Fernsehpreis für "Olivia" Schauspieler Hegemann mahnt zum Schutz von Minderheiten
Der Deutsche Fernsehpreis ist in Köln in diesem Jahr von deutlichen politischen Botschaften begleitet worden. Bei der Gala wurden insgesamt 29 Auszeichnungen an Vertreterinnen und Vertreter der Fernseh- und Streamingbranche vergeben. Unter den Preisträgern waren unter anderem Entertainer Stefan Raab, Talkmaster Markus Lanz und Moderatorin Laura Wontorra. Besondere Aufmerksamkeit bekam der Film „Olivia“ über das Leben von Dragqueen Olivia Jones, die auch persönlich anwesend war.
Das Wichtigste im Überblick
- Der Deutsche Fernsehpreis ist in Köln bei einer Gala in insgesamt 29 Kategorien verliehen worden.
- Zu den ausgezeichneten Prominenten zählen unter anderem Markus Lanz, Stefan Raab und Laura Wontorra.
- Besonderes Highlight war die Auszeichnung von „Olivia“ über das Leben der Dragqueen Olivia Jones
- Olivia-Schauspieler Johannes Hegemann forderte angesichts von Anfeindungen den Schutz queerer Menschen und anderer Minderheiten.
- Mehrere Preisträger verbanden ihre Dankesreden mit politischen Aussagen und warben für Demokratie und eine freie Gesellschaft.
Fernsehpreis mit politischen Botschaften
Für besondere Aufmerksamkeit sorgten die Dankesreden mehrerer Gewinner. Sie nutzten die Bühne nicht nur, um sich für ihre Auszeichnungen zu bedanken, sondern auch für Appelle für Demokratie, eine freie Gesellschaft und den Schutz von Minderheiten. Eine der politischen Stellungnahmen kam von Markus Lanz. Der 57-Jährige erhielt den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Information“ für seine gleichnamige Talkshow im ZDF. Für Lanz war es bereits die zweite Auszeichnung mit dem Fernsehpreis. In seiner Dankesrede sprach der Moderator über die gegenwärtige Stimmung in der Gesellschaft. „Ich erlebe gerade so viele Leute, die sehr unsicher sind, die teils Angst haben“, sagte der 57-Jährige. Anschließend richtete er einen Appell an die Zuschauer und Gäste: „Fürchtet euch nicht! Das, was jetzt gerade kaputtgeht, bauen wir irgendwann ganz lässig einfach wieder auf.“
Appell gegen Hass und Hetze
Auch Fabian Köster verband seine Auszeichnung mit einem politischen Statement. Der Komiker erhielt für seine Sendung „heute-show extra: Next Stop Köster“ im ZDF den Preis in der Kategorie „Beste Comedy/Late Night“. Köster rief dazu auf, angesichts der aktuellen Entwicklungen Haltung zu zeigen. „Gerade in diesen Tagen müssen wir uns das immer ins Gedächtnis rufen, müssen laut sein gegen Hass, gegen Hetze und gegen die Feinde der Demokratie, die so was abschaffen wollen“, sagte er. Seine Worte stießen im Saal auf großen Applaus.
Neben den politischen Botschaften standen bei der Gala auch zahlreiche Auszeichnungen für erfolgreiche TV-Formate und deren Macher im Mittelpunkt. Stefan Raab wurde für seine Show „Wer weiß wie wann was war?“ bei RTL geehrt. Auch Laura Wontorra durfte sich über eine Trophäe freuen. Sie gewann für ihre Tätigkeit bei „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) in der Kategorie „Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung“. Als besten Schauspieler zeichnete die Jury Tom Schilling aus. Er erhielt die Ehrung für seine Rolle in der Netflix-Serie „Achtsam Morden“. Bei den Schauspielerinnen ging die Auszeichnung an Karin Hanczewski. Sie wurde für ihre Leistung in „Call My Agent Berlin“ (Disney+) als beste Schauspielerin geehrt.
„Olivia“ gewinnt als bester Fernsehfilm
Eine der wichtigsten Auszeichnungen des Abends ging an den Mehrteiler „Olivia“ (ZDF). Das Biopic über das Leben der bekannten Dragqueen Olivia Jones wurde zum besten Fernsehfilm gekürt. Die Verantwortlichen widmeten den Preis der LGBTIQ+-Community. Hauptdarsteller Johannes Hegemann nutzte seinen Auftritt zugleich für einen Appell zugunsten einer offenen Gesellschaft und des Schutzes von Minderheiten. „Queere Menschen werden wieder zum politischen Feindbild gemacht“, sagte Hegemann in seiner Dankesrede. In Deutschland seien deshalb Sichtbarkeit und der Schutz von Minderheiten nötig.
Auch abseits der politischen Statements gab es bei der Preisverleihung Grund zum Feiern. Zu den großen Gewinnern des Abends zählte die Serie „Chabos“ von ZDFneo. Die Produktion wurde als beste Comedy-Serie ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung ging an Peter Kloeppel. Der langjährige RTL-Nachrichtenmoderator nahm den Preis für sein Lebenswerk entgegen. Kloeppel ist 67 Jahre alt. Insgesamt vergab die Jury bei der Gala in Köln 29 Preise. Mit den Auszeichnungen werden herausragende Leistungen im Fernsehen und im Streaming gewürdigt. Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 vergeben. Ziel der Auszeichnung ist es, hervorragende Leistungen im Fernsehen und im Streaming zu würdigen. Getragen wird der Deutsche Fernsehpreis von ARD, RTL, Sat.1, ZDF und der Deutschen Telekom. Als Partner sind die Streaming-Anbieter Disney+, Netflix und Prime Video beteiligt.