Direkt zum Inhalt

Fernsehpreis für "Olivia" Schauspieler Hegemann mahnt zum Schutz von Minderheiten

Von ms - 10.09.2026 - 08:00 Uhr
Fernsehpreis für "Olivia"
Foto: IMAGO / Sven Simon
ANZEIGE
Loading audio player...

Der Deutsche Fernsehpreis ist in Köln in diesem Jahr von deutlichen politischen Botschaften begleitet worden. Bei der Gala wurden insgesamt 29 Auszeichnungen an Vertreterinnen und Vertreter der Fernseh- und Streamingbranche vergeben. Unter den Preisträgern waren unter anderem Entertainer Stefan Raab, Talkmaster Markus Lanz und Moderatorin Laura Wontorra. Besondere Aufmerksamkeit bekam der Film „Olivia“ über das Leben von Dragqueen Olivia Jones, die auch persönlich anwesend war.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Deutsche Fernsehpreis ist in Köln bei einer Gala in insgesamt 29 Kategorien verliehen worden.
  • Zu den ausgezeichneten Prominenten zählen unter anderem Markus Lanz, Stefan Raab und Laura Wontorra.
  • Besonderes Highlight war die Auszeichnung von „Olivia“ über das Leben der Dragqueen Olivia Jones
  • Olivia-Schauspieler Johannes Hegemann forderte angesichts von Anfeindungen den Schutz queerer Menschen und anderer Minderheiten.
  • Mehrere Preisträger verbanden ihre Dankesreden mit politischen Aussagen und warben für Demokratie und eine freie Gesellschaft.

Fernsehpreis mit politischen Botschaften

Für besondere Aufmerksamkeit sorgten die Dankesreden mehrerer Gewinner. Sie nutzten die Bühne nicht nur, um sich für ihre Auszeichnungen zu bedanken, sondern auch für Appelle für Demokratie, eine freie Gesellschaft und den Schutz von Minderheiten. Eine der politischen Stellungnahmen kam von Markus Lanz. Der 57-Jährige erhielt den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Information“ für seine gleichnamige Talkshow im ZDF. Für Lanz war es bereits die zweite Auszeichnung mit dem Fernsehpreis. In seiner Dankesrede sprach der Moderator über die gegenwärtige Stimmung in der Gesellschaft. „Ich erlebe gerade so viele Leute, die sehr unsicher sind, die teils Angst haben“, sagte der 57-Jährige. Anschließend richtete er einen Appell an die Zuschauer und Gäste: „Fürchtet euch nicht! Das, was jetzt gerade kaputtgeht, bauen wir irgendwann ganz lässig einfach wieder auf.“

Appell gegen Hass und Hetze

Auch Fabian Köster verband seine Auszeichnung mit einem politischen Statement. Der Komiker erhielt für seine Sendung „heute-show extra: Next Stop Köster“ im ZDF den Preis in der Kategorie „Beste Comedy/Late Night“. Köster rief dazu auf, angesichts der aktuellen Entwicklungen Haltung zu zeigen. „Gerade in diesen Tagen müssen wir uns das immer ins Gedächtnis rufen, müssen laut sein gegen Hass, gegen Hetze und gegen die Feinde der Demokratie, die so was abschaffen wollen“, sagte er. Seine Worte stießen im Saal auf großen Applaus.

Neben den politischen Botschaften standen bei der Gala auch zahlreiche Auszeichnungen für erfolgreiche TV-Formate und deren Macher im Mittelpunkt. Stefan Raab wurde für seine Show „Wer weiß wie wann was war?“ bei RTL geehrt. Auch Laura Wontorra durfte sich über eine Trophäe freuen. Sie gewann für ihre Tätigkeit bei „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) in der Kategorie „Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung“. Als besten Schauspieler zeichnete die Jury Tom Schilling aus. Er erhielt die Ehrung für seine Rolle in der Netflix-Serie „Achtsam Morden“. Bei den Schauspielerinnen ging die Auszeichnung an Karin Hanczewski. Sie wurde für ihre Leistung in „Call My Agent Berlin“ (Disney+) als beste Schauspielerin geehrt.

