Templo zeigt Kraft und Kunst Auftritt vor Hunderttausenden beim World Pride Amsterdam
Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo gehört zu den bekanntesten Künstlern, die beim World Pride 2026 in Amsterdam für Aufmerksamkeit sorgen sollen. Der preisgekrönte Luft- und Pole-Akrobat tritt am 1. August beim Pop-up-Event von Tryst Hotels World Pride auf und will dort queere sowie lateinamerikanische Talente auf internationaler Bühne präsentieren.
Das Wichtigste im Überblick
- Der preisgekrönte Pole- und Luftakrobat Templo tritt beim World Pride 2026 in Amsterdam auf.
- Der Performer soll vor Hunderttausenden Menschen auftreten.
- Templo lebt in Puerto Vallarta und hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Künstler.
- Er versteht Pole Dance als anspruchsvolle Mischung aus Sport, Kunst, Ausdruck und Sinnlichkeit.
- Bei seinen Auftritten möchte er queere und lateinamerikanische Talente sichtbar machen.
Pole Dance als Kunstform
Templo verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Performance-Kunst und setzt sich dafür ein, Pole Dance als kraftvolle darstellende Kunstform sichtbar zu machen. Er arbeitet mit Tryst Hotels zusammen, einer Luxus-Hotelmarke mit Standorten in Mexiko, Puerto Rico, New York, Brasilien, Illinois und Florida. Obwohl das Unternehmen kein Hotel in Amsterdam besitzt, bringt es seinen Künstler zur Pride-Veranstaltung. Templo soll dabei vor schätzungsweise 500.000 Menschen auftreten, die die LGBTIQ+-Community feiern.
Im Interview mit der britischen Presse sprach der Künstler über seine Karriere, seine Leidenschaft für Auftritte und darüber, warum er „Sinnlichkeit“ zum World Pride bringt. Templo beschreibt sich selbst als Pole-Artist und Performer aus Costa Rica, der derzeit in Puerto Vallarta lebt: „Ich begann meine Tanzreise vor etwa 10 Jahren mit Luftkunst und verliebte mich später in die Pole. Heute trete ich jede Nacht auf, trainiere Tänzer, bewerte Wettbewerbe und teile meine Kunst in den sozialen Medien. Ich werde außerdem eingeladen, bei Veranstaltungen auf der ganzen Welt aufzutreten, sodass ich meinen unverwechselbaren Stil und meine Kunstfertigkeit einem internationalen Publikum zugänglich machen kann.“
Seine Verbindung zum Pole Dance entstand einige Jahre nach seinem Einstieg in die Luftakrobatik. „Ich unterrichtete Flexibilitätskurse und ein Schüler lud mich ein, einen Pole-Kurs auszuprobieren. Beim ersten Mal, als ich an der Stange war, hat etwas Klick gemacht. Es verband Kraft, Flexibilität, Sinnlichkeit und Ausdruck auf eine Weise, die nichts anderes konnte. Pole hat mich ausgewählt.“ Der entscheidende Moment, in dem er erkannte, dass daraus eine Karriere werden könnte, kam durch die Reaktionen anderer Menschen. „Es war der Moment, als Menschen mir sagten, dass sie sich durch meinen Tanz inspiriert fühlten, meine Arbeit bewunderten und von mir lernen wollten.“
Pole als Lebensmittelpunkt
„Auftreten ist meine Art, mich mit Menschen zu verbinden. Es geht darum, Energie, Selbstvertrauen und Freiheit zu vermitteln.“ Auf die Frage, was ihn nach Puerto Vallarta gezogen habe, antwortete Templo: „Die Schönheit, die Energie und die Freiheit von Vallarta.“ Viele Menschen unterschätzten Pole Dance. „Man braucht Disziplin und den Mut, gleichzeitig verletzlich und kraftvoll zu sein. Es ist Athletik plus Kunst.“ Sein Trainingsalltag ist entsprechend intensiv. „Ich trainiere fünf bis sechs Tage pro Woche. Normalerweise zwei bis drei Stunden täglich: Pole-Technik, Choreografie, Konditionstraining, Klimmzüge, Rumpftraining, Flexibilität und Bodenarbeit.“
