individuelle Expositionsrisiko, nicht allein die sexuelle Orientierung.
- Imvanex ist ab zwölf Jahren zugelassen. Üblicherweise sind zwei Impfungen nötig.
- Nach engem Kontakt zu einem Mpox-Fall schnell ärztlichen Rat einholen: Eine nachträgliche Impfung kann zeitkritisch sein.
- In Berlin, Hamburg und Köln gibt es Angebote über Schwerpunktpraxen; Verfügbarkeit und Termine vorher erfragen.
Für wen ist die Impfung empfohlen?
Die STIKO empfiehlt die vorbeugende Impfung bei erhöhtem Risiko, mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Zu den Beispielen zählen Männer sowie trans und nichtbinäre Personen, die Sex mit Männern haben und häufig die Partner wechseln, außerdem Sexarbeitende. Auch gezielte Tätigkeiten mit Mpox-Viren in Laboren oder Forschung können eine Indikation begründen.
Die Schutzimpfungs-Richtlinie nennt für die Indikationsimpfung allgemein Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko, beispielsweise bei häufig wechselnden Sexualpartnern. Die Empfehlung ist damit nicht auf schwule Männer beschränkt. Eine allgemeine Impfung der gesamten Bevölkerung wird nicht empfohlen.
Wie viele Impfungen brauche ich?
Ohne frühere Pockenimpfung besteht die Grundimmunisierung ab zwölf Jahren aus zwei Dosen Imvanex im Mindestabstand von 28 Tagen. Die Impfung erfolgt unter die Haut. Wurde der Abstand überschritten, muss die Serie nicht neu begonnen werden. Bei immungesunden Menschen mit früherer Pockenimpfung reicht in der Regel eine Dosis; bei Immundefizienz sind auch nach einer früheren Pockenimpfung zwei vorgesehen. Die Praxis prüft die Vorgeschichte anhand des Impfpasses. Einzelheiten stehen in den RKI-Impf-FAQ.
Was kostet die Mpox-Impfung?
Für gesetzlich Versicherte mit entsprechender Indikation ist die Impfung eine Kassenleistung. Grundlage ist die Schutzimpfungs-Richtlinie des G-BA. Kläre beim Termin, ob direkt über die Gesundheitskarte abgerechnet wird und ob ein Rezept oder weitere Unterlagen nötig sind. Privat Versicherte sollten die Erstattung vorab mit ihrer Versicherung prüfen. Zum früheren Berliner Abrechnungsstreit berichtete SCHWULISSIMO in „Kassen zahlen Impfung wieder“.
Wo gibt es Termine?
Berlin: Das Landesamt für Gesundheit und Soziales nennt vertragsärztliche Praxen als mögliche Impfstellen. HIV-Schwerpunktpraxen sind ein naheliegender erster Kontakt. Für Menschen ohne Krankenversicherung nennt das Land unter anderem den Checkpoint BLN für dessen Zielgruppen und das Zentrum für sexuelle Gesundheit Mitte. Zugang und Termine bitte unmittelbar bei der jeweiligen Einrichtung erfragen. Den Berliner Impfappell ordnet unser Beitrag „Mpox in Berlin“ ein.
Hamburg: Die Sozialbehörde verweist für Impfungen auf infektiologische Schwerpunktpraxen und verlinkt eine Arztsuche. Auf derselben Seite finden sich Beratungsangebote zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen.
Köln: Die Stadt Köln nennt HIV-/STI-Schwerpunktpraxen sowie HIV- und Infektionsschutzambulanzen der Uniklinik als Anlaufstellen. Die örtliche Seite enthält teilweise ältere medizinische Angaben; für Impfalter und Impfschema sind die aktuellen bundesweiten Empfehlungen maßgeblich. Ein freier Termin oder vorhandener Impfstoff ist mit der Liste nicht garantiert.
Was tun nach einem Kontakt?
Warte nach engem Kontakt zu einem bekannten Mpox-Fall nicht auf einen regulären Vorsorgetermin. Kontaktiere rasch eine Arztpraxis oder das Gesundheitsamt und nenne den Zeitpunkt des Kontakts. Die STIKO empfiehlt die nachträgliche Impfung möglichst früh, innerhalb von bis zu 14 Tagen, solange keine Krankheitszeichen bestehen. Innerhalb von vier Tagen kann sie wahrscheinlich eine Infektion verhindern. Bei Symptomen ist eine ärztliche Abklärung erforderlich; die Impfung behandelt eine bestehende Erkrankung nicht. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit erläutert diese Unterschiede.
Auch Geimpfte können an Mpox erkranken. Bei verdächtigen Hautveränderungen oder Beschwerden sollte deshalb zunächst telefonisch eine Praxis kontaktiert werden. Zum geplanten Impftermin helfen Impfpass, Versicherungsnachweis und Angaben zu früheren Impfungen, Erkrankungen und Medikamenten. Frage bei der Buchung direkt nach dem zweiten Termin und den Unterlagen, die die Einrichtung benötigt.