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Russland zensiert Papst LGBTIQ+-Passagen aus Papst Franziskus-Buch gestrichen

Von ms - 18.08.2026 - 15:00 Uhr
Russland zensiert Papst
Foto: IMAGO / Andrea Calandra
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In Russland ist die Autobiografie des verstorbenen Papstes Franziskus offenbar in Teilen zensiert worden. In der russischsprachigen Ausgabe von „Hoffe: Die Autobiografie“ sollen zahlreiche Passagen über LGBTIQ+-Themen fehlen. Andere Textstellen wurden nach Berichten geschwärzt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die russische Ausgabe von „Hoffe: Die Autobiografie“ des verstorbenen Papstes Franziskus wurde teilweise zensiert.
  • Betroffen sind Passagen über LGBTIQ+-Menschen, Homosexualität, trans* Rechte und die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.
  • Einige Stellen sollen vollständig entfernt, andere mit schwarzen Balken unkenntlich gemacht worden sein.
  • Franziskus hatte sich unter anderem gegen die Kriminalisierung von Homosexualität ausgesprochen und Homophobie als Sünde bezeichnet.
  • Die russische Ausgabe erschien erst in diesem Jahr, während das Buch im übrigen Teil der Welt bereits 2025 veröffentlicht wurde.
  • Herausgeber ist die Alpina Publishing Group, die sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert hat.
  • Russland geht seit 2022 verstärkt gegen sogenannte „LGBT-Propaganda“ vor.
  • Seit 2022 wurden dort fast 600 Bücher verboten.

Passagen über LGBTIQ+

Franziskus war im April 2025 im Alter von 88 Jahren gestorben. Während seiner Amtszeit hatte der Papst mehrfach Akzente im Umgang der katholischen Kirche mit LGBTIQ+-Menschen gesetzt. Er öffnete unter anderem den Weg für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare, bezeichnete Homophobie als Sünde und wandte sich gegen die Kriminalisierung von Homosexualität. Diese Positionen sind in der russischen Ausgabe des Buches offenbar nicht vollständig enthalten. So wurden offenbar insbesondere Aussagen des früheren Kirchenoberhaupts zu trans* Rechten, Homosexualität und der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare entfernt.

Besonders deutlich soll die Zensur in einem Abschnitt des Buches zu erkennen sein, in dem Franziskus erklärt, dass homosexuelle und trans* Menschen in der katholischen Kirche willkommen seien. Dieser komplette Teil sei mit schwarzen Balken überdeckt worden. Betroffen sind nach den vorliegenden Berichten sowohl die gedruckte als auch die digitale Ausgabe des Buches. Im übrigen Teil der Welt war die Autobiografie bereits 2025 erschienen. In Russland wurde sie dagegen erst in diesem Jahr veröffentlicht. Herausgegeben wurde die russische Ausgabe von der Alpina Publishing Group. Der Verlag hat sich bislang nicht öffentlich zu der berichteten Zensur geäußert.

Russlands „LGBT-Propaganda“

Die Veröffentlichung fällt in eine Zeit, in der die russischen Behörden zunehmend gegen LGBTIQ+-Inhalte vorgehen. Seit 2022 wurden in Russland nach bisherigen Informationen fast 600 Bücher verboten. Das Anti-Homosexuellen-Gesetz zur sogenannten „LGBT-Propaganda“ wie auch die Einstufung von LGBTIQ+ als „extremistische Gruppierung“ richten sich sowohl gegen Unternehmen als auch gegen Privatpersonen. Menschen wurden unter anderem bereits wegen der Verwendung von Regenbogen-Symbolen belangt. Auch die Förderung von „nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen oder Geschlechtsübergängen“ kann in Russland zu Konsequenzen führen. 

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