Zu den schwierigsten Bewegungen, die er gelernt habe, gehören komplexe Drehkombinationen. Pole Dance sei aber trotzdem grundsätzlich für jeden geeignet. „Es spielt keine Rolle, wie alt du bist, welchen Körpertyp du hast oder welche Erfahrung du vorher gesammelt hast. Das Einzige, was du wirklich brauchst, ist Geduld und Hingabe. Am Anfang ist es nicht einfach, es tut weh, man bekommt blaue Flecken und fällt oft, aber mit der Zeit beginnt man, es zu lieben.“
Trainer und Mentor
Neben seinen eigenen Auftritten trainiert Templo auch andere Tänzer. „Ich suche nach Leidenschaft, Disziplin, einer starken Arbeitsmoral und Individualität. Technik kann durch konsequentes Training entwickelt werden, aber der echte Wunsch, eine Verbindung mit dem Publikum herzustellen, muss von innen kommen. Die überzeugendsten Performer führen nicht nur schwierige Bewegungen aus; sie vermitteln Emotionen, beherrschen die Bühne und geben jedem Zuschauer das Gefühl, Teil der Erfahrung zu sein. Ich ermutige jeden Tänzer, herauszufinden, was ihn einzigartig macht, und dann das Selbstvertrauen und die technischen Fähigkeiten zu entwickeln, um dies vollständig auszudrücken. Ich helfe ihnen außerdem dabei, ein Bewusstsein für das Publikum zu entwickeln: Wie man Aufmerksamkeit hält, Spannung erzeugt und selbst einen großen Raum intim wirken lässt. Technik gibt einem Performer Kontrolle, aber Authentizität, Selbstvertrauen und Verbindung machen eine Performance unvergesslich.“ Hinter scheinbar mühelosen Bewegungen stecke jedoch jahrelange Arbeit.
Auftritt vor Hunderttausenden
Der Auftritt bei WorldPride bedeutet für Templo einen besonderen Schritt. „Es ist eine unglaubliche Ehre, auf einer internationalen Bühne dieser Größenordnung aufzutreten, gemeinsam mit außergewöhnlichen Künstlern und vor Publikum aus der ganzen Welt. World Pride ist eine der sichtbarsten globalen Feiern der LGBTIQ+-Kultur. Eingeladen zu sein, dort aufzutreten, ist daher sowohl ein großer beruflicher Meilenstein als auch eine bedeutende Verantwortung.“ Er wolle dabei mehr zeigen als nur spektakuläre Bewegungen. „Es gibt mir die Möglichkeit, queeres und lateinamerikanisches Talent auf höchstem Niveau zu repräsentieren und Pole als anspruchsvolle und kraftvolle Kunstform hervorzuheben. Ich möchte, dass das Publikum die außergewöhnliche Athletik, Kreativität, Disziplin und emotionale Tiefe erkennt und dazu beiträgt, Pole auf der Weltbühne die Anerkennung zu geben, die es verdient.“
Dass Pole Dance häufig mit Fetischisierung verbunden wird, kennt Templo. „Sinnlichkeit zieht natürlich Aufmerksamkeit auf sich, aber ich versuche immer zu zeigen, dass Pole viel mehr ist. Es ist eine Kunstform, die außergewöhnliche Kraft, Disziplin, Technik, Kreativität und emotionalen Ausdruck erfordert. Sinnlichkeit ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit, und ich nehme sie an, aber sie definiert nicht den gesamten Umfang meiner Kunst. Ich möchte, dass Menschen sowohl die körperliche Fähigkeit hinter jeder Bewegung als auch die Geschichte würdigen, die ich durch die Performance erzähle.“