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DoxyPEP im Supermarkt
Foto: iStock / zeljkosantrac
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DoxyPEP im Supermarkt Schutz vor STI-Infektionen bei britischen schwulen Männern

ms - 04.08.2026 - 10:00 Uhr
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Die britische Einzelhandelskette Superdrug bietet als erster großer Händler des Landes auf der Einkaufsstraße DoxyPEP (Doxycyclin-Postexpositionsprophylaxe) über seinen medizinischen Online-Dienst an. Superdrug ist eine Mischung aus Drogerie-Supermarkt, Gesundheitsanbieter und Online-Apotheke. Das vorbeugende Antibiotikum soll dabei helfen, bestimmte bakterielle sexuell übertragbare Infektionen (STIs) zu verhindern und wird vor allem von schwulen und bisexuellen Männern genutzt. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Superdrug bietet DoxyPEP erstmals über seinen Online-Arztdienst für Kunden in Großbritannien an.
  • Studien zufolge kann DoxyPEP bei bestimmten Gruppen das Risiko für Chlamydien und Syphilis deutlich reduzieren.
  • Fachleute betonen, dass das Medikament nicht für die gesamte Bevölkerung gedacht ist.
  • DoxyPEP ersetzt keine regelmäßigen STI-Tests und keine weiteren Schutzmaßnahmen wie Kondome.
  • Durch den vereinfachten Zugang könnte die Hemmschwelle innerhalb der Risikogruppe gesenkt werden.

DoxyPEP zur STI-Vorbeugung 

DoxyPEP wurde in Großbritannien erstmals im Jahr 2025 eingeführt. Eingesetzt wird die Behandlung unter anderem zur Vorbeugung von Chlamydien und Syphilis sowie in bestimmten Fällen auch gegen Gonorrhö. Dr. Babak Ashrafi, Allgemeinmediziner bei Superdrug Online Doctor, erklärte in einer Mitteilung: „Wir haben gesehen, dass das Bewusstsein für HIV-PrEP in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, aber viele Menschen haben noch nie von DoxyPEP gehört. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter der Behandlung sind einer der Gründe, warum sie im Bereich der sexuellen Gesundheit so großes Interesse geweckt hat.“

DoxyPEP unterscheidet sich von HIV-PrEP, die vorbeugend vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Das Antibiotikum wird nach dem Sex angewendet. Ashrafi erklärte: „Prävention war schon immer eines der wirksamsten Mittel, die wir in der sexuellen Gesundheit haben. DoxyPEP bietet geeigneten Patienten eine weitere evidenzbasierte Möglichkeit, die dazu beitragen kann, das Risiko bestimmter bakterieller STIs zu verringern, bevor sie auftreten.“ Dabei sei der Zeitpunkt der Einnahme entscheidend. „Timing ist wichtig. Während DoxyPEP bis zu drei Tage nach dem Sex eingenommen werden kann, wird im Allgemeinen empfohlen, es innerhalb dieses Zeitraums so früh wie möglich einzunehmen“, so Ashrafi weiter.

Studien zeigen verringerte Infektionsrisiken

Untersuchungen zufolge kann DoxyPEP bei Männern, die Sex mit Männern haben, das Risiko einer Chlamydien- oder Syphilisinfektion um etwa 70 Prozent senken. Studien berichten außerdem von einem durchschnittlichen monatlichen Rückgang gemeldeter Fälle um 6,7 Prozent. Ashrafi stellte jedoch klar, dass das Medikament nicht für alle Menschen vorgesehen sei. „DoxyPEP ist nicht für die allgemeine Bevölkerung gedacht. Es wurde für Gruppen entwickelt, bei denen ein erhöhtes Risiko für bakterielle STIs bekannt ist. Deshalb durchläuft jeder Patient eine klinische Untersuchung, bevor eine Behandlung verschrieben wird.“ Der Arzt verwies zudem darauf, dass regelmäßige STI-Tests weiterhin notwendig seien. DoxyPEP schütze nicht vor allen sexuell übertragbaren Infektionen und solle deshalb mit weiteren Maßnahmen für Safer Sex kombiniert werden, beispielsweise der Nutzung von Kondomen. In Großbritannien sind die Fälle von Geschlechtskrankheiten seit Jahren deutlich angestiegen, zuletzt gab es eine erste kleine Entspannung bei sinkenden Syphilis-Diagnosen auf immer noch sehr hohem Niveau

Vereinfachter Zugang könnte Hemmschwellen senken

Mit einem leichter zugänglichen Angebot von DoxyPEP verbinden Fachleute die Hoffnung, nicht nur medizinische Hürden, sondern auch soziale Barrieren innerhalb besonders betroffener Gruppen abzubauen. Gerade bei schwulen und bisexuellen oder auch ungeouteten Männern können Schamgefühle, Unsicherheiten oder die Sorge vor Stigmatisierung dazu führen, dass Gespräche über sexuell übertragbare Infektionen und Präventionsmöglichkeiten vermieden werden. Ein unkomplizierter Zugang über medizinische Beratung und niedrigschwellige Angebote könnte dazu beitragen, mehr Menschen zu erreichen, Prävention stärker in den Alltag zu integrieren und langfristig die Zahl bestimmter bakterieller STIs zu senken. 

Situation in Deutschland

In Deutschland ist DoxyPEP bislang kein flächendeckend etabliertes Präventionsangebot. Die Anwendung wird weiterhin individuell ärztlich bewertet und ist nicht als allgemeine Empfehlung für die gesamte Bevölkerung vorgesehen. Fachgesellschaften beschäftigen sich mit dem Einsatz von Doxycyclin zur STI-Prävention, wobei insbesondere Fragen zur richtigen Zielgruppe, zum Nutzen-Risiko-Verhältnis und zur möglichen Entwicklung von Antibiotikaresistenzen eine Rolle spielen. Während HIV-PrEP in Deutschland als etablierte Präventionsmöglichkeit verfügbar ist, befindet sich DoxyPEP im Bereich der bakteriellen STI-Prävention noch in einer Phase der fachlichen Bewertung und gezielten Anwendung. 

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