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Urteil nach Nachbarschaftskrieg
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Nachbarschaftskrieg in Florida Trans* Mann angeschossen und schwer verletzt

ms - 21.07.2026 - 13:00 Uhr
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Ein 30-jähriger Mann aus dem US-Bundesstaat Florida ist nach einem Angriff auf seinen trans* Nachbarn zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Tyler Getchell hatte sich wegen versuchten Totschlags schuldig bekannt, nachdem er seinen 24-jährigen Nachbarn Kyle McFarlane angeschossen und schwer verletzt hatte.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein 30-jähriger Mann aus Florida muss nach einem Schuss auf seinen queeren Nachbarn sieben Jahre ins Gefängnis.
  • Das Opfer Kyle McFarlane wurde durch den Schuss in den Rücken gelähmt.
  • Vor der Tat soll der Angreifer seinen Nachbarn über Wochen hinweg mit queerfeindlichen Botschaften und Schikanen belästigt haben.
  • Das Gericht verurteilte Tyler Getchell wegen versuchten Totschlags.
  • McFarlane erklärte nach dem Urteil, er hasse nicht den Täter, sondern dessen Verhalten.

Monatelange Schikanen

Getchell bekannte sich Anfang Mai schuldig. Neben der Haftstrafe muss Getchell nach seiner Entlassung psychologische Nachsorge in Anspruch nehmen. Außerdem wurde ihm untersagt, Kontakt zu McFarlane oder dessen Familie aufzunehmen. Die Verteidigung hatte eine geringere Strafe gefordert. Die Anwälte verwiesen darauf, dass Getchell bislang keine einschlägigen Vorstrafen gehabt habe, fünf Jahre in der US-Marine gedient habe, nach der Tat am Ort des Geschehens geblieben sei und Reue gezeigt habe.

McFarlane reagierte öffentlich auf das Urteil. In einem Facebook-Beitrag: „Sieben Jahre Gefängnis, zwei Jahre gemeinnützige Arbeit, drei Jahre Bewährung. Schadensersatz. Du wirst tatsächlich lange Zeit darüber nachdenken können, was du getan hast.“ Weiter schrieb er: „Ich habe mich umgedreht, um zu sehen, wie du weggebracht wurdest. Denk darüber nach. Vielleicht können wir eines Tages wieder besser miteinander auskommen. Ich hasse dich nicht, Tyler Getchell. Ich hasse dein Verhalten. Genieße deine Strafe.“

Opfer teilweise gelähmt

Der Angriff ereignete sich am 22. November 2025. McFarlane hatte weggeworfene Möbel und Holz für ein Lagerfeuer gesammelt, als Getchells Freundin ihn zur Rede stellte. Sie soll ihn mit einem Gürtel bedroht und angekündigt haben, ihn damit zu schlagen, falls er das Grundstück nicht verlasse. Ein Video des Vorfalls zeigte nach Angaben der Ermittler, dass sich McFarlane auf einem sogenannten „Easement“ befand – einem Grundstücksbereich, für den er ein rechtliches Nutzungsrecht hatte.

McFarlane stieß die Frau nach eigenen Angaben aus Selbstverteidigung weg und begann anschließend, das Grundstück zu verlassen. Daraufhin schoss Getchell ihm in den Rücken. Die Kugel blieb in der Nähe der Wirbelsäule stecken und führte zu einer Lähmung ab der Hüfte. Außerdem wurden seine Darm- und Blasenfunktionen beeinträchtigt. Durch intensive Physiotherapie könnte er möglicherweise teilweise Funktionen zurückerlangen. Wegen der Nähe zur Wirbelsäule kann die Kugel jedoch nicht operativ entfernt werden. Getchell erklärte, er habe seine Waffe geholt, nachdem er gesehen habe, wie McFarlane im Müll eines Nachbarn gesucht habe. Außerdem habe er gesehen, wie McFarlane unmittelbar vor dem Schuss nach seinem Hosenbund oder seiner Tasche gegriffen habe.

Hass-Botschaften vor der Tat

Nach diversen Medienberichten soll Getchell bereits Wochen vor der Tat queerfeindliche Schilder in den Fenstern seines Hauses angebracht haben, die auf McFarlanes Haus ausgerichtet gewesen seien. Eines der Schilder habe in großen Buchstaben die Aufschrift getragen: „Fick dich trans Schwuchtel“. Getchell soll außerdem auf McFarlanes Grundstück gegangen sein und Hundekot an dessen Haus geschmiert haben. Zudem soll er McFarlanes Hunde eines Tages ohne Wasser in einer heißen Garage eingesperrt haben. Nach Angaben aus dem Verfahren sollen Getchell und seine Freundin McFarlane über längere Zeit wiederholt belästigt haben. Aus Angst um seine Sicherheit installierte McFarlane schließlich Überwachungskameras rund um sein Haus.

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