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Besondere Freundschaften
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Besondere Freundschaften Neue Studie belegt: Freunde tun der Gesundheit gut

ms - 18.08.2026 - 14:00 Uhr
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Ein enger Freund, ein vertrauter Kreis von Freunden oder die eine Person, die man jederzeit anrufen kann: Solche Beziehungen können für das eigene Wohlbefinden eine große Bedeutung haben. Eine neue internationale Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass Menschen, die mit ihren Freundschaften und anderen engen Beziehungen besonders zufrieden sind, häufiger auch von einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit berichten. Ein Ergebnis, dass insbesondere auch schwule Männer und ihre beste Freundin erfreuen dürfte. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Gute Freundschaften stehen laut einer neuen Studie mit besserer psychischer und körperlicher Gesundheit in Verbindung.
  • Ausgewertet wurden Angaben von mehr als 200.000 Menschen ab 18 Jahren aus 22 Ländern.
  • Besonders interessant ist die Bedeutung von Freundschaften im Vergleich zu familiären Beziehungen aus der Kindheit.
  • Gerade enge Freundschaften können im Erwachsenenalter eine wichtige soziale Stütze sein.
  • Für schwule Männer können Freundschaften mit anderen Männern oder mit der „besten Freundin“ eine wichtige Form enger sozialer Bindung sein. 
  • Am zufriedensten mit ihren Freundschaften und Beziehungen waren die Befragten in Indonesien, die niedrigsten Werte wurden in Japan festgestellt.
  • Die Studie kommt zu dem Schluss, dass gute soziale Beziehungen eine „universelle Säule“ des Wohlbefindens sind.

Freundschaft als wichtiger Halt

Für schwule Männer können Freundschaften dabei eine besondere soziale Bedeutung haben. Enge Freundschaften unter Männern oder die Verbindung zu der berühmten „besten Freundin“ können zu den Beziehungen gehören, die im Alltag Halt, Vertrautheit und emotionale Nähe geben. Für die aktuelle Studie hat Veli Durmus von der Kütahya Health Sciences University in der Türkei die Angaben von mehr als 200.000 Menschen ab 18 Jahren. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal „Journal of Mental Health“ veröffentlicht. Die Daten stammen aus der ersten Phase der Global Flourishing Study. Für diese Untersuchung wurden Menschen in 22 Ländern weltweit zu verschiedenen Faktoren eines gelungenen Lebens befragt. Aus Europa sind unter anderem Deutschland und Schweden vertreten.

Die Teilnehmer bewerteten selbst, wie zufrieden sie mit ihren Freundschaften und ihren Beziehungen sind. Außerdem machten sie Angaben zu ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit. Durmus berücksichtigte bei seiner Auswertung zusätzlich das Einkommen und den Bildungsstand der Befragten. Zwischen den Ländern gab es dabei deutliche Unterschiede. Die höchste Zufriedenheit mit Freundschaften und Beziehungen wurde bei den Befragten in Indonesien festgestellt. Die niedrigsten Werte ergaben sich in Japan.

Enge Freunde sind wichtig

Besonders auffällig war der Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit Freundschaften und Beziehungen und der eigenen Gesundheit. Menschen, die ihre Freundschaften und Beziehungen besonders positiv bewerteten, berichteten am häufigsten auch von einer insgesamt besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Auch die Erinnerung an positive Beziehungen zu den Eltern während der Kindheit stand mit besseren Ergebnissen in Verbindung. Dieser Zusammenhang war jedoch schwächer ausgeprägt.

Damit rücken Freundschaften als soziale Beziehungen im Erwachsenenalter stärker in den Mittelpunkt. Für Menschen, deren engste Bezugspersonen nicht unbedingt aus der eigenen Familie stammen, kann das besonders relevant sein. Eine langjährige Freundschaft zwischen Männern oder die enge Verbindung zu einer besten Freundin kann Teil eines solchen sozialen Umfelds sein, insbesondere dann, wenn der Druck von außen sich erhöht, beispielsweise durch verstärkte Angriffe auf die Community oder LGBTIQ+-feindliche Gesetze. 

Beziehungen verändern sich

Durmus weist darauf hin, dass die Bedeutung früherer familiärer Beziehungen nicht festgeschrieben ist. Freundschaften, Partnerschaften und andere soziale Kontakte können demnach im weiteren Leben die Wirkung früherer Erfahrungen verstärken oder abschwächen – und immer wichtiger werden wie die bekannte „Wahlfamilie“ bei queeren und homosexuellen Menschen. Der Wissenschaftler kommt zu dem Schluss, „dass Beziehungen in der Kindheit zwar eine Rolle spielen, jedoch kein vollständiges Bild wiedergeben“.

Das soziale Umfeld eines Menschen verändert sich im Laufe des Lebens ständig. Neue Freundschaften entstehen, alte Beziehungen können sich verändern oder abbrechen, Partnerschaften kommen hinzu. Damit können auch Menschen außerhalb der Herkunftsfamilie zu wichtigen Bezugspersonen werden. Gerade enge Freundschaften können dabei eine besondere Form von Verlässlichkeit schaffen. Ob es sich um einen besten Freund, eine beste Freundin oder einen größeren Freundeskreis handelt, lässt sich aus den Ergebnissen der Studie allerdings nicht differenziert ableiten.

Gesundheit im Alter

Auch beim Vergleich verschiedener Altersgruppen zeigten sich Unterschiede. Bei Menschen zwischen Mitte 30 und Ende 40 lagen die Werte für die psychische Gesundheit niedriger als bei den 18- bis 34-Jährigen. Bei den über 65-Jährigen stiegen die Werte wieder an. Darüber hinaus berichteten verheiratete Menschen im Durchschnitt von einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Das Gleiche galt für Personen mit ausreichenden finanziellen Mitteln und für Menschen, die sich einer Religion zugehörig fühlten. Die Untersuchung legt damit nahe, dass verschiedene Bereiche des sozialen und persönlichen Lebens mit dem eigenen Wohlbefinden zusammenhängen können. Freundschaften stehen dabei neben Partnerschaften, familiären Beziehungen und weiteren sozialen Kontakten. Die Autoren fassen die Bedeutung enger sozialer Beziehungen deutlich zusammen: Gute soziale Beziehungen seien eine „universelle Säule“ des Wohlbefindens. 

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