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Männer im Schönheitstrend
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Männer im Schönheitstrend Gesellschaftlicher Druck auf Männer nimmt weiter zu

ms - 14.07.2026 - 14:00 Uhr
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Kosmetische Eingriffe werden zunehmend auch von Männern in Anspruch genommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Untersuchung unter Männern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Demnach hatten 19,5 Prozent bereits mindestens eine Schönheitsoperation durchführen lassen. Die Untersuchung wurde federführend von acht Wissenschaftlern im Bereich Psychologie an den Universitäten in Zürich, Bielefeld und Greifswald erarbeitet. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Fast jeder fünfte befragte Mann hatte bereits einen kosmetischen Eingriff.
  • Am häufigsten waren Faltenbehandlungen, Lidkorrekturen und Haartransplantationen.
  • Wichtigste Motive waren ein besseres Aussehen und ein besseres Körpergefühl.
  • Die Studie sieht einen Zusammenhang zwischen traditionellen Männlichkeitsidealen und der Bereitschaft zu Schönheitsoperationen.
  • Penisvergrößerungen spielten in der Befragung nur eine untergeordnete Rolle.

Sexueller Erfolg dank OP? 

Die häufigsten Eingriffe waren Faltenbehandlungen, Lidkorrekturen und Haartransplantationen. Drei der befragten Männer, die sich einer Schönheitsoperation unterzogen hatten, berichteten zudem von einer Penisvergrößerung. Als wichtigste Beweggründe nannten die Befragten den Wunsch, sich besser zu fühlen (72,3 Prozent) und besser auszusehen (55,3 Prozent). Daneben gaben 17 Prozent an, ihren sexuellen Erfolg steigern zu wollen. 14,9 Prozent erklärten, durch den Eingriff männlicher wirken zu wollen.

Die Forscher untersuchten außerdem den Einfluss sogenannter traditioneller Männlichkeitsideologien. Dabei handelt es sich um gesellschaftliche Vorstellungen darüber, wie Männer sein oder sich verhalten sollten – etwa stark, dominant, erfolgreich oder durchsetzungsfähig. Das Ergebnis: Männer, die sich stärker mit solchen Rollenbildern identifizierten, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, bereits eine Schönheitsoperation vornehmen lassen zu haben. Nach Einschätzung der Studien-Autoren deutet dies darauf hin, dass kosmetische Eingriffe für manche Männer zunehmend auch dazu dienen könnten, Eigenschaften wie Macht, Erfolg, Dominanz oder sexuellen Erfolg zu unterstreichen.

Psychische Probleme bei Männern 

Die Studie verweist darauf, dass sich der Markt für ästhetische Eingriffe bei Männern in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet hat. Während Schönheitsoperationen lange Zeit überwiegend von Frauen genutzt wurden, greifen inzwischen auch immer mehr Männer häufiger zu Eingriffen wie Haartransplantationen oder anderen speziell auf Männer zugeschnittenen Behandlungen. Die Wissenschaftler betonen zugleich, dass kosmetische Eingriffe medizinische Risiken bergen. Neben möglichen Komplikationen durch Narkosen oder Infektionen weisen sie auch auf psychische Faktoren hin. So komme die körperdysmorphe Störung – eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene unter einer übermäßigen Beschäftigung mit vermeintlichen Makeln leiden – in Einrichtungen für Schönheitschirurgie deutlich häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung. Nach Angaben der Autoren lösten operative Eingriffe die zugrunde liegenden psychischen Probleme in solchen Fällen häufig nicht.

Für Aufmerksamkeit sorgte die Studie auch in internationalen Medien. Die New York Times griff die Ergebnisse auf und berichtete über den zunehmenden Druck, dem sich Männer durch soziale Medien und digitaler Selbstdarstellung sowie gesellschaftlicher Erwartungen ausgesetzt sehen, insbesondere auch schwule Männer. Auch in mehreren LGBTIQ+-Foren werden die neusten Daten eingehend aktuell diskutiert. 

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