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Keine Werbung für Ghana
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Keine Werbung für Ghana Englischer Fußballverein arbeitet nicht mit Tourismusbranche

ms - 24.09.2026 - 08:30 Uhr
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Ein geplanter Sponsoring-PR-Vertrag zwischen dem englischen Fußballverein Sunderland AFC und der Tourismusmarke „Visit Ghana“ steht vor dem Aus. Nach monatelangen Gesprächen fehlt weiterhin die erforderliche formelle Zustimmung. Sunderland hat nach eigenen Angaben begonnen, sich nach anderen möglichen Trikotsponsoren umzusehen. Hintergrund des Scheiterns ist dabei die homophobe Politik des afrikanischen Landes. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der geplante „Visit Ghana“-Sponsoringdeal mit dem englischen Premier-League-Verein Sunderland AFC steht vor dem Aus.
  • Nach sechs Monaten Gesprächen fehlt weiterhin die erforderliche formelle Genehmigung der ghanaischen Regierung.
  • Die Vereinbarung soll laut Berichten rund 10 Millionen britische Pfund pro Jahr wert sein. Die Summe wurde offiziell allerdings nicht bestätigt.
  • Geplant war, „Visit Ghana“ auf der Vorderseite der Sunderland-Trikots zu platzieren.
  • LGBTIQ+-Aktivisten kritisierten die geplante Partnerschaft wegen des in Ghana vorangetriebenen Anti-Homosexuellen-Gesetzes scharf. 
  • Der Gesetzentwurf sieht unter anderem mehrjährige Haftstrafen für bestimmte gleichgeschlechtliche Handlungen vor.
  • Sunderland erklärte, man gehe inzwischen davon aus, dass die Partnerschaft nicht zustande komme.

Ghana-Deal ist geplatzt 

Geplant war, den Schriftzug „Visit Ghana“ auf der Vorderseite der Trikots des Premier-League-Vereins anzubringen. Die Vereinbarung war nach sechs Monaten Gesprächen zwischen Sunderland, Visit Ghana und Vertretern Ghanas zustande gekommen. Die häufig genannte Summe von rund 10 Millionen britischen Pfund pro Jahr ist allerdings nicht offiziell bestätigt.  Sunderland teilte jetzt mit, nach einer zunächst erzielten Einigung sei die für die Umsetzung notwendige Genehmigung der ghanaischen Regierung ausgeblieben. Gleichzeitig habe die Kommunikation mit den zuständigen Stellen deutlich nachgelassen. Daraus zog Sunderland folgende Konsequenz: „Angesichts der fehlenden Klarheit über die Position der Regierung gehen wir nun davon aus, dass die geplante Partnerschaft nicht zustande kommen wird.“

Kritik wegen LGBTIQ+-Politik

Die geplante Tourismuswerbung war zuletzt stark wegen der LGBTIQ+-Politik Ghanas umstritten, der Druck auf Fußballclub und die Verantwortlichen des PR-Deals wuchs stark an. Die Menschenrechtsorganisation Rightify Ghana verwies auf den „Human Sexual Rights and Family Values Bill, 2025“. Der Entwurf befindet sich weiterhin im ghanaischen Parlament. Rightify Ghana erklärte, die Vereinbarung wäre zu einem Zeitpunkt zustande gekommen, „in dem das Land wegen des geplanten Anti-Homosexuellen-Gesetzes mit wachsenden Menschenrechtsbedenken konfrontiert ist, das LGBTIQ+-Menschen sowie bestimmte Touristen, Besucher und Unterstützer kriminalisieren und inhaftieren könnte“.

Auch das Sunderland-Fanzine Roker Report stellte die Partnerschaft infrage. Es fragte: „Sollte Sunderland kommerziellen Erfolg um jeden Preis akzeptieren?“ und schrieb weiter: „Der geplante Visit-Ghana-Deal wirft schwierige Fragen zu Werten, Menschenrechten und der Identität des Vereins auf.“ Kyril Louis-Dreyfus, Eigentümer und Vorsitzender von Sunderland AFC, hatte zuvor eine Delegation angeführt, die den Präsidenten des ghanaischen Parlaments, Alban Bagbin, besuchte. Dabei ging es um den Ausbau der „langjährigen Beziehung“ zwischen dem Verein und Ghana. Nach Angaben aus Ghana waren unter anderem der ghanaische Fußballverband, das Sportministerium und das Finanzministerium in die Gespräche eingebunden. Die Finanzierung sollte jedoch aus privaten Quellen kommen.

Was das geplante Gesetz vorsieht

Der „Human Sexual Rights and Family Values Bill, 2025“ liegt dem ghanaischen Parlament weiterhin vor. In der aktuellen Fassung sind unter anderem Haftstrafen für bestimmte gleichgeschlechtliche Handlungen vorgesehen. Demnach soll es eine Freiheitsstrafe von drei Jahren für Menschen geben, die sich als LGBTIQ+ identifizieren beziehungsweise sich als homosexuell „ausgeben“. Drei Jahre Haft sollen außerdem unter anderem für das Eingehen einer gleichgeschlechtlichen Ehe oder die Teilnahme an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit vorgesehen sein. Der Entwurf verbietet darüber hinaus die „Finanzierung, Förderung oder Bewerbung“ von LGBTIQ+-Aktivitäten. Darauf sollen Haftstrafen von drei bis fünf Jahren stehen. Vorgesehen ist außerdem eine sogenannte Meldepflicht für verbotene LGBTIQ+-Handlungen. Verstöße könnten mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Das bestehende ghanaische Strafrecht, nach dem gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden können, soll ebenfalls bestehen bleiben.

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