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Meta sperrt queere Lokale Wut über fehlende Erklärungen in Sydney und Melbourne

Von ms - 22.07.2026 - 11:30 Uhr
Meta sperrt queere Lokale
Foto: IMAGO / ZUMA Press
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Der US-Technologiekonzern Meta steht in Australien wegen der Sperrung mehrerer Social-Media-Konten queerer Veranstaltungsorte massiv in der Kritik. In den vergangenen Wochen wurden Facebook- und Instagram-Profile verschiedener LGBTIQ+-Lokale in Sydney und Melbourne blockiert oder vollständig entfernt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Meta hat Facebook- und Instagram-Konten mehrerer queerer Veranstaltungsorte in Australien gesperrt oder gelöscht.
  • Betroffen sind unter anderem Lokale in Sydney und Melbourne.
  • Die Betreiber kritisieren, dass der Konzern keine konkreten Gründe für die Maßnahmen nennt.
  • Für viele Unternehmen haben die Sperren direkte wirtschaftliche Folgen.
  • Ähnliche Vorfälle werden auch aus anderen Ländern berichtet.

Konto-Sperre queerer Einrichtungen

Zu den betroffenen Einrichtungen gehören unter anderem das „Laird Hotel“, „The 86“ und „UBQ“ in Melbourne sowie „Palms on Oxford“ und „Tribe @ 231“ in Sydney. Die Betreiber erhielten nach eigenen Angaben lediglich Hinweise, wonach ihre Konten gegen die Gemeinschaftsstandards der Plattformen verstoßen hätten. Welche konkreten Inhalte beanstandet wurden, teilte Meta jedoch nicht mit. Für zusätzliche Kritik sorgt der zeitliche Ablauf der Maßnahmen. Die beiden Sydney-Lokale „Palms on Oxford“ und „Tribe @ 231“ verloren am selben Mittwochabend innerhalb von nur einer Stunde den Zugriff auf ihre Konten.

Nur einen Tag zuvor hatten beide Einrichtungen ihre Profile miteinander verbunden und öffentlich darauf aufmerksam gemacht, dass sie zu 100 Prozent queer geführt und betrieben würden. Auch beim Veranstaltungsort „UBQ“ in Melbourne kam es zu Problemen. Nach Angaben der Verantwortlichen stufte Meta sämtliche wöchentlichen Veranstaltungshinweise als unzulässig ein. Als mögliche Gemeinsamkeit der beanstandeten Beiträge blieb lediglich der Slogan „Be here, be queer“. Beim traditionsreichen „Laird Hotel“ konnten nach sieben Einsprüchen Teile der Facebook-Präsenz wiederhergestellt werden. Das Instagram-Konto blieb nach Angaben des Lokals jedoch dauerhaft deaktiviert.

Betreiber beklagen fehlende Transparenz

Die betroffenen Unternehmen kritisieren vor allem, dass ihnen keine nachvollziehbaren Gründe für die Sperrungen genannt würden. Michael Lewis, Geschäftsführer von „Palms on Oxford“ und „Tribe @ 231“, sagte dem Online-Medium QNews: „Man bekommt eine E-Mail, in der mitgeteilt wird, dass man etwas falsch gemacht habe. Was genau das gewesen sein soll, erfährt man jedoch nicht.“ Den Umgang des Konzerns bezeichnete er als „offene Schikane“ und „einfach nur beschämend“. Andere Betreiber berichten ebenfalls von wechselnden Begründungen. Konten seien unter anderem wegen angeblicher Verstöße im Zusammenhang mit „Ausbeutung von Menschen“, „Drogen und Waffen“ oder ähnlichen Kategorien überprüft worden. Nach Angaben der Lokale hätten die beanstandeten Beiträge jedoch lediglich Informationen zu Veranstaltungen, Öffnungszeiten oder Angeboten enthalten.

Sorgen um wirtschaftliche Folgen

Für viele queere Veranstaltungsorte sind Facebook und Instagram wichtige Kommunikations- und Werbekanäle. Über die Plattformen informieren sie Gäste über Veranstaltungen, Öffnungszeiten und besondere Angebote. Ein Verlust dieses direkten Zugangs könne daher erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Mitchell, der beim „UBQ“ für soziale Medien zuständig ist, erklärte, das Team arbeite inzwischen parallel an einer überarbeiteten Webseite und einem Newsletter. Ziel sei es, künftig weniger abhängig von großen Plattformen zu sein. Auch andere Lokale hätten begonnen, ähnliche Strategien aufzubauen. Anthony, Betreiber des Cabaret- und Burlesque-Lokals „The 86“ in Melbourne, verwies darauf, dass Meta über Jahre hinweg zu einem zentralen Vermarktungspartner geworden sei. Gleichzeitig habe der Konzern den Zugang zu genau diesen Werkzeugen gesperrt, obwohl die Nutzung der Plattformen regelmäßig bezahlt worden sei.

Kritik an Meta auch international

Die Fälle in Australien stehen nach Angaben von Betroffenen in einer größeren Entwicklung. Seit Ende 2025 berichten queere Kreative, Veranstalter sowie Community-Gruppen und Organisationen aus verschiedenen Ländern von ähnlichen Sperrungen. Einige Konten seien nach Einsprüchen wieder freigeschaltet worden, viele blieben jedoch dauerhaft deaktiviert. Auch international wächst der Druck auf Meta. Im Mai 2026 leitete ein Zusammenschluss niederländischer LGBTIQ+-Organisationen gemeinsam mit Digitalrechtsgruppen rechtliche Schritte gegen den Konzern ein. Hintergrund waren ebenfalls zahlreiche Sperrungen von Konten queerer Organisationen und Unternehmen. Meta hat bislang keine ausführliche öffentliche Erklärung zu den konkreten Fällen in Australien abgegeben. Viele der betroffenen Betriebe setzen deshalb verstärkt auf eigene Webseiten, Newsletter und alternative Kommunikationswege. Damit wollen sie ihre Gäste auch dann erreichen können, wenn Zugänge zu sozialen Netzwerken kurzfristig eingeschränkt oder vollständig gesperrt werden. Zum Konzern Meta gehören mehrere große soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und digitale Plattformen, darunter sind Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger und Threads. 

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