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International Pride Awards
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Verleihung in Amsterdam "International Pride Awards" ehren LGBTIQ+-Aktivisten

tb - 03.09.2026 - 17:30 Uhr
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Fünf Aktivistinnen und Aktivisten sowie eine Organisation sind am 5. August auf der WorldPride 2026 in Amsterdam mit den International Pride Awards ausgezeichnet worden. Die Ehrung, gemeinsam vergeben von ILGA World und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, würdigt herausragendes Engagement für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen unter teils lebensgefährlichen Bedingungen. Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen für eine widerständige Vielfalt, die über Jahrzehnte hinweg Bewegungen geprägt, neue Räume geschaffen und Generationen inspiriert hat.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die International Pride Awards wurden am 5. August 2026 in Amsterdam im Rahmen der WorldPride vergeben.
  • Geehrt wurden COC Nederland, Aggie Dennett Harmon, Mmapaseka Steve Letsike, Satendra Singh und Marcela Dimonty.
  • Die Auszeichnung würdigt langjähriges Engagement und innovative Ansätze für LGBTIQ+-Rechte weltweit.
  • Preisträgerinnen und Preisträger aus Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen erhalten zusätzlich 10.000 US Dollar zur Förderung ihrer Arbeit.

 

Auszeichnung für Pionierarbeit und gelebte Solidarität

Die niederländische Organisation COC Nederland, gegründet 1946, wurde für ihre jahrzehntelange Rolle beim Aufbau von LGBTIQ+-Bewegungen besonders in feindseligen Umgebungen ausgezeichnet. Das COC arbeitet mit mehr als 200 Partnerorganisationen in 35 Ländern zusammen und ist damit ein internationaler Knotenpunkt für Beratung, Bildung und politische Interessenvertretung. Die Würdigung stellt das jahrzehntelange Ringen um gesellschaftliche und gesetzliche Akzeptanz in den Mittelpunkt und unterstreicht den Wert von Solidarität über Grenzen hinweg.

Erstmals wurde auch Engagement im globalen Süden besonders hervorgehoben: Aggie Dennett Harmon aus Uganda, selbst trans' und Pastorin, gründete Organisationen wie die Talented Youth Community Fellowship Uganda und das Nange Healing and Harm Reduction Center. Beide bieten sichere Räume, psychosoziale Beratung und Bildungsprogramme für queere Menschen, die Verfolgung, Gewalt oder Sucht erfahren haben.

 

Politische Sichtbarkeit und medizinische Menschenrechte

Mit Mmapaseka Steve Letsike wurde erstmals eine südafrikanische Parlamentarierin ausgezeichnet, die aus der Graswurzelbewegung kommend seit 2024 im südafrikanischen Parlament sitzt. Als stellvertretende Ministerin stärkt sie die politische Beteiligung von Frauen, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen und setzt sich für die Rechte von LGBTIQ+-Personen in einem instabilen gesellschaftlichen Klima ein.

Ein wichtiges Signal setzte die Jury auch mit der Ehrung von Satendra Singh aus Indien. Der Mediziner engagiert sich als Verbündeter für die Entpathologisierung intersexueller und queerer Menschen in der medizinischen Ausbildung und Praxis. Seine Arbeit führte 2020 zu entscheidenden Empfehlungen gegen nicht notwendige Operationen an intersexuellen Kindern in Delhi und fördert heute inklusive Lehrpläne an indischen Universitäten.

 

Widerstandskraft und Erinnerungskultur in Chile

Marcela Dimonty aus Chile erhielt den Preis für das Lebenswerk. Die trans* Aktivistin engagiert sich seit den siebziger Jahren für die Sichtbarkeit und Teilhabe von LGBTIQ+-Menschen. Dimonty hat während der Militärdiktatur Gefangenschaft und Folter überlebt und setzt sich bis heute für die Erinnerung an queere Opfer diktatorischer Gewalt sowie für die Rechte älterer trans* Menschen ein.

Die nächste Vergabe der International Pride Awards ist für 2027 angekündigt. Für die LGBTIQ+-Community bleibt die Sichtbarkeit dieser Preisträgerinnen und Preisträger wichtiger denn je angesichts zunehmender Repressionen, gesellschaftlicher Polarisierung und fortwährender Angriffe weltweit.

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