Direkt zum Inhalt
Norovirus bei queerem Festival
ANZEIGE

Norovirus bei Queer-Festival Zahlreiche Erkrankungen in Sachsen-Anhalt

ms - 20.07.2026 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Ein Norovirus-Ausbruch hat das mehrtägige queere WHOLE Festival in Ferropolis bei Gräfenhainichen überschattet. Bereits am ersten Veranstaltungstag des sexpositiven Open-Air-Festivals für Diversität und elektronische Musik, das heute zu Ende geht, litten nach Angaben der Veranstalter und Behörden mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter starkem Brechdurchfall.

Das Wichtigste im Überblick

  • Beim WHOLE Festival in Ferropolis sind zahlreiche Teilnehmer an Magen-Darm-Beschwerden erkrankt.
  • In Proben von Erkrankten wurden Noroviren nachgewiesen.
  • Nach Angaben des Gesundheitsamts spricht derzeit vieles für eine Übertragung von Mensch zu Mensch.
  • Lebensmittel gelten nach bisherigem Stand eher nicht als Ursache.
  • Das Gesundheitsamt stellte bei Kontrollen Hygienemängel fest.
  • Die Veranstalter haben nach eigenen Angaben Reinigung und Desinfektion verstärkt.

Übertragung von Mensch zu Mensch

Das Gesundheitsamt des Landkreises Wittenberg bestätigte den Ausbruch. „Auf dem Gelände des Whole Festivals in Ferropolis bei Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt) ist es zu einer Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen gekommen. In zwei Proben von Erkrankten wurden inzwischen Noroviren nachgewiesen“, teilte die Behörde mit. Zur möglichen Ursache erklärte das Gesundheitsamt: „Die bisherigen Erkenntnisse sprechen für eine Übertragung von Mensch zu Mensch.“ Dass verunreinigte Lebensmittel für die Erkrankungen verantwortlich sind, sei nach bisherigem Kenntnisstand eher unwahrscheinlich. Die Untersuchungen der entnommenen Proben dauern jedoch noch an.

Hygiene-Mängel bei Festival 

Bei Kontrollen auf dem Festivalgelände stellte die Behörde außerdem Mängel bei der Hygiene fest. „Bei Kontrollen wurden außerdem Hygienemängel festgestellt, unter anderem ein unzureichender Schutz von Lebensmitteln vor möglichen Verunreinigungen“, erklärte das Gesundheitsamt. Die Organisatoren des Festivals äußerten sich auf Instagram zu den Vorfällen. „Wir können bestätigen, dass die Situation sich schnell stabilisiert.“ Nach Angaben der Veranstalter wurden Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen ausgeweitet. Zudem seien sowohl das Trinkwasser als auch der Badesee sicher. Die Kommentarfunktion unter dem veröffentlichten Statement wurde deaktiviert.

Erkrankte Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher werden nach Angaben der Veranstalter aufgefordert, nicht weiter an den Veranstaltungen teilzunehmen und möglichst abzureisen. Schilder auf dem Festivalgelände weisen Menschen mit entsprechenden Symptomen darauf hin, eigens ausgewiesene Mobiltoiletten zu benutzen. Unterdessen diskutierten Ticketinhaber im Internet darüber, ob eine Anreise angesichts des Norovirus-Ausbruchs derzeit vertretbar ist. Noroviren zählen zu den häufigsten Auslösern akuter Magen-Darm-Erkrankungen und verursachen insbesondere Durchfall und Erbrechen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ein Jahr ohne Helpline

LGBTIQ+-Jugendliche in den USA

Ein Jahr nach dem Ende der US-Krisenhilfe für LGBTIQ-Jugendliche bleibt die Zukunft des Angebots unklar – Experten warnen vor Risiken.
Flucht vor Putins Armee

Homosexuelle Russen in Angst

Russische Deserteure und homosexuelle Menschen fürchten bei einer Rückkehr Verfolgung. Deutschland bietet dabei derzeit nur begrenzten Schutz.
China verschärft Kontrollen

Druck auf Aktivisten wächst

In China werden queere Organisationen und Veranstaltungen zunehmend eingeschränkt. Menschenrechtler warnen vor wachsender Repression.
Anstieg bei Missbrauchsfällen

Immer mehr Taten im Internet

Das BKA warnt vor hohen Missbrauchszahlen bei Jugendlichen und neuen Gefahren durch digitale Tatformen und Künstliche Intelligenz.
Gay-Cruise in Italien

Palermo bereitet Sonderempfang

Nach Absagen in der Türkei und Ägypten legte eine Gay-Kreuzfahrtschiff nun in Palermo an, die Stadt setzt dabei ein starkes Zeichen gegen Homophobie.
Lesbisches Paar in Uganda

Verfahren überraschend beendet

Uganda hat das Verfahren gegen zwei Frauen nach einem öffentlichen Kuss eingestellt. Das radikale Anti-Homosexuellen-Gsetz bleibt jedoch in Kraft.
Neue Regeln im Tennis

WTA verschärft Vorgaben

Die WTA führt Gentests für Tennis-Spielerinnen ein und schließt trans* Frauen künftig grundsätzlich von Wettbewerben aus.
Bedrohung im Regionalzug

Homophobe Gewaltandrohungen

In einem Regionalzug nach Chemnitz beschimpfte und bedrohte ein Mann homosexuelle Fahrgäste, jetzt ermittelt die Bundespolizei.
Brosius-Gersdorf für Umdenken

Neue Debatte um Leihmutterschaft

Nach Spahns Rücktritt fordert Brosius-Gersdorf die Legalisierung der Leihmutterschaft und kritisiert die Haltung der Union.