Queer und glamourös Berlin: Shakespeare-Klassiker als Drag-Revue
Die Berliner Drag-Performer Andreas Köhler (Andi Buletten) und Roger Jahnke (Rottscha), bekannt als Pink Grimm, bringen ihre neue Show „Shakesqueer: God S(h)ave the Queens“ zur Premiere im Pfefferberg Theater auf die Bühne – und verleihen Shakespeare-Klassikern queer-glamouröse Frische und politisches Statement zugleich. Ob die Verbindung von ikonischen Tragödien mit Drag-Ästhetik gelingt, wird man bei der Premiere am Am 18. September 2026 sehen.
Das Wichtigste im Überblick
- Premiere: Freitag, 18. September 2026, 20 Uhr, Pfefferberg Theater, Schönhauser Allee 176, Berlin‑Prenzlauer Berg.
- Regie: Matthias Mosbach; Kostüme: Narciss & Goldfaden.
- Von Shakespeare inspiriert: unter anderem Stücke wie „Hamlet“, „Romeo und Julia“ oder „Ein Sommernachtstraum“ in queer-campiger Perspektive.
Bühnenästhetik mit Haltung
Pink Grimm, die sich selbst als "Die Dreck Queens aus Berlin" bezeichnen, transformieren Shakespeares bekannteste Tragödien in eine drag-glamouröse Performance, bei der Kostüme aus Reifrock und Rüstung sichtbar politische Inszenierung sind. Die Inszenierung spielt mit Rollenwechseln, queeren Nuancen und visueller Opulenz – mit dem Ziel, queere Sichtbarkeit künstlerisch zu verankern.
Künstlerischer Hintergrund
Die Travestie-Duo-Formation ist aus Berlins Theaterlandschaft nicht mehr wegzudenken. Beide agieren seit Jahren gemeinsam im Hexenberg-Ensemble und urbanen Märchenformaten, zuletzt mit Erfolg bei „The Sleeping Beauties“ im BKA-Theater, einer queeren Neudeutung der Grimm’schen Märchen. Regisseur Matthias Mosbach verbindet dabei Ernst-Busch-Schul-Dramatik mit spielerischer Drag-Performance.
Männerrollen und Frauenrollen
Wer die Drag-Idee nun als absurd bezeichnet, sollte vielleicht das hier wissen: Zur Shakespeare-Zeit war es im elisabethanischen England übrigens strengstens verboten, dass Frauen auf der professionellen Theaterbühne standen – dies galt als unanständig. Alle Frauenrollen wie Julia, Lady Macbeth oder Desdemona wurden ausschließlich von männlichen Jugendlichen oder jungen Männern (boy actors) gespielt, deren Stimmen noch nicht im Stimmbruch waren.
Nächstes Kapitel
Nach den Herbst-Performances im September ist eine Sondervorstellung im Dezember 2026 geplant, die als Weihnachts-Event besondere Resonanz verspricht. Für Pink Grimm bedeutet das Festivaljahr einen weiteren Schritt: Sie verlagern klassische Dramen in den queeren Kontext, schaffen damit ungewöhnliche Zugangsmöglichkeiten zur Weltliteratur, jenseits tradierter Geschlechterbilder.
Das Berliner Publikum kann gespannt sein auf ein theatrales Event, das Shakespeare neu erzählt – wild, provozierend und mit entschiedener queerer Perspektive.