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Harte Urteile in Texas
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Harte Urteile in Texas 200 Jahre Haft für drei queere Antifa-Aktivisten

ms - 29.06.2026 - 10:00 Uhr
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Nach teils gewaltsamen Demonstrationen vor einer Einrichtung der US-Einwanderungsbehörde ICE in Texas hat ein Gericht nun mehrere harte Haftstrafen verhängt. Insgesamt wurden acht Personen zu zusammen 450 Jahren Gefängnis verurteilt, wie das US-Justizministerium mitteilte, darunter zwei trans* Frauen und eine nicht-binäre Person. Die Einzelstrafen lagen zwischen 30 und 100 Jahren Haft. Die Angeklagten wurden im Verfahren als Mitglieder der Antifa bezeichnet und eines „terroristischen Angriffs“ auf die Einrichtung nahe Dallas beschuldigt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Acht Demonstranten wurden in Texas zu insgesamt 450 Jahren Haft verurteilt.
  • Unter den Verurteilten waren auch drei queere Personen.
  • Hintergrund sind Proteste gegen ein Abschiebezentrum der US-Einwanderungsbehörde ICE.
  • Eine nicht-binäre angeklagte Person erhielt eine Einzelstrafe von 100 Jahren wegen versuchten Mordes.
  • Weitere Verurteilungen betreffen unter anderem den Einsatz von Feuerwerkskörpern und Vandalismus.
  • Die Verfahren gelten als erste Urteile nach der Einstufung der Antifa als „Terrororganisation“ durch Donald Trump.

Insgesamt 450 Jahre Haft 

Die höchste Einzelstrafe entfiel auf Benjamin "Champagne" Song, eine nicht-binäre Person, die die Gruppe anführte. Song erhielt eine Haftstrafe von 100 Jahren. Laut Urteil der Geschworenen hatte Song einen Bundesbeamten am Hals getroffen, nachdem Song mit einer Waffe auf ihn geschossen hatte. Der Mann überlebte den Angriff. Weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen zwischen 30 und 70 Jahren. Ihnen wurde unter anderem vorgeworfen, am 4. Juli 2025 vor der ICE-Einrichtung Feuerwerkskörper gezündet zu haben. Zudem wurden sie schuldig gesprochen, „Terroristen materielle Hilfe geleistet“ zu haben. Jeweils zu 50 Jahren Haft wurden die zwei trans* Frauen Autumn Hill und Meagan Morris verurteilt. 

Nach übereinstimmenden Darstellungen zündeten die Demonstranten Feuerwerkskörper und beschädigten Dienstfahrzeuge und Wände. Schlussendlich fielen nach dem Eintreffen der örtlichen Polizei Schüsse, einer davon traf einen Beamten am Hals. Unterstützer der verurteilten Aktivisten sprechen von einer „Demonstration mit viel Lärm“ und erklärten zudem, die Schüsse seien nur abgegeben worden, um zu deeskalieren – zuvor habe ein Polizist „unprovoziert“ seine Waffe auf zwei Demonstranten gerichtet. Die nicht-binäre Person ist Veteran des US Marine Corps und war laut eigener Aussage davon ausgegangen, dass der Beamte hätte schießen wollen. Bundesrichter Mark Pittman schloss auf Antrag der Staatsanwaltschaft vor Gericht schlussendlich aber aus, dass die Angeklagten auf Notwehr plädieren durften.

Einstufung der Antifa als Terrororganisation

Nach Angaben des Justizministeriums handelt es sich um die ersten Urteile in diesem Zusammenhang, seit Präsident Donald Trump die Antifa im vergangenen Jahr als Terrororganisation eingestuft hatte. Trump machte die Gruppierung unter anderem für den Tod des Podcasters und christlich-konservativen Aktivisten Charlie Kirk verantwortlich. „Die heute verhängten Strafen zeigen, dass Antifa-Terroristen, welche die Sicherheitskräfte und Bundesgebäude angreifen, mit einer schnellen und unerbittlichen Justiz rechnen müssen“, erklärte der amtierende Justizminister Todd Blanche. Weitere Urteile gegen acht zusätzliche Angeklagte in Texas werden an diesem Mittwoch erwartet.  Philip Hayes, Anwalt der nicht-binären Person, widersprach der Darstellung der Staatsanwaltschaft. „Das hier ist nicht ein Haufen Terroristen“, sagte er dem Sender PBS. „Das ist eine Gruppe von Kindern und jungen Erwachsenen, die wirklich ein großes Herz haben und deren Stimme wirklich gehört werden sollte.“ Die Demonstranten hätten nie die Absicht gehabt, jemanden zu verletzen.

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