„Olivia“ gewinnt als bester Fernsehfilm

Eine der wichtigsten Auszeichnungen des Abends ging an den Mehrteiler „Olivia“ (ZDF). Das Biopic über das Leben der bekannten Dragqueen Olivia Jones wurde zum besten Fernsehfilm gekürt. Die Verantwortlichen widmeten den Preis der LGBTIQ+-Community. Hauptdarsteller Johannes Hegemann nutzte seinen Auftritt zugleich für einen Appell zugunsten einer offenen Gesellschaft und des Schutzes von Minderheiten. „Queere Menschen werden wieder zum politischen Feindbild gemacht“, sagte Hegemann in seiner Dankesrede. In Deutschland seien deshalb Sichtbarkeit und der Schutz von Minderheiten nötig.

Auch abseits der politischen Statements gab es bei der Preisverleihung Grund zum Feiern. Zu den großen Gewinnern des Abends zählte die Serie „Chabos“ von ZDFneo. Die Produktion wurde als beste Comedy-Serie ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung ging an Peter Kloeppel. Der langjährige RTL-Nachrichtenmoderator nahm den Preis für sein Lebenswerk entgegen. Kloeppel ist 67 Jahre alt. Insgesamt vergab die Jury bei der Gala in Köln 29 Preise. Mit den Auszeichnungen werden herausragende Leistungen im Fernsehen und im Streaming gewürdigt. Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 vergeben. Ziel der Auszeichnung ist es, hervorragende Leistungen im Fernsehen und im Streaming zu würdigen. Getragen wird der Deutsche Fernsehpreis von ARD, RTL, Sat.1, ZDF und der Deutschen Telekom. Als Partner sind die Streaming-Anbieter Disney+, Netflix und Prime Video beteiligt.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

hessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenBerliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“WDRComing-Out-Days: Queeres Leben auf dem LandWDRDüsseldorfer spricht über Coming-out und IdentitätAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Bond-Star am Tresen

Ein Pub mit Geist und Geschichte

Daniel Craig steigt beim Horseshoe in London ein. Drei Gastronomieprofis sind dabei – und der Bond-Star bringt eigene Pub-Erfahrung mit.
Peter Illmann blickt zurück

Nach dem Outing erleichtert

Peter Illmann wollte keine Coming-out-Schlagzeile. Rückblickend fühlte sich der Kultmoderator dennoch erleichtert – und spricht über die Hintergründe.
Michael Johnstons Kampf

„Schwule kommen in die Hölle“

Der schwule Schauspieler Michael Johnston wuchs mit der Angst vor der Hölle auf. Erst Jahre später konnte er seine Homosexualität akzeptieren.
Greg Louganis und die Liebe

Single mit 66: Und was jetzt?

Der schwule Olympiasieger Greg Louganis spricht mit 66 Jahren über die Partnersuche, feste Gewohnheiten und die Freiheit eines Lebens als Single.
Lillard und queere Außenseiter

Horrorstar macht LGBTIQ+-Fans Mut

Schauspieler Matthew Lillard hofft, dass queere Menschen in der Neuverfilmung von „Carrie“ eigene Erfahrungen wiedererkennen und daraus Kraft schöpfen
Troye Sivan zeigt neue Seiten

Neues Album heute erschienen

Troye Sivan verbindet auf seinem neuen Album „She’s the Best“ erotische Fantasien, schwule Lebensfreude und die Sehnsucht nach Liebe.
„Die Nanny“ erobert Frankfurt

Fran Drescher bei „Die Zweiflers“

Community-Liebling und „Nanny“-Star Fran Drescher übernimmt eine wichtige Rolle in der zweiten Staffel der preisgekrönten ARD-Serie „Die Zweiflers“.
Céline Dion gestürzt

Schockmoment bei Konzert

Ein Sturz, ein vergessener Songtext und Tränen: Bei Céline Dions Konzert in Paris sorgen 35.000 Fans für einen besonderen Moment.